Mittwoch, 24. Juni 2015

Energiewende kann so geil sein ....

... wenn man zu den großen EVU gehört und sich eine Gewerkschaft wie die IG BCE als Lobbyverein hält.


Leider hat die SZ vergessen zu schreiben, daß sich um den Teil der Energiebranche handelt, die sich vorranging mit EE beschäftigen.



Denn wie im Text der SZ steht, will Gabriel ernsthaft auf den Vorschlag der IG BCE als Alternative zur sogenannten Klimaabgabe eingehen.

Hat sich eigentlich mal jemand in der SZ den Vorschlag der IG BCE durchgelesen?
Offenbar nicht. Denn dann hätte die SZ gemerkt, daß Gabriel alles andere macht ... aber sich garantiert nicht mit "der Energiebranche" anlegt. 
Denn der Vorschlag der IG BCE ist so geil ... für die großen EVUs! Und so leicht durchschaubar.
Zitat:

Kraftwerke bieten in diese Reserve eine gesicherte Leistung in MW zu einem Preis, der auf historischen Emissionen basiert, d.h. in €/t vermie dener Emissionen. Das Gebot basiert auf den Vorhaltekosten der Kraftwerke. Die zu deckenden Kosten für Personal, Instandhaltung u.ä. werden dabei in Relation zu den vermiedenen CO -Emissionen gesetzt. Die Berechnungsgrundlage der vermiedenen CO2 -Emissionen sind die durchschnittlichen Emissionen des jeweiligen Kraftwerks der Jahre 2012
 bis 2014. Die Angebote mit den geringsten CO2-Vermeidungungskosten in €/t kommen dann für die Kapazitätsreserve zum Zuge.

Ok, mal im Klartext, was die IG BCE als Sprachrohr der EVUs dort vorschlägt:
1. der Steuerzahler übernimmt die laufenden Kosten für die alten Stein- und Braunkohlekraftwerke.
2. andere (kleine) Kraftwerke haben aufgrund dieses Modells gar keine Chancen, an dem Verfahren teilzunehmen
3. durch die Reserve werden die oben genannten Kapazitäten dem Markt entzogen, was wiederum die Marktpreise erhöhen wird, was wiederum vor allem den EVU zugute kommt

d.h. der Steuerzahler zahlt den großen EVU die schrittweise Stilllegung der alten Meiler, und gleichzeitig zahlt der Steuerzahler dafür, daß sich für ihn die Strompreise erhöhen ... und damit die Margen der EVU ...
... selbstredend bleiben die Befreiungen der EVU von der EEG-Umlage natürlich bestehen.


Witz Frechheit am Rande:
Die Vorlaufzeit bis zu einem Einsatz würde mindestens 11 Stunden betragen. Dies entspricht der Zeit zwischen Ergebnisbekanntgabe im Day-ahead Markt – wenn ein Bedarf für den Einsatz der Reserve festgestellt würde – und dem Einsatzzeitpunkt am Folgetag. Innerhalb dieser Frist müssen teilnehmende Kraftwerke ihre Leistung bereitstellen können
Da die EVU mit ihren Meilern nicht am Regelenergiemarkt teilnehmen können ... schaffen sie sich einfach einen eigenen! 11 Stunden Vorlaufzeit ...
Ok, Gabriel ist ja auch Wirtschaftsminister und nicht "Volkswohlminister" oder "Nachdenkminister" oder "Fairer-Markt-Minister"... oder Verbaucherschutzminister.
Insofern macht er das, was er qua Amt machen möchte: die Renditen der großen EVUs auf Kosten der Verbraucher stützen (und was kann Gabriel dafür, wenn der Verbraucherschutzminister seine Schnauze hält?)

Aber leider sind z.B. selbst die Grünen wiederholt nicht in der Lage, diese einfachen Fakten an die Öffentlichkeit zu geben . Zitat aus der SZ:
Das wäre der "klimapolitische Offenbarungseid dieser Großen Koalition", sagte Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionschef der Grünen, und die klimapolitische Sprecherin der Partei, Annalena Baerbock. Damit seien das Klimaschutzaktionsprogramm und das deutsche Klimaziel für 2020 nur noch Makulatur.

.... das haben die Leute da draußen schon 1000x gehört ...
Viel interessanter wäre es, den Leuten die ökonomischen Folgen aufzuzeigen! Kurz, klar, prägnant.

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