Montag, 30. Juli 2012

Vattenfall fragt, stop-greenwashing antwortet zum GuD Wedel

Dies  ist eine Replik auf die Frage "Worum geht`s" in WELT ONLINE von Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe AG für Hamburg und Norddeutschland.


Hallo Herr Wasmuth,

wenn Sie so nett fragen: „Worum geht`s?"
Dann sage ich Ihnen doch gerne, worum es geht. 

Sie schreiben:
Um den Neubau ebendieser besonders effizienten Kraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, zu fördern, wurde erst vor wenigen Wochen die Vergütung für Wärmelieferungen aus GuD-Anlagen erhöht. Das macht auch den Neubau in Wedel wirtschaftlich.

Das klingt das für Eingeweihte nach einem Witz, aber leider einem schlechten.
Denn es gab ja seinerzeit bereits viele sachkundige Stimmen, die Vattenfall zum Bau eines GuD statt des KoKW Moorburg rieten. Aber im Hause Vattenfall wußte man es besser. Nicht nur, daß sich die Entscheidung für Vattenfall jetzt sowohl vom Bau (statt geplanter 1,7 werden es ca. 3 Milliarden Euro Baukosten) als auch von den Betriebs- bzw. schwindenden Erlösen zum Desaster ausweitet. Nein, Vattenfall hatte auch mit dem Bau angefangen, ohne sich auf legalem Wege eine Baugenehmigung für sog. Moorburgtrasse zu besorgen. Denn das Oberverwaltungsgericht hat Ihre ungesetzlichen Trassen-Pläne vor 2 Jahren entsprechend vom Tisch gefegt.
Heulen Sie jetzt also bitte nicht herum, Herr Wasmuth, daß Sie jetzt noch ein KW brauchen.
Auch grundsätzlich entspricht Ihr Beitrag entspricht nicht annähernd Ihrem sonstigen narrativen Niveau. Sind Sie zur Zeit vielleicht etwas dünnhäutig? Liegt es an der "Rechnung" für das GuD in Wedel, die Sie ohne die WedelerInnen gemacht haben? Also die Menschen, die Sie auch jetzt noch nicht sich trauen anzusprechen? Wo waren Sie denn letzten Donnerstag abend, als Sie, Herr Wasmuth, Ihre Untergebenen nach Wedel schickten anstatt selbst den Menschen dort in die Augen zu schauen? Die Menschen, die Sie vor Ihrer Entscheidung „pro KW-Standort direkt am Wohngebiet“ überhaupt nicht gefragt haben, ob sie ein Teil der schönen grünen Vattenfall Werbewelt sein wollen?
Anscheinend wollen die WedelerInnen es nicht, wie Sie panisch bemerken. Und das aus gutenGründen. Denn es gibt viele gute Gründe, die gegen genau das vonVattenfall geplante 1000 MW Großkraftwerk am Standort Wedelsprechen. Herr Braasch hatte noch nicht mal alle aufgezählt.

Ihre persönliche Replik an Herrn Braasch, Herr Wasmuth, liest sich nett, hat aber keine Substanz. Hätte sie es, würden Sie nämlich in die Öffentlichkeit gehen und sich trauen, mit uns Hamburgern über Ihre Entscheidung zu diskutieren. Den Schneid haben Sie aber nicht, wie auch am vergangenen Donnerstag von Ihren eigenen Leuten offenbart wurde. Traurig.
Aber schön ist, daß Menschen wie Sie nicht mehr alleine in diesem Land über Großprojekte wie einen KW-Bau allein aus finanziellen Gründen (wie hieß es doch am Donnerstag in Wedel: der Einfachheit halber) direkt an einem Wohngebiet entscheiden. Die BürgerInnen und auch noch der Rest an unabhängigen Politikern (die es zwar in der SPD Hamburg nicht mehr gibt, jedoch in Wedel) machen Ihnen nämlich einen Strich durch Ihre Rechnung, die Sie auf Kosten von uns allen aufgemacht haben.

Darum geht es.

Schönen Gruß

Mirco Beisheim

Mittwoch, 25. Juli 2012

Das neue fossile Vattenfall Kraftwerk in SH - gut für die Energiewende?


Hamburg, den 24.07.2012
Wie inzwischen allgemein bekannt ist, plant in Wedel/SH die „Vattenfall Wärme Hamburg GmbH“ mit Sitz in Hamburg den Bau eines neuen fossilen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD) mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). An der GmbH sind Vattenfall zu 74,9% und die Stadt Hamburg zu 25,1% beteiligt.

Vorausgegangen sei laut Aussage der beiden Gesellschafter ein intensiver Entscheidungsprozeß zwischen den Standorten Wedel und Stellingen für das neue Großkraftwerk.

Als Argumente für den Neubau werden von den Gesellschaftern sowohl die Schlagwörter Energiewende, Klimaschutz und der Fernwärmebedarf der Stadt Hamburg angeführt als auch der Ersatz des bisherigen KoKW Wedel durch das neue Erdgas-KW. Für die Standortentscheidung werden primär Gründe einer erhofften Gewinnmaximierung genannt. Zitat der Hamburger Senatorin Jutta Blankau: „Wir haben die Standortfrage vor allem nach der Wirtschaftlichkeit entschieden.“

Weitere Einzelheiten des Projektes bzw. der Entscheidungsfindung sind bisher in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Außerdem haben es die Entscheidungsträger der„Vattenfall Wärme Hamburg GmbH“ versäumt, sowohl die Bevölkerung als auch die Volksvertreter beider Städte in der Bürgerschaft (Hamburg) bzw. Stadtrat (Wedel) in die Phase der Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Dies ist mindestens bedauerlich und schnellstmöglich zu korrigieren, denn betroffen sind beide Städte: die WedelerInnen als direkt von den künftigen Emissionen des neuen Kraftwerks (KW) Betroffene als auch die HamburgerInnen, die als Fernwärmenutzer als Begründung für das neue KW genannt werden und außerdem als SteuerzahlerInnen per indirekter 25,1% Beteiligung sowohl für ein Viertel der Investitionssumme als auch das künftige Betriebsrisiko haften.

Dabei werfen die bisher bekannt gewordenen Schlagwörter „Energiewende“, „Innovation“, Klimaschutz“ und „Fernwärmeversorgung Hamburg“ ohne bisher veröffentlichte Hintergrundinformationen die Frage auf, ob sich damit der Neubau eines fossilen Großkraftwerks mit den bisher veröffentlichten Leistungsdaten am Standort Wedel tatsächlich rechtfertigen läßt.

In diesem Artikel
analysiert der Autor im Rahmen der öffentlich zugänglichen Informationen den Entscheidungsweg und die Hintergründe und arbeitet Fragen heraus, die der Beantwortung bedürfen. 

 

Freitag, 20. Juli 2012

Das Gespenst der steigenden Energiekosten

Nick Reimer schreibt auf "der Freitag" einen lesenswerten Artikel über die Schlagzeilen der vergangenen Woche, welche die Herren Altmaier und Rösler produziert haben.

Es lebe die Umverteilung!

Dienstag, 17. Juli 2012

ACAB – und täglich grüßt das Strafverfahren

Folgender Bericht, bei dem es um ein Strafverfahren in Zusammenhang mit den Vattenfall Cyclassics 2011 geht, erreichte uns:
Man sollte meinen, mehrere glasklare Freisprüche und Verfahrenseinstellungen mit deutlichen Bezügen auf Verfassungsgerichtsurteile müssten reichen, damit die Gerichte es endlich mal sein lassen, aus der Buchstabenkombination ACAB eine eindeutige Beleidigung zu machen. Aber wo der Strafwahn im Vordergrund steht, geht eben doch alles.
Im Sommer 2010 versuchen zwei Kletter-Aktivist_innen mit Transparenten in Bäumen gegen die Vattenfall-Cyclassics zu protestieren. Beteiligungen an den AKW Krümmel, Brunsbüttel und Brokdorf sowie der Bau des Kohlekraftwerks in Moorburg und die Zerstörung der Lausitz für Braunkohletagebau sind Grund genug, Vattenfall als Sponsor des Radrennens auf's Dach zu steigen. Wegen technischer Probleme klappt die Kletteraktion nicht, die Aktivist_innen verlassen die Bäume und werden äußerst unsanft von der Polizei empfangen. Statt die beiden nur wegzuschicken und ihnen Platzverweise zu erteilen, werden sie kurzerhand mitgenommen, getreten, gedemütigt, verletzt und für mehrere Stunden in fensterlose Zellen beim PK 14 in Unterbindungsgewahrsam gesteckt.
Bei der Entlassung unterschrieb eine der zwei Personen das Rückgabeformular für die Entgegennahme der beschlagnahmten Gegenstände mit einer Buchstabenkombination, die von einer Polizistin als „ACAB“ entziffert wurde. Während dieser Vorgang im ersten Polizeibericht noch keinerlei Erwähnung findet, so fühlt sich die Beamtin einige Zeit später dann doch von den Buchstaben auf dem Zettel in ihrer Ehre verletzt und erstattet Anzeige wegen Beleidigung. Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht sind sich gewohnt einig und es ergeht ein Strafbefehl. Der Beschuldigte legt Einspruch ein und es kommt vor dem Amtsgericht Hamburg zum Prozess. Wegen Krankheit kann der Angeklagte zum angesetzten Fortsetzungstermin nicht erscheinen, das Gericht verurteilt ihn trotz vor Verhandlungsbeginn eingereichtem Attest in Abwesenheit zu 50 Tagessätzen. Der Angeklagte wehrt sich dagegen, all seine Beschwerden werden abgewiesen, es bleibt nur die Berufung. Die Staatsanwaltschaft geht ebenfalls in Berufung und begründet dies damit, 50 Tagessätze seien eine zu niedrige Strafe, der Angeklagte sei staatsfeindlich und deswegen müsse er zu 100 Tagessätzen verurteilt werden.
Es kommt zur Berufungsverhandlung, wieder ist die Polizistin als Zeugin geladen. Sie ist sichtlich nervös, ruft im Vorfeld beim Gericht an, bittet darum, auf dem Mitarbeiterparklatz parken zu dürfen und bekommt Geleitschutz zum Saal. Sie leidet unter Burn-out, ist arbeitsunfähig geschrieben und schildert, dass das ganze Geschehen sie sehr belaste. In der erstinstanzlichen Verhandlung habe es vor dem Gericht mehrere maskierte Menschen gegeben, die sie erneut beleidigt hätten und ihr nachgerufen hätten.
Rückblick: Bei der amtsgerichtlichen Verhandlung hatte eine einzelne Person vor dem Gericht gestanden und mit einem Schild „Occupy ACAB – All cops are beautiful“ dafür geworben, sich die Deutungshoheit über das Akronym ACAB anzueignen (http://www.youtube.com/watch?v=88n3IRiCM8E).
Die Verteidigung führt aus, dass zu einer Beleidigung gehört, sich persönlich angesprochen und in der Ehre verletzt gefühlt zu haben. Erst jetzt und auf explizite Nachfrage des Richters bejaht die Zeugin Komp sehr einsilbig („ja“, „ja, klar“), sich persönlich angesprochen und in ihrer Ehre verletzt gefühlt zu haben. Nähere Ausführungen dazu kann sie nicht machen, weitere Fragen der Verteidigung werden verboten. Nichtsdestotrotz hält das Gericht die Angaben der Zeugin für glaubwürdig, will die Beweisaufnahme schließen. Die zuvor durchgesetzte Laienverteidigerin (http://laienverteidigung.de.vu/) kritisiert die Ungleichbehandlung von Polizeizeug_innen vor Gericht und zweifelt die Glaubwürdigkeit der Zeugin an. Zahlreiche Beweisanträge verhindern die vorzeitige Beendigung der Beweisaufnahme, der Prozess wird wieder unterbrochen. Man wolle ja schließlich „nichts über's Knie brechen“ erklärt Richter Dr. Halbach sein Verhalten. Und noch etwas räumt er (sogar protokollfest) ein: Die Deutung „Acht Cola, Acht Bier“ sei ihm durchaus bekannt.
Juristisch ist dieser Fall keineswegs eindeutig, Streitpunkte sind neben der Deutung von ACAB auch die Frage, ob sich eine konkrete Beamtin (mit der der Angeklagte zu keinem Zeitpunkt persönlich zu tun hatte) überhaupt von „all cops“ angesprochen fühlen kann. Immerhin beschreibt „all cops“ ein unüberschaubar großes und nicht klar abgrenzbares Kollektiv (ist also vergleichbar mit „Soldaten sind Mörder“). Außerdem wurde dem Angeklagten das Formular aus der Hand gerissen, eine Beleidigung muss allerdings mit Willen des Täters zur Kenntnis des Beleidigten oder eines Dritten gelangen. Und nicht zuletzt bleiben die Misshandlungen des Angeklagten (mit blutigen Wunden als Folge), weswegen es als durchaus sozialadäquat angesehen werden kann, die Polizeibeamt_innen sehr deutlich zu beschimpfen. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Gericht auch nur minimal für irgendeines dieser Argumente interessiert, wer sich das Theaterstück ansehen will, ist herzlich willkommen.
Fortsetzungstermin ist der 2. August, 10:30 Uhr, Landgericht Hamburg, Eintritt frei, Einlasskontrollen inklusive

Freitag, 13. Juli 2012

CCS: Scholz hört nicht die Signale

Unser erster und einziger BM Scholz ist ein glühender Verfechter von Vattenfall ... und damit auch der CCS-Technologie (sprich: CO2 Abscheidung und Verpressung), einem der grünsten Deckmäntelchen, die Vattenfall versucht um sich zu binden. Außer dem SPD Senat haben jedoch schon viele Menschen (selbst Politiker) in diesem Lande entdeckt, was für ein Rohrkrepierer CCS ist. Deshalb weht Vattenfall sein CCS-Mäntelchen mächtig um die Ohren. Hamburg gehörte aber natürlich zu den Ländern, die Ende Juni im Bundestag für Vattenfall für die Erprobung von CCS stimmten.
Jetzt hat ein Hamburger Energieexperte eine neue Studie dazu veröffentlicht. Leider unwahrscheinlich, daß sie von Kohlaf Scholz zur Kenntnis genommen wird.

Der nachfolgende Artikel stammt aus dem Rundbrief der
GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus

www.lausitzer-braunkohle.de/
 
Weltweite Analyse zeigt: CCS bei Kohlekraftwerken hat keine ZukunftHamburg/Beeskow, 12.07.2012. Der Hamburger Energieexperte Jeffrey H. Michel hat über Monate weltweite Veröffentlichungen zur CO2-Abscheidung an Kohlekraftwerken analysiert und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: CCS wird entweder nicht zur Anwendung kommen oder den Klimawandel sogar verschärfen.
Michel konstatiert eine globale Tendenz dahin, dass die CCS-Projekte statt dem Klimaschutz vor allem einer gesteigerten Öl- und Gasförderung dienen sollen. „Die zusätzlich gewonnenen Brennstoffe emittieren jedoch bei der anschließenden Verbrennung mehr CO2, als durch gespeichertes Kohlendioxid vermieden wird. Diese CCS-Anwendung läuft deshalb dem globalen Klimaschutz zuwider.“ heißt es in der Studie „CO2-reduzierte Stromerzeugung in Kohlekraftwerken“, die heute in deutscher Übersetzung im Internet veröffentlicht wird.
Der Energieexperte stellt darin eine Reihe von Problemen der CCS-Technologie dar, die bisher nahezu kein öffentliches Interesse gefunden haben, darunter der stark erhöhte Verbrauch von Wasser im Kraftwerksprozess. „Begrenzte Wasserressourcen stehen häufig der zusätzlichen Kühlleistung entgegen, die zur CO2-Abscheidung und - Verdichtung vor der Einleitung in unterirdische Lagerstätten aufgebracht werden muss.“ heißt es in dem Papier.
Entgegen der gängigen Vorstellung noch lange verfügbarer Kohlevorräte kommt Michel auch zu dem Schluss, dass weltweit schwindende Kohlereserven die Anwendung von CCS prinzipiell einschränken: „CCS würde deren Verbrauch zusätzlich intensivieren und damit möglicherweise neu errichteten Kraftwerken eine ausreichende Brennstoffversorgung bereits vor Ende ihrer normalen Lebensdauer in Frage stellen.“ schreibt der Hamburger Experte.
Die deutschsprachige Fassung der Studie ist auf der Internetseite heuersdorf.de als pdf-Datei verlinkt:
www.heuersdorf.de/CCS-Studie1.html
Eine englischsprachige Fassung ist verlinkt unter:
www.heuersdorf.de/CCS-Study1.html

Mittwoch, 4. Juli 2012

Vattenfall kauft sich eine Uni und einen Professoren Titel


Hintergrund: in Brandenburg ist der dortige Vattenfall-Prokurist "Prof." Dähnert mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Der Rundbrief der "GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus" berichtet nun, daß sich Dr. Kunze, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Cottbus, sich in einem offenen Brief an den Präsidenten der Universität gewandt und sein deutliches Unverständnis zum Ergebnis der zuständigen Kommission ausgedrückt hat, die Dähnert am 12. Juni in einem nicht veröffentlichten Bericht entlastet hatte.

Zitat:

Dr. Kunze habe sich ein eigenes Bild zu den Vorwürfen gemacht und "kann nach bestem Wissen und Gewissen nicht einen einzigen Grund finden, warum es sich bei der Dissertation nicht um ein Plagiat handeln sollte."

Weiter:

Denn solange dieser geheim und damit nicht nachvollziehbar bleibt, lässt sich der Verdacht nicht ganz ausräumen, es könnte ein Zusammenhang zwischen der Beschäftigung Dr. Dähnerts bei Vattenfall und der siebenstelligen Summen an Drittmitteln Vattenfalls an die BTU, bestehen.
Der offene Brief ist auch im Internet zu finden.


Ehre, wem Ehre gebührt. 

Donnerstag, 21. Juni 2012

Gott behüte uns vor dem Hamburger Abendblatt

Amen.
Manchmal denke ich, mich kann tatsächlich nichts mehr überraschen, was so zum Thema Energie, Klimawandel, Umweltschutz, etc. durch den deutschen Blätterwald rauscht.

Und dann werde ich immer wieder negativ überrascht, daß das Niveau der Beiträge doch noch tiefer sinken kann. Seit heute steht auf der Hitliste der dummen, peinlichen und ignoranten Beiträge der heutige Leitartikel im Hamburger Abendblatt unter der Überschrift: "Mega-Gipfel G20 und Rio+20 bleiben ohne konkrete Ergebnisse. Und das ist gut so" ganz oben auf dem Treppchen.
Gratulation, Herr Egbert Nießler, für diesen Meilenstein der niveaulosen Hetze Beiträge in der Klimadebatte.

Herr Nießler schreibt am Rande über den Umweltgipfel in Rio, in erster Linie jedoch über seine ganz privaten und persönlichen Ansichten über den menschengemachten Klimawandel, dessen Ursachen und Auswirkungen. D.h. genau genommen schreibt er darüber nicht, weil es laut Nießler eben genau solche "Dinge" wie den menschengemachten Klimawandel nicht gibt, sondern er schreibt viel lieber über die Fanatiker, die laut Nießler Tag für Tag Gerüchte über dieses Thema in die Welt setzen. Und ob nun evangelisch, katholisch, freikirchlich, ... : irgendein christlicher Einfluß welcher Art auch immer in seinem Leben muß bei Herrn Nießler tiefe Spuren hinterlassen haben. Anders ist die religiöse Inbrunst Nießlers in seinen Ausführungen gegen die Vertreter des Klimaschutzes für mich nicht zu erklären.  Hier ein Auszug:

Zugleich wurden der Klimaschutz und das Kohlendioxid zu wahren Götzen erhoben. Als ob das Klima sich nicht schon immer geändert hätte. Und wer auch nur darüber nachdenkt, (...), findet sich unweigerlich in der Rolle des ignoranten CO2-Ketzers. Genau wie jene Astronomen, die vor 500 Jahren anzweifelten, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Wo doch Mutter Kirche und 99 Prozent der Berufskollegen fest daran glaubten und Mathematiker in aufwendigen Rechnungen dieses Modell hoch wissenschaftlich bestätigt hatten. Immerhin beschränkt sich die Inquisition heute auf Verbalattacken, und Scheiterhaufen sind außer Mode gekommen.
 usw. usw.

Es ist ja nicht so, daß mensch nicht jeden Tag im Internet-Kommentaren und in Leserbriefen auf genau dieses armselige Niveau von Beiträgen zur Klimadebatte stoßen könnte. Das ist noch nicht mal mehr ein Schulterzucken wert, denn es gab und gibt halt Ewiggestrige zu jedem Thema. Aber diese völlige Ignoranz von Fakten derart polemisch und einseitig in einem Schmutz- Leitartikel in einem selbst ernannten "Bildungsmedium" zu finden, ist denn doch eher die Ausnahme. Hoffen wir, daß es in den Axel Springer Blättern nicht die Schule macht, nachdem die BILD mit der "Fahrenholt-Story" den Anfang machte.

P.S.: Ausnahmsweise verzichte ich in diesem Beitrag auf stop-greenwashing mit Hinweisen zu Quellen, die den Fakt des menschengemachten Klimawandels belegen. Zu der Faktenlage ist nun wirklich alles gesagt, und wie Herr Nießler mal wieder beweist, kann man mit Ignoranten dieser Fakten auch nicht objektiv diskutieren. An dieser Stelle sei nur auf den Report "Global, aber gerecht. Klimawandel bekämpfen, Entwicklung ermöglichen." verwiesen, eine sehr lesenswerte Publikation.

Dienstag, 22. Mai 2012

Samstag, 19. Mai 2012

DIE WELT als Vattenfalls Sprachrohr

Bereits vor ein paar Tagen schrieb stop-greenwashing darüber, daß DIE WELT aktuell eine Kampagne gegen den städtischen Versorger "Hamburg Energie"(HE) fährt.
Hintergrund: HE nimmt Vattenfall seit Anfang 2012 immer mehr Kunden ab, weil HE einen echten Ökostrom-Tarif preislich unter dem mit Kohle- und Atomstrom gespeisten Grundtarif von Vattenfall anbietet. Immer mehr Kunden (aber es können gerne noch mehr sein) wechseln deshalb in Hamburg von Vattenfall zu HE.
Da DIE WELT und namentlich der Urheber des Artikels "Fragwürdige Geschäfte mit Hamburg Energie“, Martin Kopp, sich schon immer primär einseitig pro Vattenfall äußert, liegt der Verdacht nahe, daß die Initiative für den oben genannten ersten Artikel auch indirekt von Vattenfall ausging. Auch wenn Vattenfall in dem Artikel nur am Rande genannt wurde. Denn bei sehr guten Werbekunden für den Axel Springer Verlag ist der Draht zur Chefredaktion der WELT sicherlich sehr kurz.
Jetzt geht die Kampagne mit einem neuen Artikel unter der Überschrift "Stromanbieter erzürnt über Hamburg Energie" weiter, und jetzt meldet sich (surprise, surprise) Vattenfall direkt zu Wort. Dieser arme, kleine, vom freien Markt gebeutelte Energiekonzern, auf den doch alle immer so zu Unrecht schimpfen. Entsprechend wehleidig klingt denn auch das Statement von Herrn Kleimeier, dem Pressesprecher von Vattenfall Hamburg (Zitat):

Auch unsere Berechnungen ergeben, dass Hamburg Energie im Stromvertrieb Verluste einfahren müsste. Damit würde der Wettbewerb ausgehebelt, und das ist nicht in Ordnung“, sagte Vattenfall-Sprecher Stefan Kleimeier der „Welt“. 

(mal abgesehen davon, daß Vattenfalls Berechnungen in der Praxis gerne mal um ca. 1 Milliarde von den Planzahlen abweichen können):
Was Herr Kleimeier nicht sagt (verständlich, weil Verschweigen von unschönen Wahrheiten sein Job ist), aber auch Herr Kopp nicht sagt (verständlich, weil wir das von ihm nicht anders kennen):
die Preiserhöhung von Vattenfall am Jahresanfang 2012 war durch nichts gerechtfertigt (außer durch Profitmaximierung). Denn die EK-Preise für Vattenfall sind letztes Jahr sogar gesunken. So läßt sich jedoch auch das aus Sicht Vattenfalls hervorragende Geschäftsergebnis erklären (Zitat Handelsblatt):
 Wie das auch in Deutschland aktive Unternehmen am Donnerstag mitteilte, stieg der Nettogewinn nach dem Einbruch 2011 im ersten Quartal um 92,4 Prozent auf rund 13,9 Milliarden Kronen (rund 1,56 Milliarden Euro) gegenüber 7,2 Milliarden Kronen zwölf Monate zuvor.

Und natürlich sagen weder Herr Kleimeier noch Herr Kopp etwas über die happige Finanzspritze, welche die Hamburger SPD dem Vattenfall Konzern durch die unsinnige und von Experten abgelehnte 25,1% Beteiligung „in den Allerwertesten“ schiebt. Sind ja auch bloß ein paar Hundert Millionen.
Aber darüber zu berichten paßt nicht in die Kampagne der WELT und ist wahrscheinlich auch für Herrn Kopp eine Nummer zu groß.

Wie sagte doch Vattenfall Sprachrohr Kleimeier weiter in seinem Statement in der WELT:
„Für Hamburgs Steuer- und Gebührenzahler dürfte dieses ein schwacher Trost sein“, sagte Kleimeier.
 Dem hat stop-greenwashing nichts mehr hinzuzufügen. 


Nachtrag 25.05.2012: in einem unaufgeregten sachlichen Artikel berichtet das Abendblatt heute über Fakten zum Geschäft von Hamburg Energie





Donnerstag, 17. Mai 2012

Fragwürdiger Journalismus mit Martin Kopp



WELT-Schreiberling Martin Kopp fällt immer wieder mit einerseits fehlendem Wissen auf, wenn er in der WELT über das Thema Energie in Hamburg schreibt. Zum anderen läßt sich aus seinen Artikeln (zurückhaltend gesagt) stets eine gewisse Sympathie für den Hamburger Monopolisten und Platzhirschen Vattenfall herauslesen. Nun präsentiert uns Kopp eine Neuerung. Nein, damit ist leider nicht gemeint, daß Kopp jetzt auf einmal Ahnung von dem hätte, über das er schreibt (wenn es um das Thema "Energie" geht). Sondern er schreibt einfach einen Mitbewerber von Vattenfall so schlecht, daß Vattenfall auch (fast) ungenannt gut dasteht.

Worum geht es in Kopps neuestem Machwerk unter dem Titel "Fragwürdige Geschäfte mit Hamburg Energie" ?
Vordergründig um eine undurchsichtige Finanzierung des städtischen Energieversorgers Hamburg Energie. Kopp schreibt dazu (Zitat):
Dem 2009 von der schwarz-grünen Regierung gegründeten staatlichen Stromlieferanten Hamburg Energie (HE) werden wettbewerbsverzerrende Praktiken vorgeworfen. Das Unternehmen soll aufgrund staatlicher Unterstützung mit besonders günstigen Strompreisen auf Kundenfang gehen.

Nach dieser Einleitung folgt eine vielzeilige Auflistung von möglichen und unmöglichen Dingen, mit welchen die Stadt Hamburg scheinbar HE unrechtmäßig unterstützt. Auffällig: ein konkreter Vorwurf an die Verantwortlichen (im Fall, daß diese Vorwürfe zuträfen), namentlich SPD-Bürgermeister Scholz, SPD-Senatorin Blankau oder SPD-Fraktionschef Dressel, allesamt qua Amt und Dank absoluter Herrschaft in Hamburg auch die Herrscher über HE, unterbleibt im Artikel.

Stattdessen präsentiert uns Kopp als "Höhepunkt" des „Skandals“ folgendes (Zitat):
Zudem will HE-Geschäftsführer Michael Beckereit schon 2012 schwarze Zahlen schreiben. Brehmer: "Das ist angesichts der geringen Größe des Unternehmens und der niedrigen Tarife auffällig."
Ein zu 100% städtisches Unternehmen, das schwarze Zahlen schreibt? Es darf nicht sein, was nicht sein kann! Denn: so etwas macht sich gar nicht gut in der gemeinsamen Kampagne der WELT mit dem SPD Bürgermeister Scholz für sein 25,1% Beteiligungsmodell an Gesellschaften von Vattenfall und E.ON gegen die 100% Rekommunalisierungs-Volksinitiative von "Unser Hamburg, Unser Netz".

Sie glauben nicht an eine Kampagne? Na, dann schauen Sie mal HIER und HIER. Gemeinsam mit dem Artikel von Kopp gleich drei Artikel in drei Tagen pro Scholz und seine vermeintliche Energiewende ohne jegliches kritisches Hinterfragen oder das zu Wort kommen lassen von Vertretern der Volksinitiative sprechen eine ziemlich eindeutige Kampagnen-Sprache. Als Sahnehäubchen gibt es HIER noch eine nette Büttenrede dazu. Zitat:
Das ist folgerichtig und entspricht dem Arbeitsstil von Bürgermeister Olaf Scholz und seinem Senat, die angekündigten Vorhaben im Sinne guter handwerklicher Politik Zug um Zug umzusetzen. 
Das geht doch runter wie Öl ... zumindest bei Herrn Scholz, nehme ich an.
Aber nochmal zurück zu Herrn Kopp.
Vielleicht ist an den von Kopp kolportierten Vorwürfen auch etwas dran. Aber der Autor kann sich nicht erinnern, von Herrn Kopp auch nur einmal einen annähernd so kritischen Artikel über die Beteiligungsverträge der SPD mit Vattenfall und E.ON gelesen zu haben. Bei diesen geht es um die ca. 50fache Geldmenge seitens der Stadt Hamburg als Unterstützung  für zwei privatwirtschaftlich geführte Konzerne.
Daher bleibt es dabei, wie ich bereits einmal schrieb: Kopp macht sich keinen Kopf. 

Dienstag, 10. April 2012

Atomkraftwerke retten das Weltklima!

Das sagen zumindest die AKW-Betreiber immer wieder in ihren Lobby-Aussagen, weil ja die AKW nur durch neue Kohle- und (Erd)Gaskraftwerke ersetzt werden könnten.
Die Realität sieht anders aus:
Zitat:
Trotz Atomausstieg und starker Konjunktur: Industrie und Energieversorger in Deutschland haben 2011 weniger Kohlendioxid ausgestoßen als im Vorjahr - und blieben unter der erlaubten Grenze.

Das berichtet SPIEGEL online in einem Artikel aufgrund einer Mitteilung des Umweltbundesamtes (UBA).

Donnerstag, 29. März 2012

Vattenfall will nicht, weil Vattenfall nicht kann ....

... oder kann Vattenfall nicht, weil Vattenfall nicht will?

Auf jeden Fall will jetzt tatsächlich das Schleswig-Holsteinische Justizministerium nicht mehr bitten müssen, ob es von Vattenfall informiert wird, was mit den AKWs Brunsbüttel und Krümmel passiert.

Das schreibt jedenfalls WELT ONLINE in dem Artikel "Atomaufsicht fordert von Vattenfall Abbaukonzepte für AKWs".
Zitat:

Nun zu hören, dass Vattenfall trotzdem noch nicht einmal entscheiden könne, ob der Betreiber einen Rückbau der Kraftwerke oder einen sogenannten sicheren Einschluss bevorzugt, sei nicht nachvollziehbar. 

Mittwoch, 28. März 2012

Geht uns aus der Sonne!

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...

Quelle: http://news.galileosolar.de/2012/02/27/darum-geht-uns-aus-der-sonne/

Samstag, 17. März 2012

Vattenfall sucht Experten - stop greenwashing steht bereit!

Sehr geehrter Herr Hatakka,

mit großem Interesse haben wir Ihren öffentlichen Aufruf gelesen, daß "internationale Experten Vorschläge für eine bessere Informationspolitik" für Ihr Unternehmen Vattenfall machen sollen (HH Abendblatt vom 15.3.2012). Wegen dieser dummen Panne mit diesen blöden Fässern. Konnte ja auch keiner ahnen, daß das so ins Rollen kommt, nicht?

Ach, Herr Hatakka, haben Sie schon mal so ein internationales Experten Team bei der Arbeit erlebt? Z.B. in Kopenhagen, in Rio oder in Durban?
Ehrlich, da kommt doch nix bei rum, was Sie und uns zufrieden stellt, geschweige denn glücklich machen wird.

Daher, was die von Ihnen gesuchten Vorschläge an sich angeht, so möchte Ihnen das Team von "stop-greenwashing" die Suche nach Lösungen für eine bessere Informationspolitik erheblich vereinfachen. Denn wir von stop-greenwashing arbeiten ja schon seit mehreren Jahren an eben dieser besseren Informationspolitik für Ihr Unternehmen. Eines von vielen Beispielen dafür finden Sie HIER oder HIER oder HIER. Und natürlich, wenn Sie die vielen Einträge hier bei stop-greenwashing.org lesen. Ganz selbstlos und kostenlos. Aber nicht umsonst, denn viele Menschen glauben inzwischen unseren Informationen und nicht mehr den noch-Märchenerzählern PR-"Experten" aus Ihrem Hause. Die machen das ja auch nicht ganz so selbstlos wie wir, sondern werden für die netten einlullenden Worte von Ihnen, Herr Hatakka, bezahlt (auch wenn das manche Medienvertreter ja immer noch nicht ganz durchschaut haben) ... denn wie heißt es so schön: wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing. Aber kommen wir zurück zu Ihrem Wunsch nach internationalem Expertenrat.

Lieber Herr Hatakka, ich möchte Ihnen folgenden Vorschlag machen: ersparen Sie sich und uns das lange Suchen und nehmen Sie uns von "stop-greenwashing"  für Ihre künftige Informationspolitik!

Ganz gleich ob es die alten Medien wie Print, ob es Bewegtmedien wie youtube oder die heutzutage immer mehr wachsenden sog. "social media channels" wie blogs, Twitter und Facebook sind, über all diese Medien versorgen wir bereits jetzt die Menschen mit all den Informationen, die Ihre bisherigen (man muß es leider so offen sagen) absolut überforderten Kommunikations- und Informations-"Experten" nicht in der Lage oder willens sind zu liefern.

Wie Sie unschwer sehen werden, scheuen wir uns auch nicht vor der direkten Konfrontation und stehen für Information und Transparenz auch dann ein, selbst wenn eine manchmal leider fehlgelenkte Staatsmacht diese zu unterdrücken sucht. Einen solchen Einsatz haben wir von Ihren PR-Spezis bisher noch nicht feststellen können (auch wenn wir die zukünftigen Kollegen hier keinesfalls mobben möchten ... ).

Dabei verlieren wir jedoch nie selten unseren Humor und stellen uns auch in spontanen Situationen gerne dem Dialog. Denn es geht uns um die Sache, nicht um uns persönlich. Auch wenn wir dabei dann unsere tiefe innere Überzeugung vertreten. Aber gerade dadurch haben wir unsere gewinnende "Ausstrahlung" ... ein Merkmal, daß ja gerade in Ihrem Geschäft ein wichtiges Thema ist (Sie verstehen, Herr Hatakka, lol).

Wir können Ihnen sagen, wir sind ab sofort für Sie da, Herr Hatakka. Offen gesagt sehen wir uns quasi bereits in Ihrem Team. Eine offizielle Beauftragung ist da nur noch Formsache und bedarf es aus unserer Sicht auch gar nicht. Wir für unser Teil machen einfach weiter wie bisher. Es gibt ja auch schon zahlreiche sichtbare Erfolge!

Aber wenn Sie und/oder Ihre internationalen Experten mal einen Rat brauchen, wie Sie Ihre Informationspolitik verbessern können: jederzeit und herzlich gerne. Sie finden uns auf allen Kanälen.

Herzlichst

Mirco Beisheim

für "stop-greenwashing" weltweit

Donnerstag, 8. März 2012

Vattenfall macht `nen Fass auf ... und gesteht nichts

Wenn das kein Timing ist:
punktgenau am Tag der Vorstellung des Programms der Vattenfall Lesetage 2012 ließ gestern eine Meldung aus Brunsbüttel aufhorchen und erinnert an Vattenfalls Kerngeschäft:
Seit Dezember vertuscht laut WELT online der Energiekonzern, dass auf dem Gelände seines Schrottreaktors Brunsbüttel Atommüllfässer vor sich hin rosten. 
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article13908578/Atommuell-Faesser-rosten-im-Boden-vor-sich-hin.html
Interessant übrigens die Pressemitteilung von Vattenfall. In der heißt es:
“Der Vorgang wurde dem Justizministerium in Kiel als zuständiger Aufsichtsbehörde am 11. Januar 2012 mitgeteilt.”
Die Wahrheit lautet nach Presseberichten:
“Erst nachdem der TÜV-Nord am 10. Januar die Atomaufsicht informierte, reagierte Vattenfall am Tag darauf auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Kieler Ministerium.” 
Mit dieser Meldung im Hinterkopf lässt sich das Programm der Vattenfall Lesetage doch besonders gut genießen.
Wer sich ein Lesevergnügen gönnen möchte, bei dem deutlich weniger Restrisiken und Kollateralschäden vertuscht werden als bei Vattenfall, sei an das Programm von Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen (vom 18. 4. - 27. 4. ) erinnert. Auf  www.lesetage-selber-machen.de  sind bereits rund 40 Veranstaltungen zu finden.



Nachtrag:
auch das Hamburger Abendblatt berichtet über den Vorfall. 

Man sollte als Leser hinter dieser markigen Überschrift jedoch nicht allzu viel Kritik des zuständigen Journalisten erwarten. Denn die einzige Passage des Artikels, die sich mit Vattenfalls Fehler befaßt, lautet: 
Vattenfall räumt nun den Kommunikationsfehler ein. „Die verspätete Information an die Aufsichtsbehörde ist nicht akzeptabel und wird unternehmensintern analysiert und aufgearbeitet“, kündigte der Konzern am Mittwoch in einer Pressemitteilung an.
Ah ... Kommunikationsfehler?! Mal abgesehen davon, daß wir das von Vattenfall schon kennen .... könnte mensch doch eigentlich auf den Gedanken kommen, daß es sich bei diesem Vorfall nicht nur hauptsächlich um einen fehlerhaften Umgang mit radioaktivem Abfall handelt!

Aber wie schrieb stop-greenwashing bereits gestern: Hamburger Klüngel

Nachtrag 2:
freundliche LeserInnen haben uns darauf aufmerksam gemacht, daß das HH Abendblatt seine Überschrift inzwischen geändert hat: Verrostete Atommüll-Fässer - Ärger über Vattenfall

Damit doch solche Leute wie wir nicht etwa auf die irrige Meinung kämen, Vattenfall habe auch nur irgendeine Art von Fehler gemacht ... bzw. können  wir uns auch sehr gut vorstellen, daß jemand von Vattenfall beim HH Abendblatt angerufen und gesagt hat: "Was schreibt ihr denn da von wegen "wir gestehen einen Fehler ein"?! Ändert das mal, aber ganz fix!" Ist nur ein Gedankenspiel ....

Mittwoch, 7. März 2012

Hamburger Klüngel: Abendblatt und Vattenfall

Freundschaft ist etwas wertvolles, das nicht vorschnell aufgegeben werden soll. Wenn man sich aber die falschen Freunde aussucht, verkehrt sich diese positive Einstellung leider ins Gegenteil.

Das gilt nicht nur für Bundespräsidenten, sondern gerade auch für die Medien. Aktuelles Paradebeispiel: Hamburger Abendblatt und Vattenfall.

Da deckt am 28.2. das ZDF Journal Frontal21 einen Skandal um die MVR Müllverwertung Rugenberger Damm auf.
In dem Bericht „Millionenprofite mit Abfallgebühren“ hat Frontal21 u.a. die Bilanz der MVR untersucht. Die MVR wird betrieben durch die Vattenfall Europe New Energy als Mehrheitsgesellschafterin mit 55%, sowie der Stadtreinigung Hamburg und der EWE AG als weitere Gesellschafter. Frontal21 hat festgestellt, daß die MVR und damit hauptsächlich Vattenfall im Jahr 2010 durch überhöhte Müllgebühren eine Umsatzrendite von sagenhaften 42,5 Prozent erwirtschaftete.
Diese Gebühren sind jedoch laut Frontal21 gesetzeswidrig, da Gebühren nach den Kommunalabgaben-gesetzen der Länder lediglich kostendeckend sein dürfen.

hier geht es zum Filmbeitrag:
hier als PDF-Manuskript:

Gegenüber Frontal21 verweigert die zuständige Senatorin Blankau eine Erklärung. Hier soll offenbar eine vor allem für Vattenfall lukrative Geschäftsbeziehung zwischen der Stadt Hamburg und Vattenfall nicht gestört werden.

Eigentlich ein gefundes Fressen für eine regionale Medienmacht, in diesem Falle das Hamburger Abendblatt. Aber ein Bericht im Hauptteil der Zeitung seitdem: Fehlanzeige.

Verschämt platziert wird nur eine kurze Notiz im Harburger Regionalteil:
http://mobil.abendblatt.de/region/stade/article2202329/Vertraege-muessen-neu-auf-den-Tisch.html  

Ach ja, wer ist nochmal der letzte verbliebene Medienpartner der Vattenfall Lesetage 2012 (nachdem sich der NDR letztes Jahr zurückgezogen hat)?

Antwort: das Hamburger Abendblatt

in Köln heißt es zur Karnevalszeit:
Echte Freunde stehen zusammen, stehen zusammen so wie "Jott und Pott"  ....

in Köln kennt man aber auch den Kölscher Klüngel:
Zitat Wikipedia: Als Kölner Klüngel, Kölscher Klüngel oder einfach Klüngel wird in Köln, und mittlerweile auch im allgemeinen Sprachgebrauch, ein System auf Gegenseitigkeit beruhender Hilfeleistungen und Gefälligkeiten bezeichnet. Es kann zur Vermischung von gesellschaftlichen, politischen und industriellen Interessen führen, somit zur Korruption mutieren

Das Hamburger Abendblatt hat anscheinend nicht bemerkt, daß wir uns bereits in der Fastenzeit befinden ...


 

Dienstag, 21. Februar 2012

Abgezockt von RWE, EnBW, Eon und Vattenfall

Vor ein paar Tagen ging die Meldung durch die Presse, daß die Gefahr eines sog. "blackouts" in diesem kalten Jahresbeginn nicht durch technische Probleme, Windstille, Sonnenfinsternis oder abgesperrten Gashähnen ausging. Nein, die Gefahr ging von der Profitgier der Stromhändler-Abteilungen der großen 4 Versorger aus, die ja immer noch den überwiegenden Teil der deutschen Haushalte versorgen und die regionalen Netzgesellschaften beherrschen (siehe auch diesen Beitrag vom 9.2.). Diese Stromhandelsabteilungen haben in einer offensichtlich abgesprochenen Aktion dafür gesorgt, daß fast die gesamte ständig vorgehaltene Reservekapazität an Regelenergie dafür genutzt werden mußte, nach dem heutigen Stand des Wissens bewußt falsche Lastprognosen der Stromhändler auszugleichen. Der Vorgang ist im wahrsten Sinne des Wortes abgezockt. Bei den Klimarettern wird er verständlich erläutert.

Wie hieß es doch am 05.01.2012 in einem lobhudeligen Artikel in der Zeitung "DIE WELT":
"Energiehandel wird für Vattenfall immer wichtiger"

Zitat: "Und es ist so etwas wie der perfekte Markt, denn alle Marktteilnehmer haben den gleichen Wissensstand", sagt Geschäftsführer Winter [von Vattenfall]. "Wir sind alle leidenschaftliche Anhänger der Marktwirtschaft."
Soviel Leidenschaft muß uns unter den obigen Geschehnissen Sorge bereiten. Am Ende des Artikels stand übrigens der Satz:
Deshalb müssen die Energiehändler den Strombedarf möglichst weit in die Zukunft vorausberechnen können.


Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing ... die XX.

Immer wieder bemerkenswert, wie gerade Vattenfall seine (finanziellen) Mittel einsetzt, um unter dem Deckmantel vermeintlich unabhängiger Gutachten seine Industriepolitik durchzusetzen.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit passierte mal wieder in Brandenburg, Vattenfalls Vorzimmer Braunkohlekammer. denn Brandenburgs Energie-Gutachter, die ein Gutachten für das Land erstellen sollten, bekamen gleichzeitig Geld von Vattenfall für ein Vattenfall Gutachten - zum gleichen Thema.

 HIER geht es zum entsprechenden Beitrag auf den Seiten der Klima-Allianz.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Herrschst Du noch oder teilst Du schon?

Eher herrschen ... zumindest was die Beherrschung der Versorgung deutscher Haushalte durch E.ON, ENBW, Vattenfall und RWE angeht.

Zitat: Auch nach dem Atomausstieg dominieren die großen vier Konzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall den deutschen Energiemarkt. Etwa 25 Millionen Haushalte (63 Prozent) liegen in den insgesamt 131 Netzgebieten, die ganz oder - durch Beteiligungen am jeweiligen Netzbetreiber - teilweise im Besitz der Konzerne sind. Ihr Einfluss konzentriert sich vor allem auf bevölkerungsreiche Ballungsräume wie Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Essen oder Bremen.

 Die ganze Nachricht findest Du hier.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Was "M" wohl dazu sagt?

Wenigstens war es nicht James, der sich zu solch miesen Methoden hat hinreißen lassen wie seine (privaten) Kollegen in der Schweiz und in Frankreich.

In der Schweiz nämlich hat die Firma Securitas im Auftrag des Nestle Konzerns Mitglieder von Attac ausspioniert. 

In Frankreich haben ebenfalls private Schnüffler im Auftrag von EDF bei greenpeace "reingeschaut".

Ob solcher Methoden fühle ich mich wie geschüttelt.