Freitag, 29. Januar 2016

Kasalla in Kiel

Nein,das nicht S.H., das ist T.L. Quelle: RTL / Stefan Gregorowius
Seltsames Verhalten kann man heuer nicht nur im Dschungelcamp beobachten, sondern auch in Kiel, genauer: im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, kurz LLUR.


Erst kürzlich wurde das LLUR mit den erschreckend hohen Quecksilber Emissionen aus dem KoKW konfrontiert. Worauf der Pressesprecher des LLUR den Satz sagte:
Die Quecksilber-Emissionen des Kraftwerks Wedel sind 2014 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Dies teilte Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, shz.de auf Nachfrage mit. Insgesamt stieß das Kraftwerk der Firma Vattenfall 2014 27,5 Kilogramm des giftigen Schwermetalls aus. 2012 waren es noch 82 Kilo, 2013 wurden 62,3 Kilo im Jahr gemessen.
Schmidt führt die sinkenden Werte auf neue Filtertechniken im Kraftwerk zurück. Es sei nicht davon auszugehen, dass die Emissionen 2015 zugenommen hätten. Die letzten Messergebnisse aus diesem Jahr liegen bei einem Ausstoß von 0,015 Milligramm pro Kubikmeter Emissionen. Gesetzlich erlaubt sind 0,03 Milligramm.
Zitat aus der SHZ am 8.1.2016


Foto:

Blöd nur, daß der Betreiber Vattenfall selbst gar nichts von neuen Filteranlagen weiß.
Zitat aus dem Hamburger Abendblatt am 12.1.2016:
Kristina Hillmer, Sprecherin bei Vattenfall, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Laut Hillmer würde kontinuierlich gemessen. Während man bei der Überwachungsbehörde die deutliche Reduzierung des Quecksilbers auf neue Filteranlagen zurückführt, weiß Hillmer davon aber nichts."

Das ist umso erstaunlicher, weil Vattenfall sonst eher bekannt dafür ist, Dinge zu behaupten, die NICHT vorhanden sind. Also absolut unwahrscheinlich, daß Vattenfall hier etwas tatsächlich gutes wie neue Filter verschweigt. Vielleicht hätte der Pressesprecher Herr Schmidt sich einfach an das bekannte Motto eines deutschen Kabarettisten halten sollen: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fr....  halten."

Herr Schmidt hielt aber nicht dieselbige, sondern sprach mit der Presse. Und zwar offenbar mit falschen Aussagen. Was dann natürlich wiederum die BI zu Recht erboste. Und weil nun gerade Mister SH Energieminister Robert Habeck zum Neujahrsempfang in Wedel weilte, haute ihm die BI diese falschen Aussagen um die Ohren, indem sie einen eindeutigen Leserbrief auf ihrer Internetseite veröffentlichte, der u.a. die Aussage enthielt:
„Um den niedrigen Wert glaubwürdig erscheinen zu lassen, erfindet Ihr Amt in Person von Herrn F. den "Einbau neuer Filteranlagen", von denen nicht einmal Vattenfalls Sprecherin etwas weiß.“

Und wenn Sie sich jetzt Fragen, wo die Eier bleiben, dann kann ich Sie beruhigen: die kommen jetzt. Man kann nämlich durchaus davon ausgehen, daß dies Herrn Habeck nicht schmeckte (also das mit den erfundenen Filtern).

Und in Kiel hoffentlich Kasalla Tacheles geredet wurde und Robert Habeck wissen wollte, warum die Mitarbeiter im LLUR Filter erfinden, die offensichtlich nicht vorhanden sind

Und nun folgt der große Auftritt von Dschungelkönig "Meister der Spitzfindigkeit" Sven H.. Sven H. arbeitet ebenfalls im LLUR und ist der Vorgesetzte des im Leserbrief genannten LLUR Mitarbeiters F..  Sven H. schrieb nun folgende bemerkenswerte e-mail nach Wedel:

Zitat:
Ich fordere Sie auf, aus dem betreffenden Beitrag den folgenden Satz: „Um den niedrigen Wert glaubwürdig erscheinen zu lassen, erfindet Ihr Amt in Person von Herrn F. den "Einbau neuer Filteranlagen", von denen nicht einmal Vattenfalls Sprecherin etwas weiß.“, umgehend von der Internetseite der Bürgerinitiative und von anderen Plattformen in sozialen Netzwerken (z. B. Facebook) zu entfernen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht spätestens bis zum 30.01.2016, 24.00 Uhr, vollinhaltlich nachgekommen sein, behält sich das LLUR die Prüfung weiter rechtlicher Schritte und die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Sie vor.

Mit feundlichen Grüßen

Sven H.
Statt sich also für die Falschmeldung, dessen Ursprung in der Behörde liegt, zu entschuldigen und die Falschaussage in der Öffentlichkeit richtig zu stellen, holt Sven H. den großen Hammer raus.

Auf die ganz kurze Sicht hat Herr H. recht und man muß die betreffende Aussage laut den Presseberichten dem LLUR Mitarbeiter Schmidt und nicht dem LLUR Mitarbeiter F. zuschreiben.
Nun muß man jedoch wissen: F. ist im LLUR der zuständige Sachbearbeiter für das KoKW Wedel und tritt oft im Zusammenhang mit dem KoKW Wedel auf, über das LLUR Pressesprecher Schmidt sprach.
Im Leserbrief wurde also aus naheliegenden Gründen der Name des LLUR Mitarbeiters verwechselt, der die Falschmeldung in die Welt gesetzt hatte.

Sieht so Bürgerdialog aus, wenn LLUR Mitarbeiter nachweislich falsche Aussagen gegenüber der Presse tätigen?

Statt der Strafandrohung hätte übrigens eine einfach mail nach Wedel mit dem Hinweis und einer entsprechenden Entschuldigung für die Falschäußerung gegenüber der Presse gereicht, und man hätte die Passage geändert, z.B. in:
„Um den niedrigen Wert glaubwürdig erscheinen zu lassen, erfindet Ihr Amt, dessen zuständiger Mitarbeiter auf der Sachebene Herr Fels ist, durch Ihren Pressesprecher Herrn Schmidt den "Einbau neuer Filteranlagen", von denen nicht einmal Vattenfalls Sprecherin etwas weiß.“, ...
Denn bei der BI wie auch hier im blog nehmen wir es gerne mit der Wahrheit genau, im Gegensatz zu Vattenfall und dem Dschungelcamp LLUR.



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