Donnerstag, 20. Januar 2011

Mittwoch, 19. Januar 2011

Umwelthauptstadt - die Wahrheit ist nicht eingeladen

So sieht die Umwelthauptstadt Hamburg mit seinem Rathaus in den Augen von Kindern aus.
Foto: Reto Klar, Quelle Hamburger Abendblat, t 
Umwelthauptstadt oder Green Capital was ist das? (Hamburger Abendblatt-Artikel)

Am 14.1. wurden auf dem Rathausmarkt die ganzjährigen Veranstaltungen zum Titel Hamburgs als europäische Umwelthauptstadt offiziell eröffnet. Davon abgesehen, daß es gute Gründe gibt, diesen Titel als ungerechtferigte Auszeichnung zu sehen, siehe Stellungnahmen dazu von:


sah man es seitens des von der Stadt engagierten Veranstalters gar nicht gerne, als etliche Hamburger echten Umwelt- und Klimaschutz betreiben und mit einem Pappmodell des KoKW Moorburg auf den klimapolitischen Irrsinn dieses Kraftwerks aufmerksam machen wollten.

Das Pappmodell wurde unter massiven Polizeischutz gestellt. Seht selbst:



Man könnte lachen, wenn es nicht erschreckend wäre, daß die Polizei bereits dazu übergeht, friedlichen, kreativen Protest wie das Hochhalten von Schildern unter Androhung von Anzeigen verhindert! Dokumentiert wird dies von greencapital.tv.

Verhindern konnten unsere Pappmodell-Beschützer jedoch nicht, daß anschließend die feierliche Eröffnungsrede unseres Übergangsbürgermeisters ... irgendwie schwer zu verstehen war:

Eröffnungsrede Umwelthauptstadt Hamburg

Das war dann auch der Hamburger Morgenpost einen launischen Artikel wert:

Peinlicher Fehlstart

Tja, damit muß man rechnen, wenn man "Aktivisten im besten Alter" so brüsk von der Party auslädt, die man selber mit seinem Steuergeld bezahlt!
Spiegel Online berichtet über "Aktivisten im besten Alter"

Der Artikel endet mit:
Die PR-Agenturen im Dienste des Hamburger Senats haben alle Hände voll zu tun. Böse Zungen behaupten, die schwarzgrüne Stadtregierung hätte sich 2009 um den Titel der Umwelthauptstadt nur beworben, um mal zu sehen, wo man im Ranking so steht. Und dann war man plötzlich Preisträger. Shit happens.
Umwelthauptstadt 2011 - wir sehen uns!

Montag, 10. Januar 2011

Vattenfall & Elektro-Mobilität: Ein Fall von Greenwashing

Am 6.1. erschien in der "Linkszeitung" ein Artikel über die Hintergründe einer Werbeanzeige von Vattenfall in der "ZEIT":

In der Neujahrsausgabe der Wochenzeitung 'Die Zeit' erschien eine ganzseitige Werbung, die den Anschein erweckt, bei Vattenfall handele es sich um einen Ökostrom-Anbieter. Doch der "grüne Lack" ist so dünn, daß er geradezu dazu reizt, hinter die Fassade zu blicken.


Der Artikel bietet einen schönen Über- und Einblick, wie Vattenfall aktuell versucht, seine Stromerzeugung grün zu färben.

Zitat aus dem Artikel:
Der Anteil von Wasserkraft in der deutschen Stromerzeugungs-Statistik von Vattenfall beträgt unterm Strich null, der von Windenergie 0,1 Prozent. 91,8 Prozent der hierzulande von Vattenfall erzeugten Elektrizität stammt aus Kohlekraftwerken, zu einem erheblichen Teil aus besonders klimafeindlichen Braunkohle-Kraftwerken. Kein anderer Energieversorger stößt pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) so viel Kohlendioxid aus wie Vattenfall: 1.020 Gramm CO2 pro kWh. Also alles andere als "grüner" Strom.


Mehr unter http://linkszeitung.de/enerer110106liz.html


Zum gleichen Thema erschien auch ein Artikel im Blog "klima-luegendetektor"
http://www.klima-luegendetektor.de/2011/01/05/vattenfall-gruen-nur-in-der-werbung/
Der Artikel geht besonders auf den "Energiemix" von Vattenfall ein und welche kreativen Bemühungen Vattenfall unternimmt, um die Herkunft seines Stroms zu verschleiern.
Sehr lesenswert!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

TAZ schreibt: Hamburger Lesetage ohne Vattenfall

Hamburger Lesetage ohne Vattenfall
Umweltaktivisten und Pädagogen rufen zu Alternativ-Veranstaltungen auf, um den AKW-Betreiber als Sponsor zu vertreiben.
Hier ist der Artikel der TAZ zu finden:
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ha&dig=2010%2F12%2F21%2Fa0186&cHash=b4b0a025bf

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Teure Energie - Versorger zocken ab

Der Präsident der Bundesnetzangentur weist daraufhin, daß die zum Jahreswechsel angekündigten Preiserhöhungen einer Vielzahl von Energieversorgern in Deutschland "nicht sachlich gerechtfertigt" seien. Zweifel bestehen auch an der Begründung der Stromkonzerne an: dem steigenden Anteil an Ökostrom. Der Umstand, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Energien erzeugt werde, wirke laut Bundesnetzagentur im Gegenteil dämpfend auf die Großhandelspreise, "da sie sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängen". Mit staatlichen Eingriffen seien die Erhöhungen nicht zu rechtfertigen. Es gebe sogar einen Spielraum für Preissenkungen.

Mehr zum Thema schreibt u.a. die SZ online:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/teure-energie-bundesnetzagentur-attackiert-stromkonzerne-1.1030420

Info:
Die Bundesnetzagentur hat die Aufgabe, durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit dem 1. Januar 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen. Zur Durchsetzung der Regulierungsziele ist sie mit wirksamen Verfahren und Instrumenten ausgestattet worden, die auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten einschließen. Siehe http://www.bundesnetzagentur.de

Donnerstag, 9. Dezember 2010

WORST EU LOBBYISTS 2010 gewählt – RWE, Goldman Sachs und ISDA

WORST EU LOBBYISTS 2010 gewählt – und "natürlich" ist mit RWE einer der 4 großen deutschen Energieversorger wieder ganz vorne mit dabei ...

In der Begründung heißt es:

In der Kategorie Klima [3] gewann Deutschlands Energiegigant RWE Tochtergesellschaft npower mit 58% der Gesamtstimmen, nominiert weil der Energieriese sich ein umweltfreundliches Image verpasst und zugleich Lobbyarbeit betreibt, um seine schmutzigen Kohle- und Ölkraftwerke weiter zu führen. BusinessEurope, nominiert für aggressive Lobbyarbeit, um effiziente Klimaschutzmaßnahmen der EU zu verhindern – während er vorgibt, den Klimaschutz zu unterstützen, belegte den zweiten Platz mit 24% der Gesamtstimmen. Und schlussendlich ArcelorMittal als Drittplazierter mit 18%, war nominiert für seine „Panikmache“ bezüglich effektiveren CO2-Beschränkungen durch den Europäischen Emissionsrechtehandel (ETS), an dem er zugleich durch die bisher kostenlosen Zertifikate Milliarden verdient.


Alle Infos zu der Wahl inkl. Film und Fotos findet Ihr unter
http://www.worstlobby.eu/de/2010/worst-eu-lobbyists-2010-gew%C3%A4hlt

Vattenfall kann es nicht: designierte Krümmel-Chefin wegen Inkompetenz abgelehnt!

Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre:
Die Atomaufsichtsbehörde hat die von Vattenfall vorgeschlagene neue Betriebsleiterin des AKW Krümmel wegen Inkompetenz abgelehnt!

Laut einem Bericht der SHZ heißt es:
Die von der Atomaufsicht nicht akzeptierte Bewerberin soll bei einer praktischen Abschlussprüfung durchgefallen sein. Die 56-Jährige habe bei einer Simulation den Reaktor in 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand bringen sollen, dies aber angeblich in zwei Stunden nicht geschafft.

Für die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" erklärte deren Sprecher Jochen Stay: "Vattenfall bleibt sich in Sachen Krümmel treu: Sie können es einfach nicht".


Der gesamte Artikel findet sich unter
http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//atomaufsicht-lehnt-vorgesehene-kruemmel-chefin-ab-1.html

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Vortrag: Kolumbiens schmutzige Kohle im Hamburger Kraftwerk?

Am 01.12.2010 um 19.00 Uhr im Rudolf-Steiner Haus (Mittelweg 11-12, 20148
Hamburg)
Kolumbien ist mittlerweile der zweitgrößte Steinkohlelieferant für
Deutschlands Kraftwerke. Hauptabnehmer ist E.ON, aber auch Vattenfall
wird wahrscheinlich Kohle für das Kraftwerk in Hamburg-Moorburg von dort
beziehen.
Die Schattenseiten dieser Entwicklung bleiben den deutschen Stromkunden
bislang weitgehend verborgen. Für die riesigen Steinkohletagebaue werden
Menschen vertrieben, die Umwelt zerstört, die Rechte indigener
Gemeinschaften ignoriert, gewerkschaftliche Organisation der
ArbeiterInnen be- oder gar verhindert. Während internationale Konzerne
Milliardengewinne erwirtschaften, müssen die Menschen in der Region
hilflos mit ansehen, wie immer größere Flächen fruchtbaren Landes dem
Bergbau zum Opfer fallen. Dazu kommen die Folgen des Klimawandels, die
weltweit Menschenleben kosten und Leiden verursachen.
Über die Situation in Cerrejon, Kolumbien, berichten Jairo Fuentes
Epiayu, Gemeindeführer der vom Tagebau eingeschlossenen Gemeinde
Tamaquitos und Alfredo Tovar, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft
Sintramienergetica und Arbeiter bei Glencore.
Durch den Neubau zahlreicher Kraftwerke - wie hier in Hamburg - und dem
Auslaufen der deutschen Steinkohlesubventionen 2018 wird sich die
Situation weiter zuspitzen. Neue Kohlekraftwerke hebeln zudem den
Klimaschutz aus und blockieren die Energiewende. Mit einer Laufzeit von
bis zu 60 Jahren zementieren sie über Jahrzehnte hohe CO2-Emissionen.
Kolumbien ist ein strategisch wichtiger Partner für die deutsche
Energiewirtschaft, die weiter auf schmutzige Kohle statt auf Erneuerbare
Energien setzt.
Spanisch mit deutscher Übersetzung.
Veranstalter: Zukunftsrat Hamburg, die Klima-Allianz, FIAN
Deutschland
Weitere Informationen unter: http://www.kohle-protest.de/kolumbien/

Ein Artikel zu diesem Thema erschien auch in der TAZ:
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/blutige-kohle-aus-kolumbien/

Freitag, 19. November 2010

GEW Hamburg entzieht Vattenfall Unterstützung

Die Landesvertreterversammlung (LVV) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat auf ihrer Sitzung Mitte November beschlossen, Vattenfall die Unterstützung zu entziehen. Die Landesvertreterversammlung (LVV) der GEW Hamburg ist das höchste Gremium und Beschlussorgan des Landesverbands Hamburg der GEW.


Wörtlich heißt es im Beschluß der LVV:
Die GEW-Hamburg empfiehlt ihren Mitgliedern in allen Bildungseinrichtungen der Stadt, insbesondere in Schulen, Kitas und Stadtteilzentren, in Zukunft vom Energiekonzern Vattenfall organisierte und gesponserte Veranstaltungen bzw. entsprechende Projekte nicht mehr zu unterstützen. Dies gilt u.a. für die alljährlich im April stattfindenden Vattenfall- Lesetage sowie den Vattenfall Schulcup, ein Radsportwettbewerb an Hamburger Schulen.
Darüber hinaus empfiehlt die LVV der GEW ihren Mitgliedern, sich an den Vorbereitungen für Alternativ-Veranstaltungen zu den Vattenfall Lesetagen 2011 zu beteiligen. Der bisherige Arbeitstitel dafür lautet ´Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüs sagen´.

Wir sagen: BRAVO!

Ein mutiger, aber konsequenter und richtiger Schritt! Konzerne wie Vattenfall, welche die Zukunftsaussichten dieses Planeten in Frage stellen, haben nichts in Kitas und Schulen zu suchen.

Über die GEW:
Die GEW ist die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), dessen Gründungsmitglied sie ist. Bundesweit gehören ihr ca. 270.000 Mitglieder an.

Die GEW - das sind in Hamburg rund 10.000 Kolleginnen und Kollegen, die in pädagogischen und wissenschaftlichen Berufen in Schulen, Kindergärten und Jugendheimen, in Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, in der Bildungsverwaltung und der Erwachsenenbildung arbeiten. Auch wenn Lehrerinnen und Lehrer die größte Berufsgruppe stellen, ist die GEW längst nicht mehr nur eine Lehrergewerkschaft. Lehrergewerkschaft sowieso nicht: Rund 70 % der GEW-Mitglieder sind Frauen. (Quelle: http://www.gew-hamburg.de)

Mittwoch, 17. November 2010

Großer Tag für die Kohle-Lobby?

Im Streit um die Verlängerung der Steinkohlesubventionen erhält Bundeskanzlerin Angela Merkel Rückenwind: Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments will den deutschen Kohle-Kompromiss beibehalten. Die Grünen kritisieren eine mögliche Verlängerung als "Verschwendung von Steuermilliarden".

Die Grünen im EU-Parlament kritisierten das Abstimmungsergebnis und sprachen von einem "großen Tag für die Kohlelobby". Der EU-Abgeordnete Yannick Jadot (Grüne/ EFA), sagte, die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses stehe "im Gegensatz zu den europäischen Klima- und Energiezielen".


Quelle und gesamter Artikel: http://www.euractiv.de/energie-klima-und-umwelt/artikel/groer-tag-fr-die-kohle-lobby-003916


Tja, was Lobbyismus in Reinform mal wieder so schafft ....

Mitmachen: Worst EU Lobbying Awards

http://www.worstlobby.eu/de

Tausende von Unternehmenslobbyistinnen und –lobbyisten bevölkern die Brüsseler Flure der Macht. Sie arbeiten meist hinter den Kulissen und scheuen sich auch nicht, zu unlauteren Methoden zu greifen: Sie geben vor, besorgte Umweltschützer zu sein, halten die EU durch bedrohliche Szenarien von Maßnahmen ab oder sichern sich privilegierten Zugang zu EU-Entscheidern und -Entscheiderinnen.

Diese verstohlenen Taktiken, kombiniert mit der Macht von Großunternehmen, haben es Lobbyisten ermöglicht, ihre Lobbyarbeit im Namen des Profits zu Lasten von klima- und verbraucherfreundlichen Regelungen für die Allgemeinheit zu betreiben. Sie stellen ihre Profite über die Bedürfnisse von Mensch und Planet.

Wenn diese schmutzigen wie demokratieschädlichen Lobbytaktiken Sie beunruhigen, dann fürchten Sie sich nicht: Hilfe ist unterwegs und Sie können Ihren Teil dazu beitragen! Hier kommen die diesjährigen Worst EU Lobbying Awards – mit einem zweifachen Fokus: Klima und Finanzen. Mit Hilfe Ihrer Stimme und unserer „Lobby-Putze“ können wir die Lobbyszene in Brüssel säubern und Abschreckung für kontroverse Lobbypraktiken schaffen, indem wir die skrupellosesten Akteure ins Rampenlicht stellen und die Lobby von Großkonzernen innerhalb der EU-Entscheidungsgremien diskreditieren.

Lobby-Cleaner, die Anti-Heldin der Worst EU Lobbying Awards, streift auch durch die Korridore der Macht in Brüssel, hat aber ein anderes Ziel: Eine saubere Lobby und ein sauberes Lobbying. Sie ist gekommen, um die von Lobbyisten in Brüssel angerichtete Sauerei zu beseitigen. Dafür hat sie die dreistesten Lobbyisten in den Kategorien Finanzen und Klima zusammengetragen. Nämlich jene, die am rücksichtslosesten und mit den problematischsten Methoden versucht haben, ambitionierte und effektive Klima- und Finanzregulierungen der EU in der letzten Zeit zu blockieren.

Allerdings kann die „Lobby-Putze“ nicht allein entscheiden, wer den Award am meisten verdient. Deshalb ruft die Dame Sie um Hilfe, um je einen Gewinner in den Kategorien Finanzen und Klima zu küren. Informieren Sie sich hier über die Finalisten und stimmen Sie jetzt ab!


Quelle & mitmachen: http://www.worstlobby.eu/de

Dienstag, 16. November 2010

Hamburg-: European Green Capital 2011

Hamburg ist 2011 die europäische Hauptstadt des Umweltschutzes ... oder so ähnlich. Der Förderkreis »Rettet die Elbe« eV ist da jedenfalls ganz anderer Meinung.
Ein klassischer Fall von greenwashing also?

die Argumente von "Rettet die Elbe" findet Ihr hier:
http://www.rettet-die-elbe.de/

im PDF-Download "Hamburg lügt sich grün"

Wir sagen: bitte beim Lesen nicht schwarz ärgern über die schwarz-grüne Umwelthauptstadt ... ;-)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Strom-Oligopol scheffelt Geld

Ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau:

Milliardenprofit durch Marktmacht

Strom-Oligopol scheffelt Geld

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt funktioniert nicht - zu viel Macht liegt in wenigen Händen. Die Verbraucher bezahlen deswegen die Milliardengewinne der Energieriesen.

hier geht es zum Artikel: Frankfurter Rundschau

Sonntag, 10. Oktober 2010

Programmhinweis: Film "Lacoma und der Konzern"

...Wie Vattenfall die Lausitz zerschreddert ist zu 
sehen in dem Film "Lacoma und der Konzern".
Er wird gezeigt am Dienstag, 
dem 12.10.2010 ;18 Uhr, in der Werkstatt 3,in Altona, 
im Nernstsweg 32.
Ab 20.30 Uhr Infos und Diskussion mit Daniel Häfner aus Cottbus."
Veranstaltende sind attac Hamburg, Moorburgtrasse stoppen und Robin Wood.



Freitag, 24. September 2010

Fernwärmetrasse wird nur im Konsens mit den Anwohnern gebaut

Diese Aussage machte Herr Pieter Wasmuth, der designierte Generalbevollmächtigte der Vattenfall Europe AG in Deutschland, am Donnerstag abend auf einer Diskussionsveranstaltung „Klimaschutz in Hamburg“ im Rahmen der Hamburger Klimawoche. Wörtlich sagte er: "„Ob sie nun so gebaut wird oder anders oder gar nicht, das wird sich zeigen. In jedem Falle lege ich wert darauf, daß sie nur dann gebaut wird, wenn es irgendeine Form des Konsens darüber gibt. Sie wird (…) gegen den Willen der Stadt, gegen den Willen der Politik oder auch gegen der Willen der Bürger nicht zu bauen sein.“
Die Anwesenden, darunter auch Mitglieder der BI Moorburgtrasse-Stoppen, nahmen es erstaunt zur Kenntnis. „Wir werden Herrn Wasmuth an seinen Worten messen“, so Mirco Beisheim, Mitglied der BI, der Herrn Wasmuth auf den umstrittenen Bau der Fernwärmetrasse angesprochen hatte. „Herrn Wasmuth dürfte bekannt sein, daß sich ein beträchtlicher Teil der Altonaer gegen die Trasse ausspricht“, so Beisheim weiter. „Im Umkehrschluß würde das bedeuten, daß sich Vattenfall gedanklich von dem Projekt Fernwärmetrasse verabschiedet – eine Entwicklung und Aussage, die wir begrüßen, die wir aber sehr genau auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen werden.“

Diese Aussage von Wasmuth blieb die einzige Überraschung im Streitgespräch mit Herrn Mojib Latif vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften unter Leitung von Abendblatt-Redakteurin Frau Angelika Hillmer. Ein ums andere Mal von Herrn Latif und Frau Hillmer auf die Verantwortung von Vattenfall für die Erreichung der Klimaziele für Hamburg (Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent) angesprochen, zog Wasmuth die Karte, daß es ja nicht Vattenfall gewesen sei, der das KKW Moorburg der Hamburger Politik aufgedrängt habe. Sondern es sei die Politik gewesen, die das KKW Moorburg haben wollte. Dies lies Latif, seinerzeit im Hamburger Klimarat beratend tätig, so nicht gelten. Er erinnere sich an massive Beeinflussung der Politik durch den Konzern bei der Entscheidungsfindung. Ein Procedere, so Latif, das man aktuell bei dem Thema Laufzeitverlängerung der AKW wieder beobachten könne. Darauf erwiderte Wasmuth, jeder Mensch in Deutschland sei frei, den Stromanbieter seiner Wahl zu nutzen. Es gäbe über 180 Anbieter in Deutschland, insofern könne auch von einem „Anbieter-Monopol“ keine Rede sein.
Als Fazit des Abends bleibt festzustellen, daß sich Wasmuth als ehemaliges Mitglied im Vorstand eines Windkraftanlagen-Herstellers schnell in die Rolle im Vorstand eines Ernergieversorgers gefunden hat, der überwiegend auf Kohle- und Atomkraftwerke setzt. Herr Latif dagegen war bemüht, in verständlichen Worten mit den Erkenntnissen der Klimaforschung direkt auf die Menschen einzuwirken und eine Veränderung im Handeln von Unternehmen und Personen zu erreichen. Für eine angenehme und konstruktive Gesprächsatmosphäre sorgte Frau Hillmer, die gut informiert die beiden Kontrahenten immer wieder zum Thema des Abends hinführte.

Weitere Informationen im Videobeitrag unter diesem Post. Dort findet sich auch die Aussage von Herrn Wasmuth zum Bau der Fernwärmetrasse.

Diskussion und Aktion auf der Hamburger Klimawoche 2010



HAMBURG, 22.09.2010: Im Abendblatt-Forum diskutierten Klimaforscher Mojib Latif und der designierte Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth über die Klimaziele der Hansestadt.

HAMBURG. Wie ist es im Jahr 2050 um den Klimaschutz in Hamburg bestellt, was kann schon jetzt getan werden, damit die Hansestadt den Titel "Umwelthauptstadt" nicht nur im Jahr 2011, sondern auch in Zukunft tragen wird? Der renommierte Klimaforscher Mojib Latif, 56, lieferte sich auf dem Abendblatt-Forum ein Wortgefecht mit dem designierten Chef des Energiekonzerns Vattenfall Hamburg, Pieter Wasmuth. Gemeinsam diskutierten sie im Rahmen der Hamburger Klimawoche am Donnerstagabend im Bechstein-Saal der Europa-Passage, moderiert wurde die Veranstaltung von Abendblatt-Redakteurin Angelika Hillmer.


Interessant die Statements von Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth: "die klare Aussage ist, daß es keine weiteren Investments in...fossile Kraftwerke, also Kohlekraftwerke geben wird...wichtig ist: zukünftige Investitionen für Erzeugungskapazitäten gehen entweder in erneuerbare Energien oder in Gas- oder Biomasse..."

Donnerstag, 23. September 2010

Klimawoche in HH – BI macht auf dreckige Energie von Vattenfall aufmerksam

Pressemitteilung der BI Moorburgtrasse-stoppen:

Gerade 1 Monat ist es her, da verkündete der schwedische Vattenfall Mutterkonzern, daß man sich eine neue Strategie verpaßt habe. Demnach solle das Stromgeschäft unter anderem so ausgerichtet werden, dass Vattenfall zu einem der führenden Unternehmen in der Entwicklung einer umweltverträglichen und nachhaltigen Energie-Produktion wird. In den Medien wurde daraus abgeleitet, daß Vattenfall versucht, sich von seinem Image als Atom- und Kohlestromlieferant zu lösen. Jetzt hat sich herausgestellt: Statt ökologischer Wende konzentriert Vattenfall seine dreckige Energiepolitik auf Deutschland.
Der geplante Neubau des Hamburger Kraftwerkes Moorburg soll wie geplant durchgeführt werden, wie Konzernchef Løseth diese Woche erklärte. Einen Rückzug aus dem umstrittenen ostdeutschen Braunkohleabbau in der Lausitz hatte Vattenfall bereits vorher ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund ist es eine Farce, wenn der designierte Vattenfall Generalbevollmächtigte Wasmuth auf der 2. Klimawoche in der Hamburger Europapassage an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Klimaschutz in Hamburg“ teilnimmt. Zur Erinnerung: Braun- und Steinkohlekraftwerke sind die dreckigste Methode der Stromerzeugung, da mehr als die Hälfte der Energie als ungenutzte Wärme verloren geht. Das geplante KKW Moorburg ist eines der größten seiner Art und damit extrem klimaschädlich: es wird jährlich etwa 8,5 Millionen Tonnen CO2 freisetzen – doppelt so viel wie der gesamte Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr in Hamburg zusammen.

Die BI Moorburgtrasse-stoppen wird deshalb diese Veranstaltung erneut zum Anlaß nehmen, vor Ort Vattenfalls Greenwashing Aktionen heute und in Zukunft aufzudecken und durch Aktionen den grünen Schleier vor Vattenfalls dreckigem Geschäft wegziehen. Unser Ziel ist nicht nur der Stopp der Trasse, sondern des Kohlekraftwerks in Moorburg.

Klimaschutz in Hamburg heißt: KKW Moorburg stoppen

Mit freundlichen Grüßen


Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Dienstag, 21. September 2010

Trotz neuer Strategie - Vattenfall behält seine dreckigen Kraftwerke in Deutschland

Hach ja ... wie Theorie und Praxis doch auseinanderklaffen können.

Lyrisch liest sich Vattenfalls neue Firmenphilosophie ja recht nett. Dort heißt es, daß das Stromgeschäft unter anderem so ausgerichtet werden solle, dass "Vattenfall zu einem der führenden Unternehmen in der Entwicklung einer umweltverträglichen und nachhaltigen Energie-Produktion wird".

Praktisch hat die Konzernspitze heute entschieden:
„Wir werden unsere Positionen in Deutschland halten, weil es zu unseren Kernmärkten gehört.“ An den Atomreaktoren Krümmel und Brunsbüttel will Vattenfall festhalten. Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf seien falsch, betonte Løseth. „Wir wollen, dass sie möglichst schnell wieder ans Netz gehen.", so Konzernchef Øystein Løseth.

Auch der geplante Neubau des Hamburger Kraftwerkes Moorburg soll wie geplant durchgeführt werden, wie Løseth erklärte. Einen Rückzug aus dem umstrittenen ostdeutschen Braunkohleabbau in der Lausitz hatte Vattenfall schon in der vergangenen Woche ausgeschlossen.

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/energie-vattenfall-haelt-an-kohle-und-atomkraft-fest_aid_554044.html

Also alles beim Alten ... und genauso schlimm wie bisher.

Schade für Deutschland, schade für Schweden, schade für das Klima.




P.S.:
Wir bleiben auch ... und werden mehr!

Aufruf: global action day 2010

*Für ein ganz anderes Klima! CCS und Emissionshandel stoppen!*

Das internationale Bündnis Climate Justice Action solidarisiert sich mit indigenen Netzwerken aus dem globalen Süden und ruft in der Woche um den 12. Oktober zu Aktionen gegen den klimapolitischen Alltagswahnsinn auf.

Der Kern der internationalen Klimapolitik basiert auf rein wirtschaftlichen Überlegungen. Die im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen „flexiblen Mechanismen“ (Emissionshandel, Joint Implementation JI, Clean Development Mechanism CDM) sind ein komplexes System mit einem einzigen offiziell erklärten Ziel: Die Erfüllung der im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen Emissions-Reduktionsziele für die Industrieländer kostengünstig zu gestalten. Durch zahlreiche Umsetzungsfehler und nicht zu schließende Lücken führen diese Mechanismen insgesamt nicht zu weniger, sondern zu mehr Emissionen.

Gleichzeitig zementieren sie den Status quo unserer fossilen Energie-Infrastruktur und bieten somit auch langfristig keine angemessene Antwort auf den Klimawandel, sondern forcieren ihn im Gegenteil. Die „Flexibilität“ dieser Mechanismen liegt in erster Linie darin begründet, dass sie nur den Emissionsausstoß, aber nicht die Art der Energieerzeugung regelt. Außerdem wird den Industrieländern die Erfüllung ihrer Reduktionsverpflichtungen durch Investitionen in Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern ermöglicht. So können die Industrieländer ihre minimalen Reduktionsverpflichtungen durch den Handel mit Emissionsberechtigungen und den Zertifikaten aus den CDM-Projekten einhalten ohne die Energieerzeugung konsequent von fossilen Großkraftwerken auf dezentrale erneuerbare Energien umzustellen. Die flexiblen Mechanismen sind kein erster Schritt in Richtung einer klimaverträglichen Lebensweise, sondern verbauen den Weg dorthin.

*Eine klimaverträgliche Lebensweise ist nur zu erreichen, wenn die fossilen Brennstoffe im Boden bleiben.*

Neben den flexiblen Mechanismen des Kyoto Protokolls werden Geoengineering-Projekte verfolgt, die ebenfalls keine Lösung, sondern Teil des Problems sind. Eines dieser Projekte ist Carbon Capture and Storage (CCS). Anstatt die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen, soll bis zu 70% des bei ihrer Verbrennung in Großkraftwerken entstehenden CO2 abgeschieden und unterirdisch gelagert werden. Dabei wird ein nicht unerheblicher Wirkungsgradverlust und ein damit einhergehender steigender Bedarf an Rohstoffen in Kauf genommen. Wie schon bei den Unfällen während der versuchten Endlagerung von Atommüll sind auch hier Komplikationen vorprogrammiert. Darüber hinaus wird CCS frühestens in 10-20 Jahren einsatzfähig sein und kann damit keinen Beitrag zum effektiven Klimaschutz leisten. Die Weichen für die Verhinderung der sich selbst verstärkenden Rückkopplungsmechanismen der Klimaerwärmung müssen in den nächsten zehn Jahren gestellt werden. Dennoch will die Bundesregierung dieses Jahr ein äußerst problematisches Gesetz verabschieden, das die Entwicklung und Anwendung dieser teuren und risikoreichen Technologie in Pilotprojekten vorantreibt. Dieses Gesetz muss gestoppt werden! Die Förderung von CCS gibt prinzipiell das falsche Signal. Bereits heute wird der Bau neuer Kohlekraftwerke damit legitimiert, dass sie „CCS-ready“ seien.

*CCS verhindert die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen und zementiert somit wie die flexiblen Mechanismen unsere überholte Energie-Infrastruktur.*


*Wir fordern die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen, eine dezentrale Energieversorgung durch erneuerbare Energien sowie die prinzipielle Infragestellung unserer Produktions- und Konsummuster. Effektiver Klimaschutz hat nichts mit der Schaffung neuer Märkte zu tun. Die Fokussierung auf Wirtschaftswachstum ist keine Lösung, sondern Teil des Problems. Anstatt die Zerstörung unseres Klimas zu einem Finanzmarktprodukt zu machen, mit dem durch Handel und Spekulation auch noch Geld verdient wird, sollte an der Ursache des Klimawandels, am Verbrauch der fossilen Brennstoffen, angesetzt werden.*

*Für ein ganz anderes Klima!*

Sonntag, 19. September 2010

Vattenfall erwägt Verkauf des Kohlekraftwerks Moorburg


Konzern will sich von umweltschädlicher Energieerzeugung trennen - Auch Teilveräußerung eines Kraftwerkblocks ist im Gespräch
Von Martin Kopp, DIE WELT: 18.09.10
Einst wollte Vattenfall mit dem Kohlekraftwerk in Moorburg seine Vormachtstellung als Energieversorger in der Metropolregion Hamburg in Beton gießen. Doch der Bau ist noch gar nicht fertig, da will sich der Konzern schon wieder von dem 2,6 Milliarden Euro teuren Projekt trennen, zumindest nach den Meldungen schwedischer Medien. Die Zeitung "Dagens Nyheter" behauptet, dass der neue Konzernchef Øystein Løseth dem staatlichen Eigner am Montag konkrete Pläne zur Veräußerung von Kohlekraftwerken im Ausland vorlegen will. Laut der Nachrichtenagentur TT will der Aufsichtsrat einen entsprechenden Punkt auf der Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung behandeln. Konzernsprecher Ivo Banek sagte auf Anfrage der WELT: "Die gesamte strategische Ausrichtung ist derzeit in der Diskussion. Da es aber keine Entscheidung gibt, äußern wir uns nicht weiter."
Klar ist aber, dass sich Vattenfall insgesamt nachhaltiger aufstellen will. Erst kürzlich hatte der schwedische Staat dem Konzern eine neue Direktive verpasst, die der Umweltverträglichkeit eine größere Bedeutung beimisst. Demnach soll sich der Konzern vor allem bei seinen Auslandsbeteiligungen stärker für den Ausbau erneuerbarer Energien engagieren. Schon da stellte sich die Frage, was aus den Kohlekraftwerken wird. Außer den 15 Anlagen in Deutschland betreibt Vattenfall solche Kraftwerke auch in Polen, Holland und Dänemark. Von diesen könnte sich Løseth trennen, um den Energiemix seiner Firma grüner anzustreichen.
Sollte ein Komplettverkauf nicht gelingen, gibt es nach Informationen der WELT in Schweden Überlegungen, Kraftwerksbeteiligungen zu verkaufen,etwa indem Produktionsanteile an andere Unternehmen vergeben werden. Beispiel hierfür ist Moorburg.
So hat Vattenfall mit Aurubis einen Vertrag, mit dem der Kupferhersteller eine virtuelle Scheibe an dem Kohlekraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1648 Megawatt erworben hat. Zudem wird offenbar in Stockholm erwogen, einen der beiden Kraftwerksblöcke die derzeit südlich der Elbe entstehen, zu veräußern. Banek sagte dazu lediglich, bei der Neuausrichtung der Vattenfall-Strategie beziehe man "ganz natürlich" auch Überlegungen zu Moorburg mit ein. Ein Verkauf der beiden seit Längerem mit Stillständen kämpfenden norddeutschen Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel wird aber derzeit nicht ins Auge gefasst.
Zugleich gaben Vattenfall und die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bekannt, den Streit über die wasserrechtliche Genehmigung für Moorburg endgültig beigelegt zu haben. Unternehmen und Behörde schlossen vor dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht einen Vergleich. Demnach akzeptiert Vattenfall strengere Sauerstoffgrenzwerte bei der Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe. Dafür darf außerhalb der sauerstoffarmen Zeit mehr Kühlwasser entnommen werden. Vattenfall baut zudem einen Hybrid-Kühlturm, um die Elbe weiter zu entlasten.
Der Präses der Handelskammer, Frank Horch, feierte die Einigung als "Sieg der Vernunft für die Energieversorgung im Norden". Dies sei das "erfreuliche Ende eines unerfreulich langen Streits".