Montag, 14. März 2011

Gruß aus einer anderen Zeit

Wie wenig sich der Lauf der Welt an die Regiebücher der Kernkraftwerksbetreiber hält, wird uns in diesen Tagen erneut vor Augen geführt.


In den Regiebüchern der japanischen AKW-Betreibern stand jedenfalls nicht von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und auch nichts von einer durch diese Stärke ausgelösten Flutwelle.

Leider haben sie aber vegessen, daß Drehbuch an unseren Planeten weiterzugeben. Und weil das so ist, kommt nun zusätzlich zum Entsetzen über den tausendfachen Tod und die Zerstörung in Japan die Sorge über die Entwicklung in den AKWs, hauptsächlich in dem Reaktor Fukushima I und III.

In Deutschland tritt das Unglück und die Ungewißheit keine Schlammlawine, sondern eine Greenwash-Lawine los. Man kann quasi sehen, wie sich die verantwortlichen Politiker bei der Antwort auf die Frage winden, was denn nun die aktuelle Situation in Japan für Deutschland bedeute.

Leugnen, daß es nicht beherrschbare Probleme gibt?
Schwer möglich angesichts der Bilder und Nachrichten aus Japan.

Zugeben, daß es nicht beherrschbare Probleme gibt?
Schwer möglich angesichts des Konflikts, den "unsere" Regierung mit der Laufzeitverlängerung geschaffen hat und den Argumenten, die man dafür aus der Mottenkiste geholt hatte: Brückentechnologie, sicher, CO2-freie Energiegewinnung, usw.

Gerne wird von "aufgeklärten" AKW-Befürwortern dann der ex-Greenpeacer Patrick Moore zitiert,
der später mit Greenpeace gebrochen hat (bzw. Greenpeace mit ihm) und der zu einem glühenden strahlenden Verfechter der Atomenergie wurde. Nachzulesen ist das z.B. in einem Artikel aus der Welt vom 01.08.2008, der auch online zu lesen ist: 

Die Atomenergie ist sicher


Tja, genauso, wie die Artikelüberschrift mal wieder von der Realität widerlegt wird, widerlegt die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien die Aussage Moores "Deutschland kann nicht gleichzeitig Atomkraftwerke abschaffen und CO2-Ziele einhalten - Damit ruiniert sich eine große Industrienation". Genauso wie diese beiden Aussagen ist der ganze Kommentar eines: gefährlicher Quatsch! Das war er auch schon 2008. Aber heute mutet der ganze Kommentar wie ein Griff in Mottenkiste an. Daß er das ist, kann man auf diesem blog unter Energiepolitik nachlesen. Ich spare mir hier daher die Aufzählung der ganzen Falschaussagen und - annahmen von Moore.

Bleibt nur noch, auf Moores Frage zu antworten:
Wird es nicht Zeit, dass die Umweltbewegung einsieht, dass die Atomenergie keine Bedrohung ist, sondern das Zukunftsversprechen einer sicheren, sauberen Energie und die machtvollste Technologie, über die wir verfügen, um fossile Brennstoffe zu ersetzen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren?
Nein, Herr Moore, die Umweltbewegung wird angesichts von explodierenden Atomkraftwerken nicht einsehen, daß die Atomenergie keine Bedrohung für das Leben auf unserem Planeten ist! Wir glauben an das, was wir sehen, und nicht an das greenwashing und brainwashing von Energie-Lobbyisten.

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