Sonntag, 3. April 2011

Richtigstellung zu greenwashing Aussagen des Vattenfall Bevollmächtigten Pieter Wasmuth

Da am Wochenende die Vattenfall-Presseabteilung schläft nicht besetzt ist, springt heute stop greenwashing gerne den Kollegen zur Seite und stellt folgende Aussagen seitens Pieter Wasmuth in der April Ausgabe von SZENE HAMBURG richtig:

1. Vattenfall Europe ist NICHT das Stadtwerk Hamburgs.
Richtig ist: Vattenfall Europe inszeniert sich mit seinen greenwashing Veranstaltungen gerne als Stadtwerk. Diesen Status hat Vattenfall jedoch schon seit Jahren verloren. In keiner anderen Großstadt Deutschlands (und in keinem anderen Bundesland) sind bereits mehr Kunden zu regenerativen Anbietern gewechselt: 15,7 %. Und in dieser Zahl enthalten sind noch nicht mal all die Kunden, die Tschüss Vattenfall gesagt und zu nicht ausschließlich regenerativen Anbietern gewechselt sind! Nachzulesen u.a. im ZEIT Magazin, online hier zu finden.

2. Vattenfall trägt NICHT dazu bei, daß Hamburg eine lebenswerte Stadt bleibt.
Richtig ist: Wie gefährlich es ist, wenn sich AKWs in direkter Nähe von Millionenstädten befinden, beobachten wir aktuell in Japan. Dort sind die explodierten Reaktoren in Fukushima zwar sogar 200 KM von Tokio entfernt, und trotzdem steigt die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung von Luft und Wasser in der Mega-Metropole von Tag zu Tag. Hamburg wäre im Falles eines GAU in Krümmel und Brunsbüttel sehr viel schneller bedroht! Macht das Hamburg lebenswert, Herr Wasmuth?

Im Hamburger Stadtteil Moorburg baut Vattenfall ein Kohlekraftwerk. Benachbart zum Standort in Moorburg liegt der Stadtteil Wilhelmsburg. Der Verein „Wilhelmsburger Ärzteschaft“ warnt: Moorburg wird laut Planungen einen zusätzlichen Ausstoß von ca. 400 Tonnen Feinstaub verursachen: das sind ca 200 Gramm für jeden Bürger Hamburgs + Umland! Aber statt zwei Tafeln Schokolade wird den Hamburgern hier die gleiche Menge übelster Dreck angedreht. "Ein Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Atemwegserkrankungen wird von niemand angezweifelt", so die Ärzteschaft. Dazu kommen 8 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) jährlich zusätzlich aus dem KoKW. Zitat:
Leider sind es gerade kinderreiche Stadteile wie Wilhelmsburg, Veddel, Rothenburgsort, Billstedt, die gesundheitsschädigenden Umweltfaktoren in besonderer Weise ausgesetzt sind.
 Hier das komplette Statement der Wilhelmsburger Ärzteschaft.
 Macht das Hamburg lebenswert, Herr Wasmuth?

Pieter Wasmuth fragt sich in dem SZENE Interview weiter, was viele Autoren bewegt habe, statt wie bisher bei den Vattenfall Lesetagen dieses Jahr  bei Lesetagen selber machen zu lesen.
Er weiß die Antwort nicht (er liebt halt Understatement, der smarte Herr W.), hat aber schon die Vermutung, daß ihm die Antwort am einfachsten die Autoren selbst geben könnten.
Richtig, Herr Wasmuth. Kommen Sie doch einfach zu einer der Veranstaltungen von "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" und fragen Sie den Autor/die Autorin.

Bei der Veranstaltung würde Herr Wasmuth auch gleich lernen, daß Hamburgs Kultur gut ohne das greenwashing von Vattenfall funktioniert. Sehr gut sogar.

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