Dienstag, 28. Januar 2014

frech, frecher, Vattenfall Sprech

Wenn die Personen, die für die öffentlichen Äußerungen und die öffentliche Darstellung von Vattenfall verantwortlich sind, nicht charakterlich so mies wären, wie sie es sind ... man könnte fast noch lachen. Aber so kann man sich nur wieder bestätigt fühlen, auf die Aussagen dieser Personen keinen cent zu setzen.

Die Vattenfall Öffentlichkeitsarbeiter verblöden sich nicht, auf der Lobby-Seite für das neue geplante fossile Gaskraftwerk in Wedel folgendes Zitat eines Greenpeace Mitarbeiters zu setzen:
"Neue Kohlekraftwerke werden in Deutschland nicht mehr gebraucht. Somit würde es [ein geplantes Kohlekraftwerk in Stade] in Zukunft den Ausbau von Erneuerbaren Energien behindern und die Energiewende um Jahrzehnte zurückwerfen. Die Stadt Stade soll die bauplanerischen Tätigkeiten für ein Kohlekraftwerk einstellen, und den Weg für ein hocheffizientes Gas- und Dampfkraftwerkes ebnen."
Holger Becker, Greenpeace Hamburg
 Siehe hier unten rechts:
 

Mal abgesehen davon, daß ich mehr als 1 cent darauf setze, daß Vattenfall den Herrn Becker nicht um seine Zustimmung gefragt hat.

Nein, die Frechheit besteht darin, daß Vattenfall landauf landab immer wieder sagt, wie wichtig neue Steinkohlekraftwerke (Moorburg) und auch Braunkohlekraftwerke (Lausitz) seien.

Aber hier, auf dieser InformationsWerbeseite für ein riesiges Gaskraftwerk, das zusammen mit dem noch größeren Kohlekraftwerk Moorburg das bisherige kleine Kohlekraftwerk ersetzen soll ... da zitieren die Vattenfaller auf einmal Greenpeace.

Da bleibt eigentlich nichts mehr zu sagen als "ist der Ruf erst ruiniert ... "

Traurig nur, daß einem die gewählten Volksvertreter wie ein Olaf Scholz in Hamburg oder auch ein Schmidt in Wedel ein Unternehmen wie Vattenfall immer noch als "Partner" verkaufen möchte.

Donnerstag, 23. Januar 2014

RWE-Chef Terium und die Ersatzbank

Im Handelsblatt "droht" RWE-Chef Terium mit dem Abschalten von Atomkraftwerken. Worin da die Drohung liegt, erklärt er nicht. Aber er bemüht in seinem Statement auch die Fußballsprache und spricht von seinen AKWs als "starke Ersatzbank".

Da nehmen wir doch gerne den Ball auf und erklären Hr. Terium: AKWs als eine starke Ersatzbank für den Ausbau der Erneuerbaren zu bezeichnen ist so als wenn der Trainer der Fußballmanschaft des FC Bayern die Spieler aus der Basketballmanschaft des gleichen Vereins als Ersatz auf die Bank setzt.

Eigentor, Herr Terium.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Vattenfall sehr zufrieden mit dem Netze-Deal in Hamburg

PM der Vattenfall SE, Stockholm:

Heute dürfen wir Ihnen das überaus erfreuliche Ergebnis der Verhandlungen zwischen uns und dem Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz mitteilen. Wir haben äußerst hart verhandelt, können aber zufrieden feststellen, daß wir alle unsere Wünsche auch umsetzen konnten:

  1. Es ist uns gelungen, die überaus schlechte Verhandlungsposition nach dem verlorenen Hamburger Volksentscheid insbesondere beim Hamburger Fernwärmenetz in einen Vorteil umzumünzen, indem wir die Verhandlung über die Fernwärme mit dem Stromnetz verknüpft haben, bei dem Olaf Scholz unter erheblichen Zeitdruck stand. Schön!
  2. Es ist uns auch beim Stromnetz gelungen, Olaf Scholz dazu zu bringen, über den eigentlichen Wert des Stromnetzes hinaus zusätzlich einen Kredit von ca. 230 Millionen an Hamburg abzutreten. Dadurch haben wir einen fast 20% Aufschlag auf den realen Wert realisieren können. Aber das käme nur an die Öffentlichkeit, wenn Scholz die Bewerbung um die Konzession verlöre und ein neues transparentes Bewertungsverfahren mit dem neuen Konzesionär stattfände. In dem Fall bliebe die Stadt Hamburg auf einem satten Minus sitzen, was dann wiederum uns in einem schlechten Licht dastehen ließe. Aber das ist uns a) egal, und b) dieser Fall ist äußerst unwahrscheinlich, da die Stadt HH die Konzession erhalten wird und somit eine neue Bewertung entfällt. Schön!
  3. Bei der Fernwärme ist es uns ebenfalls gelungen, eine neutrale öffentliche Wertermittlung zu vermeiden, was unsere Verhandlungsposition sehr geschwächt hätte. Da auch Olaf Scholz (aus nachvollziehbaren Gründen ….) keinen Wert auf eine neue transparente, neutrale Wertermittlung legte, konnten wir uns schnell einigen: es wurden Mindestpreise vereinbart, die auf jeden Fall zu zahlen sind. Sollte es daher zu dem Fall kommen, daß möglicherweise eine künftige andere Hamburger Regierungskonstellation doch noch ein Interesse an einer Wertermittlung hätte … kann uns das wieder egal sein, denn Mindestpreis ist Mindestpreis … und dieser Mindestpreis ist aus Sicht unserer Aktionäre herrlich hoch. Besonders vor dem Hintergrund, daß wir von der Stadt ja schon 130 Millionen für das GUD Wedel erhalten haben, das wir jetzt nicht mehr bauen müssen. Schön!
  4. GuD Wedel: wie gesagt gibt es die erfreuliche Nachricht, daß wir diese blödsinnige Idee von Olaf Scholz nicht mehr finanzieren müssen. Stattdessen dürfen wir die 130 Millionen aber trotzdem behalten, die uns HH dafür ja schon bezahlt hatte. Schön!
  5. Außerdem dürfen wir Ihnen mitteilen, daß es uns gelungen ist, die Gültigkeit dieses häßlichen Konzessionsvertrages von 1994, der uns ab 1.1.2015 aller Gewinne aus der Fernwärme beraubt hätte, auf den 1.1.2019 nach hinten zu legen. D.h. Wir können Ihnen unerwartet (an dieser Stelle danken wir Herrn Scholz für sein sehr spendables Entgegenkommen) für 4 Jahre länger als erwartet die exorbitat hohen Gewinne aus der Fernwärme ausschütten. Nebenbei ist es uns gelungen, der Stadt HH weiterhin bis zum 1.1.2019 auch bei der Fernwärme nur die früher vereinbarte Garantiedividende zuzugestehen. Obwohl defacto die HamburgerInnen ab sofort schon das volle Risiko tragen und auch jetzt schon zu 25% beteiligt ist.
Selbstverständlich haben wir noch weitere Vorteile für Sie, unsere Vattenfall-Aktionäre, in den Vereinbarungen herausgeholt. Dazu an anderer Stelle mehr. Dies soll nur ein erster Eindruck sein.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, wie hoch für uns als Vattenfall der Erfolg der Verhandlungen ausfällt:
  • wir sind mit einer denkbar schlechten Ausgangssituation gestartet, schließlich hatte sich die Mehrheit der HamburgerInnen trotzt unserer Werbe-Millionen und trotz der uneingeschränkten Solidarität des Hamburger Bürgermeisters und der SPD Fraktion GEGEN uns ausgesprochen
  • wie bekannt ist, haben wir eh keinen Bock mehr auf Deutschland und die ganzen Diskussionen dort von wegen Energiewende und so. Leider ist diese Haltung auch der Öffentlichkeit bekannt, was wir zwar als transparent ansehen, allgemein aber zu keiner guten Verhandlungsposition führt
  • unter diesen Voraussetzungen wäre es für unser eh schon schlechtes Image nicht gut gewesen, wenn die Öffentlichkeit gemerkt hätte, wie sehr wir Scholz bei den 25% über den Tisch gezogen hatten

Glücklicherweise hatte aber auch Olaf Scholz kein Interesse, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie sehr wir ihn über den Tisch gezogen hatten. Lieber ließ er sich daher von uns also nochmal über den Tisch ziehen.

Entsprechend erfreulich ist das Verhandlungsergebnis für Sie, unsere Vattenfall-Aktionäre.

Sonntag, 12. Januar 2014

Macht Scholz den Mappus 2.0 ?

Warnung vor überteuertem Fernwärme-Deal


Angesichts der sehr kurzen Verhandlungszeit, die sich der Senat bei der Fernwärme auferlegt hat, warnen wir nochmals eindrücklich vor einem überteuerten Kaufpreis für das von Vattenfall betriebene Fernwärmesystem.

Nachdem auch auf der letztenAusschusssitzung in dieser Woche niemand der Senatsvertreter auch nur ansatzweise etwas über die künftige Fernwärme-Strategie sagen konnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt eine realistische Wertermittlung jedoch nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund darf sich Olaf Scholz nicht auf Kosten der Hamburger der Erpressung von Vattenfall nachgeben, daß Stromnetz und das Fernwärmesystem bis Ende Januar zusammen kaufen zu müssen.

Aus Sicht von Vattenfall ist diese Erpressung natürlich nachvollziehbar: es ist für Vattenfall die letzte Gelegenheit, vor dem Rückzug aus der Stadt nochmals richtig Kasse zu machen. Dazu möchte Vattenfall eine seriöse und zukunftsorientierte Wertermittlung des Fernwärmesystems verhindern, indem Vattenfall Scholz zu einem vorschnellen Kauf verleiten möchte. Und natürlich ist für Scholz die Versuchung groß, dem nachzugeben. So kann er das für ihn unangenehme Thema schnell erledigen. Denn nichts ist für Olaf Scholz ja schlimmer als das herauskommt, daß er für seine 25,1% viel zu viel bezahlt hat. Wie unabhängige Experten seit dem Scholz/Vattenfall deal vermuten.Und wie es sein Parteifreund Mappus in BW mit den ENBW Aktien auch schon mal vorgemacht hat.

Dies ist jedoch nicht im Sinne des Volksentscheids. Vielmehr hat der Volksentscheid dem Senat und der Bürgerschaft als Organe des Volkes alle Instrumente in die Hand gegeben, eine realistische Bewertung des Fernwärmesystems vorzunehmen.

Dazu gehört jedoch als erster Schritt die Entwicklung einer Energiepolitik auf Basis der Rekommunalisierung der Fernwärme unter der Prämisse „einer sozial gerechten, klimaverträglichen und demokratisch kontrollierten Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“ (so der 2. Satz des Abstimmungstextes).

Anhand dieser Energiepolitik kann dann der Wert ermittelt werden, den das Fernwärmesystem tatsächlich heute noch besitzt. Das es dabei nicht um Peanuts geht, zeigen die Aussagen von Energieexperten mit Schwankungen von bis zu 1 Milliarde Euro für die 100% Übernahme des Systems.

Montag, 14. Oktober 2013

"Lebbe geht weider" auch ohne Vattenfall ...

Stell Dir vor, Vattenfall ist weg und trotzdem gibt es weiter Literatur in Hamburg!
Was Frau Kisseler noch schwer fällt, machen die Künstler bereits vor: Das Literaturfestival „Lesen ohne Atomstrom - Die Erneuerbaren Lesetage“ findet 2014 bereits zum vierten Mal statt - vom 22. bis 27. April.  Hier mehr Infos.

Samstag, 12. Oktober 2013

Von Vattenfall, Rosinen, Netzen und der Kirche

Mal wieder ein (alp)traumhafter Artikel von Daniela Stürmlinger, dem zuverlässigen Sturmgeschütz "pro Vattenfall" bei Springer. mal ein paar Zitate:

Mit dem Strom- und Wärmenetz würden die Rosinen aus dem Unternehmen herausgepickt, so Kruppa. Eigentlich sind die Netze strategisch zwar der wichtigste Teil eines Stromkonzerns.

Schön, hat es nach dem Volksentscheid Frau Stürmlinger auch erkannt, daß die Netze so schlecht und unbedeutend nicht sind.

sagt Wasmuth. Er fordert, dass die Konzessionsvergabe transparent und diskriminierungsfrei verläuft. "Dann haben wir beste Chancen, die Konzession zu bekommen. Wir wollen gern so weitermachen, weil wir in den letzten 119 Jahren bewiesen haben, dass wir es können."

Pieter, altes Haus ... hast Dich echt gut gehalten, die Jahre sieht man Dir gar nicht an... oder machst Du Dich etwa älter als Du bist? Werde Dich jedenfalls beim nächsten Treffen nach Deinem Geheimrezept für frisches Aussehen fragen, erinnere mich bitte dran.

Als Hamburger Bürger hadert Wasmuth mit der Kirche.
Lieber Pieter, kann es sein, daß Du eher als oberster Hamburger Vattenfall-Lobbyist mit "der Kirche" haderst?
"In dem Ausschuss, der jetzt die Modalitäten des Verkaufs regeln soll, sind zwar Manfred Braasch und Günter Hörmann von der Netze-Initiative vertreten, die Kirche, die die Initiative unterstützt und mitfinanziert hat, aber nicht. Ich finde, dass es sich die Kirche jetzt nicht so einfach machen kann. Ich habe Bischöfin Fehrs schon gefragt, welche Position sie angesichts der Schulden, die die Stadt für die Übernahme der Netze machen muss und die Risiken, die entstehen können, einnimmt.

Mensch, Pieter, da sind wir ja mal einer Meinung: ich finde auch, "die Kirche" sollte sich noch mehr einbringen! Ich werde dann auch mal Frau Fehrs fragen, ob Sie uns beide da unterstützt. Bisher war die Diskussion von Deiner Seite aus moralisch eher fragwürdig. Aber versöhnen und verzeihen zeichnet unseren Glauben ja aus, nicht wahr? Ich wüßte übrigens auch schon jemanden, der "die Kirche" angemessen vertreten würde ... mit Gottes Hilfe.Also, auf bald, lieber Glaubensbruder ...

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Auf gute Nachbarschaft oder wie man Vattenfall Texte richtig übersetzt

Heute bekamen wir einen Hinweis auf diesen Beitrag von Vattenfall zum neuen geplanten Vattenfall Heizkraftwerk in Wedel mit der Frage, wie man denn als Anwohner diesen Text zu verstehen habe. Wegen des Volksentscheids und so, der da ja gar nicht erwähnt wird. Und auch wegen der ganzen Genehmigungsauflagen und der Widersprüche und dem Bürgerbegehren und und und ... 

Und da vielleicht noch andere Menschen sich fragen, was ihnen Vattenfall mit der oben genannten Webseite sagen möchte, haben wir den Beitrag vom 09.10. von "Dichtung" in "Wahrheit" übersetzt:


Auf gute Nachbarschaft -
zurückhaltend im Informieren und irreführend im Dialog


Falschinformationen streuen ist eines unserer Ziele mit dieser Internetseite. Das gilt für alle Besucher dieser Seite, wo auch immer sie herkommen.

Für die Bürgerinnen und Bürger von Wedel möchten wir noch ein klein wenig mehr bieten. Denn gegenüber unseren Nachbarn sind wir von Vattenfall gerne noch etwas verschlossener, indirekter. Ihre Meinungen, Ihre Sorgen, Ihre Fragen gehen uns am Allerwertesten vorbei. Deshalb möchten wir Sie hier auch gar nicht erst mit Wahrheiten oder Fakten informieren.

Denn wollen Sie wirklich wissen, wie es aussehen würde, wenn wir Ihnen mal die Wahrheit sagen?
Wirklich? Sie wollen? Ok, Sie haben es so gewollt.

Hier kommt sie also, die wahre Nachbarschaftsmeldung vom 9.10.2013

Vattenfall hat eine erste Genehmigung zum Bau des Innovationskraftwerks in Wedel erhalten, die mit einigen Auflagen (Rückbau KoKW, Genehmigung Gasleitung, etc) verbunden ist, die uns gar nicht gefallen. Aber, hey. Egal. Wir bei Vattenfall reden nicht gerne darüber, daß wir das ziemlich kleine Steinkohlekraftwerk Wedel aus den 60er Jahren durch das ziemlich große Gaskraftwerk plus das sehr große KoKW in Moorburg ersetzen. Denn es soll möglichst keiner merken, daß wir von Vattenfall in Zeiten der Energiewende in Zukunft rund um Hamburg noch viel viel mehr fossilen Strom und fossile Fernwärme erzeugen wollen als jetzt bereits. Um es offen zu sagen: Energiewende und Klimaschutz sind uns nämlich egal. Übrigens: Das neue Gakraftwerk ist nur unwesentlich kleiner und wird wegen der Lüfter die meiste Zeit des Jahres lauter arbeiten als das bestehende Heizkraftwerk. Die bebaute Fläche wird sogar deutlich größer sein. Die maximale Wärmeleistung des Innovationskraftwerks wird bei 400 Megawatt, die maximale elektrische Leistung bei 300 Megawatt liegen und damit sogar noch über der des jetzigen KoKW liegen. Downsizing? Nicht mit Vattenfall. Wo andere Fahrrad fahren, setzen wir Busse ein. Think big! Bestandteil des Kraftwerks ist auch ein Speichersystem, das ein völlig alter Hut ist: man hält einen Heizstab in kaltes Wasser und macht es warm. Das können Sie zuhause mit Ihrem Wasserkocher schon lange, und auch wir bald in Wedel. Echt innovativ. Kostet zwar eine Menge Strom, so ein Heizstab, aber das ist doch für uns kein Problem: Zum Erhitzen können wir den ganzen Stromüberschuss aus dem KoKW Moorburg nehmen, mit dem wir eh nicht wissen, wohin damit. Und wissen Sie was? Während wir in Moorburg Unmengen CO2 produzieren und mit diesem dreckigen Strom dann in Wedel das Wasser erhitzen, verkaufen wir den Politikern das als "innovativ und klimaschonend". Irre, oder? Ok, unter uns: das bringt die Energiewende nicht voran, aber den Klimawandel! Hauptsache, es geht voran! Und bringt uns bei Vattenfall noch `nen paar Euros. Ach ja: Die gasbetriebene Anlage wird wie üblich auch diese olle KoKW Kraft-Wärme-Kopplung nutzen und einen Gesamtwirkungsgrad von rund 90 Prozent erreichen. Also, hochgerechnet und nur theoretisch natürlich, bei optimalen Bedingungen und im oberen Volllastbereich. Wegen dieses blöden Windstroms aus SH werden wir diesen Lastbereich in der Praxis dann zwar nicht erreichen, aber dafür können wir doch nichts! Wir können halt nur GROSS! Die CO2-Emissionen werden um mindestens 40 Prozent reduziert ... ähem, naja, also natürlich auch nur in der Theorie und im Vergleich zu einem KoKW in vergleichbarer Größe und wenn man die ganzen CO2 Emissionen ignoriert, die bei der Förderung und beim Transport der benötigten Gasmengen aus Rußland bisher hierher anfallen. Kleine dezentrale BHKW kombiniert mit Anlagen unter Nutzung regenerativer Ressourcen würden dagegen auch in der Wirklichkeit CO2 einsparen, aber wie heißt es so schön: ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muß. Haha. Ach ja, noch etwas: Nach aktuellen Planungen hängen wir schon vor dem ersten Spatenstich bereits 1 Jahr hinter unserem Zeitplan hinterher. Denn anderes als bisher kommuniziert wird das Innovationskraftwerk nicht 2016/17, sondern erst zur Heizperiode 2017/2018 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Also ... natürlich auch nur, wenn man uns läßt und diesen für uns echt blöd gelaufenen Volksentscheid und auch das lästige Bürgerbegehren in Wedel ignoriert.

Dazu Hauke Wagner, Vattenfall Manager für das fossile Energiekonzept Hamburg:
“Vattenfall treibt die Planungen für das zusätzliche fossile Großkraftwerk weiter voran Der für uns verlorene Volksentscheid in Hamburg interessiert mich nicht. Denn wir bei Vattenfall wußten und wissen es eh besser als das dumme Volk. Dieses undankbare Gesocks kann glücklich sein, daß wir überhaupt noch Fernwärme nach Hamburg liefern! Gegen eine saftige Preiserhöhung natürlich, denn unserem Herzen liegt unsere Bilanz immer noch am nächsten. In dem Sinne sage ich: auf gute Nachbarschaft!"

Montag, 7. Oktober 2013

Feindbild Journalismus

Matthias Iken, stellvertretender Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, hat in einem Leitartikel (!) unter dem Titel "Feindbild Vattenfall" am 04.10.2013 die Nachricht aufgegriffen, daß der Vattenfall Konzern ab sofort nicht mehr die Vattenfall Lesetage veranstaltet.

Er bezieht sich dabei auch auf einen Tweet von stop-greenwashing.
 Die Gegner rufen dem Kultursponsor als Dankeschön noch ein hämisches "Tschüs" hinterher.
Offensichtlich hat Iken also  unseren Kommentar zu dem Thema gelesen. Nun ist es normalerweise so, daß lesen bildet. Herr Iken bildet dabei jedoch leider die Ausnahme. Denn was Iken (wiederholt) zum Thema "Kritik an Vattenfall" abläßt, ist dumm. Oder er schreibt bewußt falsch.
Zitat:
Das alles aber rechtfertigt nicht mehr die öffentliche Beschimpfung, die inzwischen in der Hansestadt auf den schwedischen Staatskonzern einprasselt.

Abgesehen davon, daß sich Meister Iken für die einzig normative Instanz hält, die etwas für gerechtfertigt halten darf oder nicht: Wo bitte sind die Beschimpfungen in der Stadt?

Zitat:
Weniger als dieser Schritt verwundert die Tatsache, dass Vattenfall angesichts der Gegenveranstaltungen "Lesetage selber machen" oder "Lesen ohne Atomstrom" überhaupt so lange durchgehalten hat.

Nein, das verwundert nicht. Waren doch die Lesetage (neben den Cyclassics und dem Ferienprogramm für Kinder) für Vattenfall die wichtigste Werbeveranstaltung, um von seinen "Unzulänglichkeiten" im Kerngeschäft abzulenken. Das nennt man operativ auch "Marketing" bzw. in diesem speziellen Fall "greenwashing" ... Begriffe, die Iken kennen dürfte. Ohne diese Veranstaltungen wird es Vattenfall schwerer fallen, das eigentliche Geschäftsgebahren der Konzernstrategen auf Kosten Hamburgs weiter zu verschleiern.

Zitat:
Es gehört in gewissen Kreisen längst zum guten Ton, auf Vattenfall einzuprügeln. Die Initiative zum Rückkauf der Netze spielte geschickt auf der Klaviatur des Vattenfall-Bashings; einige reduzierten das hochkomplexe Rekommunalisierungsthema auf die einfache Frage, wo man gegen Vattenfall unterschreiben kann.
Iken scheint es zu wurmen, daß UHUN auch gegen die Meinungsmache im Abendblatt wie überhaupt der gesamten Springerpresse (BILD, Welt, Abendblatt) den Volksentscheid gewinnen konnte. Bitterböse Ironie, daß es in Wahrheit gerade Iken und Co. waren, die im Vorfeld des Volksentscheids oft nur platte Meinungsmache brachten statt Fakten.

Zitat:
Ein Großteil der Vorwürfe gegen Vattenfall ist so interessengeleitet wie durchsichtig – es geht um Spenden, Stimmen, Stimmungen: Die Atomkraftwerke, die Vattenfall betreibt, sind Erbmasse der städtischen HEW, die heute allerorten glorifiziert werden.

Der einzige, der hier beständig glorifiziert, ist Iken selbst - und zwar Vattenfall. Wenn man ihn mal fragen würde, welche Initiative in HH die HEW zurück haben möchte, dann wäre Schweigen angesagt. Die Stadtwerke München machen es übrigens vor, wie man ungeliebte AKWs betreibt, sich für diese selbst Abschaltjahre setzt und trotzdem die Energiewende zu 100% unterstützt. Es gehört zu Ikens Strategie davon abzulenken, daß Vattenfall durchaus anders könnte ... wenn die Konzernlenker wollten.

Zitat:
Diese wirft eher ein schlechtes Licht auf den Opportunismus der Union als auf Vattenfall, das ganz altmodisch auf einmal ausgehandelten Verträgen besteht.

Eigentor, Herr Iken. Wenn hier einer einen Vertrag nicht erfüllen möchte, dann ist es Vattenfall. Die bestreiten nämlich den Konzessionsvertrag für die Fernwärme zwischen der Stadt HH und HEW bzw. Vattenfall. Das weiß Iken auch genau, steht schließlich im Abendblatt (unter Punkt 7).

Zitat:
Es geht längst nicht mehr nur um einen umstrittenen Konzern, sondern um den Umgang einer demokratischen Gesellschaft mit einem ausländischen Konzern.

Und wenn gar nichts mehr geht, dann geht bei Iken immer noch die nationalistische Schublade.
Es sind Redakteure Einpeitscher wie Iken, die den Ruf der "Qualitätsmedien" nachhaltig beschädigen. In einem Leitartikel muß man eine Mindestqualität an Fakten erwarten können und keine reine Meinungsmache. Daß Vattenfall in Hamburg nach und nach abgewickelt wird, liegt an dem Willen der Mehrheit der HamburgerInnen. Daß das Hamburger Abendblatt abgewickelt verramscht wird, liegt an (Chef)Redakteuren wie Iken, die den Journalismus heruntergewirtschaft und offenbar sich selbst als Feindbild auserkoren haben. 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Aus. Aus. Aus. Das Spiel ist aus!

Geschichte wiederholt sich:
1954: Deutschlands legendärer WM Sieg 

2013: Hamburgs legendärer stop-greenwashing Sieg

Das Abendblatt berichtet: Vattenfall macht Schluß mit seinen greenwashing Lesetagen!

Ein schöner Erfolg für alle, die seit fast 5 Jahren engagiert gegen das greenwashing von Vattenfall gerade bei den Lesetagen aktiv sind. Die Lesetage waren stets Vattenfalls grünes Mäntelchen, daß man doch mehr als Energiekonzern sei. Bizarr: da griff dieser Konzern jedes Jahr den Menschen und auch Kommunen (Beispiel Müllverbrennungsanlage) am Rande der Legalität immer tiefer in die Tasche und ließ sich andererseits feiern, weil man mit ein paar Brosamen die Hochkultur in HH unterstützte - mit einem Werbefestival par excellence. Schade, daß da Frau Kisseler, sonst durchaus bemüht um eine unabhängige Kultur,  auch keine rühmliche Rolle spielte.

Aber schön ist, daß sich das Engagement der stop-greenwashing Aktiven nicht auf den Protest beschränkte, sondern in den letzten Jahren gleich 3 alternative Festivals ("Lesen ohne Atomstrom", "HEW-Lesetage" und "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen") entstanden sind. Es ist wünschenswert, wenn diese jetzt weitermachen und zeigen, daß Kultur auch anders geht als nur von einem Werbeetat getragen.

Und außerdem gibt es da ja auch noch die Vattenfall Cyclassics .....


Im folgenden lest Ihr die offizielle PM der MacherInnen von Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen".
Besonders hinweisen möchte stop-greenwashing auf den Absatz zum Sponsoring von Vattenfall in der Lausitz. 

2. 10. 2013

*Energiekonzern Vattenfall beendet "Vattenfall Lesetage" **
**Ein  Gewinn für die Demokratie. *


Als wir die Idee im Januar 2010 unter den besetzten Bäumen im Gählerpark
hatten, als es darum ging, die Fernwärmeleitung vom damals im Bau
befindlichen Kohlekraftwerk zu verhindern, hätte ich *nicht gedacht,
dass wir so schnell  am Ziel sein und Vattenfall sein
Propagandainstrument aus der Hand nehmen könnten.* Die Fernwärmeleitung
selber war ja auch so ein "Greenwashing"-Versuch. Sie sollte ablenken
von der dreckigen Basis dieser angeblich so ökologisch sinnvollen
Nutzung der Abwärme. Und selbst das stimmte ja so nicht.
Im Ersten Jahr, 2010 haben wir nur eine kleine Aktion gemacht mit einer
Lesung vor dem Vattenfall Kundenzentrum, damals noch in der Spitaler
Straße. Und bereits die löste nervöse Reaktionen aus.
Und 2011, als es dann richtig losging mit "Lesetage selber machen -
Vattenfall Tschüss sagen", ......*Zunächst mal ein dickes Dankeschön an
alle die, die sich damals getraut haben, in irgendeiner Form
mitzumachen, sei es als Künstlerin oder Künstler oder als Raumgebende.
Zu beidem gehörte Mut.* Andre, die ihn nicht hatten, befürchteten, sie
würden es  hinterher irgendwie negativ zu spüren zu bekommen, wenn sie
sich mit kulturellen Aktionen  fürs Klima und fürs politische Klima in
dieser Stadt engagierten.

In den vergangenen Wochen um den Tag des Volksentscheids herum haben wir
uns aber schon gefragt, ob Vattenfall seine Lesetage fortführen wird,
sollten wir den Volksentscheid gewonnen haben. Und jetzt nach dem 22. 9.
ging uns das mehrfach durch den Kopf, zumal *Vattenfall ja auch
insgesamt immer häufiger laut darüber nachdenkt, das
Deutschland-Geschäft aufzugeben.*

*Warum ein Gewinn für die Demokratie?* Mit so einem "Geschenk", wie die
beiden zuständigen Senatorinnen die Lesetage des Energiekonzerns genannt
haben, sind ja Absichten verbunden, Absichten, den Beschenkten  eine
Beißhemmung zu verpassen, sie gnädig zu stimmen. Und das halten wir für
falsch.

Wer sich dann noch ein bisschen *mit der Lausitz vertraut macht, dort,
wo Vattenfall für seine (Braun)Kohle ganze Landstriche vernichtet* samt
der darin liegenden Dörfern mit ihren Kulturgütern und der Basis der
Sorbischen Kultur, wer also mitbekommt, was Vattenfall in der Lausitz
anrichtet, zweifelt
einerseits, dass es Vattenfall überhaupt um Kultur gegangen ist
und kann auch erfahren,  wie Vattenfall sich dort durch gezieltes
Sponsoring eine ganze Region versucht, gefügig zu machen.
Das war auch gerade in den vergangenen Monaten anlässlich eines
Vattenfall-Antrags für einen neuen Tagebau sehr gut zu beobachten.
*Und in der Lausitz gibt es Vattenfall (Vattenfall Europe Mining, VE-M)
auch ganz offiziell zu Protokoll: "VE-M erklärt, dass für eine
Unterstützung mittels Sponsoring die Bereitschaft des Empfängers zur
Zusammenarbeit erwartet wird." *(aus einem Aktenvermerk der
Stadtverwaltung Welzow über eine Sitzung in der südbrandenburgischen
Kleinstadt am Rande des großen Tagebaus Welzow Süd vom Oktober 2010, an
der ein hochrangiger Vertreter von VE-M teilnahm.) Erwartet wird
konkret: keine Kritik an Vattenfall von den gesponserten Vereinen.

Deswegen Vorsicht vor Konzernsponsoring, nicht nur von Vattenfall,
sondern wohl auch insgesamt.
Kulturförderung ist eine öffentliche Aufgabe. Wir müssen alle zusammen
darauf achten, dass keine großen Lücken entstehen, in die
Großunternehmen mit ihren Summen hineinstoßen können.
*Wir wollen keine gesponserte Republik, denn so eine Republik ist keine
mehr. *

Wir glauben, Vattenfalls Entscheidung, die Vattenfall Lesetage
aufzugeben, setzt viel Kreativität frei und ist eine große Bestätigung
und Ermutigung für die kulturelle Unterstützung von (umwelt-)politischem
Engagement.

Mit sonnigem Gruß

Astrid Matthiae und Angela Banerjee
"Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen"




Mittwoch, 25. September 2013

es gibt schlechte Verlierer, und es gibt Gerd Wolff von NDR Info

Bisher dachte ich ja, unser bekannter Wadenbeißer Scheuerl hätte mit diesem Beitrag die unerreichbare Pole-Position, was die schlechten Verlierer des Hamburger Volksentscheids angeht. Aber seid ich diesen Kommentar von Gerd Wolff, NDR Info, gelesen habe, bin ich mir unsicher.

Wenn man sich das durchliest, muß man wirklich sehr tapfer sein.
Zitat:
Jetzt müssen alle ganz tapfer sein. Die Verlierer des Volksentscheides müssen tapfer sein, weil sie zu akzeptieren haben, dass die besseren Argumente plus 49 Prozent der Stimmen nicht ausreichen, um Recht zu behalten.

Und in dem Stil geht es weiter.
Nur einseitig holzen gegen die Mehrheit der Hamburger, die sich für "JA" entschieden. Laut Herrn Wolff alles Dummköpfe, die sich haben verführen lassen.

Zitat:
Es war bei vielen Bürgern wohl eher ein Kreuz aus dem Bauch heraus, weil sie - teilweise nachvollziehbar - kein Vertrauen zu Großversorgern wie Vattenfall haben. 

Eine Bauchentscheidung aus nachvollziehbaren Argumenten heraus ... wow, Herr Wolff kreiert mal nebenbei neue psychologische Entscheidungsmuster, ein Fressen für künftige Heerscharen von Psychologie-Studenten.

Jetzt mal unter uns beiden, Herr Wolff.
Ihr Kommentar ist das schlechteste, dümmlichste und polemischste, was ich in den letzten 2 Jahren der Auseinandersetzung zu den Energienetzen gelesen habe.

Als Privatperson können Sie gerne Ihre private Meinung rumerzählen, bloggen, twittern, malen, was auch immer. Aber als NDR Redakteur erwarte ich von Ihnen objektive Recherchen und Beiträge zur Debatte. Wenn Sie die nicht liefern können oder wollen, dann gehen Sie bitte zu Springer.
Ich fühle mich immerhin durch Ihren einseitigen und dümmlichen Beitrag erneut bestätigt, daß es sich lohnt, sich selbstbewußt gegen die Deutungshoheit sogenannter Eliten zu stemmen. Denn pikst man diese Eliten, zu denen Sie sich zweifellos zugehörig finden, z.B. mit einem Volksentscheid mal an, dann merkt man ganz schnell, was in diesen Eliten drin steckt: nur heiße Luft. In Ihrer Vita steht: es war ein längerer Weg aus der westfälischen Fußball-Kreisklasse bis ins Hamburger Rathaus.
Wahrlich, mit Redakteuren wie Ihnen ist wirklich Kreisklasse ins HH Rathaus eingezogen.

Beste Grüße

Mirco Beisheim


Samstag, 21. September 2013

"Unser Hamburg, unser Netz:" Letzte Zweifel gegen ein JA ausgeräumt

Wer noch Zweifel hatte, sollten sich den unteren Beitrag auf dieser Seite ansehen:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stromnetze116.html

Kurz, knackig, sachlich auf den Punkt gebracht - gegen die emotionale Angstkampagne der SPD.

Montag, 9. September 2013

Hamburg: Countdown für den Volksentscheid und "Unser Hamburg, unser Netz"

Dem aufmerksamen LeserIn wird aufgefallen sein, daß stop-greenwashing seit ca. 2 Monaten nicht mehr bloggt. Dabei sind wir keineswegs im Sommerschlaf, sondern arbeiten intensiv mit am Endspurt von "Unser Hamburg, unser Netz" am 22.9. in Hamburg.

Aber natürlich gibt es auch in dieser Zeit sehr viel spannendes und aktuelles zu lesen. Und zwar auf dem blog von Dirk Seifert, Energiereferent von Robin Wood.

Also bitte HIER weiterlesen. 



News von heute:

Das letzte Wochenende dürfte bei der SPD-Führung in Sachen Volksentscheid nicht so gut angekommen sein. Während der Spiegel meldet,
dass die Stadt beim Abschluss der Verträge über eine Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent wichtige Prüfunterlagen über den Wert
des Stromnetzes und der Fernwärme von Vattenfall nicht erhalten und daher überteuerte Preise gezahlt hat, kommt im Hamburger
Abendblatt Jens Meyer-Wellmann nach einem umfangreichen “Faktencheck” zu dem Ergebnis: “Beide zur Abstimmung stehenden Varianten
folgen einer inneren Logik”, haben Risiken, vor allem aber: “Es geht um eine politische Entscheidung, die viel mit der Grundhaltung
des Abstimmenden zu tun hat.” 

http://umweltfairaendern.de/2013/09/faktencheck-teil-2-ohrfeige-fuer-die-spd-und-volksentscheids-gegner-es-geht-um-eine-politische-entscheidung/


Montag, 1. Juli 2013

Vattenfall und die Milliardenklage

Es ist schon unglaublich, wen Hamburgs 1. Bürgermeister Scholz, willfährige Schreiberlinge u.a. in der BILD Hamburg und nicht zuletzt die Gewerkschaftsbosse wie Abel und (ex) Rose (die natürlich bei jeder Anti-AKW Demo wieder vorweg laufen werden) uns da als Partner der Energiewende verkaufen möchten.

Der NDR brachte dazu letzte Woche ein interessantes Feature.

Zitat:
Prozesse wegen des Verstoßes gegen internationale Investitionsschutzabkommen kannte man in Deutschland bisher nicht - weil Deutschland bisher niemals verklagt wurde. Das hat sich nun geändert: Der Energieriese Vattenfall verklagt Deutschland, weil es aus der Atomenergie aussteigen will.
Verhandelt wird diese Klage weitgehend im Geheimen vor einem Schiedsgericht in Washington. Es ist ein Geschäftsfeld gewiefter Anwaltskanzleien, die vom Streit profitieren. Und weil der Profit offensichtlich groß ist, hat die Finanzindustrie diesen Markt entdeckt und finanziert Prozesse gegen Staaten.

Zum Feature geht es HIER.

Samstag, 29. Juni 2013

Falscher Dreier: Gewerkschaften kungeln mit Vattenfall & E.ON

Brechreiz-fördernd, wie die Hamburger Gewerkschaftsbosse immer wieder die eigenen Mitglieder abziehen und die Öffentlichkeit täuschen. Wenn man diese Menschen nach Fairness und Rückgrat beurteilt, können die auch in jeder bad bank oder Investment Fond anfangen, so abgezockt sind diese Typen. Besonders herausragend: Wolfgang Rose als Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion, und der jetzige Ver.di-Hamburg-Chef Wolfgang Abel. - See more at: umweltfairaendern.de
Wolfgang Rose als Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion u.a. zuständig, den gewerkschaftlichen Widerstand gegen den Volksentscheid zu organisieren. Das betreibt er offenbar mit seinem Nachfolger, dem jetzigen Ver.di-Hamburg-Chef Wolfgang Abel. - See more at: http://umweltfairaendern.de/2013/06/volksentscheid-energienetze-hamburg-vattenfall-und-e-on-bezahlen-protest-von-gewerkschaften/#sthash.U6AgeeVB.dpuf
Wolfgang Rose als Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion u.a. zuständig, den gewerkschaftlichen Widerstand gegen den Volksentscheid zu organisieren. Das betreibt er offenbar mit seinem Nachfolger, dem jetzigen Ver.di-Hamburg-Chef Wolfgang Abel. - See more at: http://umweltfairaendern.de/2013/06/volksentscheid-energienetze-hamburg-vattenfall-und-e-on-bezahlen-protest-von-gewerkschaften/#sthash.U6AgeeVB.dpuf

Dienstag, 18. Juni 2013

Walter Scheuerl auf dem Kreuzzug: Von Vattenfall geliebt, von Gott verlassen


In HH entwickelt sich der parteilose CDU-Parteiling Walter Scheuerl zum fanatischen Vattenfall Kreuzritter. Aber unabhängig, aus wessen Quellen sich Scheuerls selbstloses selbstbezogenes Engagement speist: es ist Zeit, daß dem Mann mal jemand Hilfe anbietet und ihn vor sich selber schützt. Früher konnte man sich über Scheuerl ja wenigstens noch auf-, heute kann er nur noch Mitleid erregen.Vielleicht sollte ihm auch mal jemand sagen, daß die Kreuzritter anno dazumal weder die christliche Lehre verstanden haben noch es ein gutes Ende für die Kreuzritter nahm.

Und HIER schreibt das Abendblatt über das neueste aus dem Scheuerl-Universum.

Mittwoch, 12. Juni 2013

265.000 Mal Tschüss Vattenfall Berlin - Volksentscheid steht!

Das Berliner Volksbegehren ist durch: 265.000 Unterschriften gegen den Atomkonzern Vattenfall. Das sind fast 100.000 Unterschriften mehr, als der Berliner-Energietisch benötigt hätte. Herzlichen Glückwunsch an die BerlinerInnen und den dortigen Energietisch
Mehr ...

Dienstag, 4. Juni 2013

Pfeifen drinnen und draußen bei Vattenfall Medianight 2013

“Proteste bei Vattenfall Media Night im Hamburger Hafen”, meldet das Hamburger Abendblatt und schreibt: “Rund 400 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft kamen zusammen, um über das Thema Energie zu sprechen. Aktivisten von Robin Wood sorgten am Eingang für ein Pfeifkonzert.”
MEHR dazu auf unserer Partnerseite "Tschüss Vattenfall" .



Donnerstag, 30. Mai 2013

Glauben heißt nicht wissen

Diese Wahrheit beweist auch Herr Hans-Werner-Rhein, Sprecher des Hamburger Kuratoriums des Arbeitskreises Ev. Unternehmer.
Ja, auch solche Gremien gibt es. Und das qualifiziert ihn offensichtlich, in einem Gastbeitrag in der Evangelischen Zeitung vom 20.5. seine Meinung zum Hamburger Volksentscheid über die Energienetze kundtun zu dürfen.

Ob die Kirche sich in einem Volksentscheid engagieren muß oder nicht, kann man sicherlich diskutieren. Die Contra-Argumente von Hr. Rhein sind aber sachlich falsch.
Leider ist der Artikel nicht online einsehbar.
Als Beispiele seien folgende Aussagen von Herr Rhein hervorgehoben:
- die Energienetze in HH hätten nichts mit Erzeugung und Verbrauch zu tun
- sie würden 3 Milliarden Euro kosten
- ein 100% Kauf würde den HH Haushalt lahmlegen

usw.

Dazu ist nur kurz zu sagen:
Bei der anstehenden Entscheidung geht es z.B. beim Fernwärmenetz durchaus auch um die Erzeugung und den Verbrauch. Das Fernwärmenetz in HH ist das 2. größte Deutschlands mit entsprechender Vorbildwirkung. Als Unternehmer sollte Hr. Rhein auch mit den kolportierten Zahlen sachlicher umgehen. Von 3 Milliarden spricht nicht mal Vattenfall, richtig ist ein noch zu bestimmender Wert bei 1 Milliarde + x. Entscheidend ist aber (und auch das muß Herr Rhein wissen, wenn er sich äußert), daß der HH Haushalt durch den Rückkauf nicht tangiert wäre, weil es sich um eine Sachinvestition handelt, welche über die HGV abgewickelt werden würde. So finanziert der SPD Senat ja auch die jetzige 25% Beteiligung

Lieber Herr Rhein,
kennen Sie denn etwa nicht das Achte Gebot?

Denn Sie müßten obiges wissen. Weil Sie bereits auf einer öffentlichen Veranstaltung am 15.4. darauf hingewiesen wurden, daß Sie nachweisbar Unwahrheiten über den Volksentscheid verbreiten. Das kann aus Nichtwissen ja auch einmal passieren. Aber entweder haben Sie sich bis heute nicht weitergebildet, oder Sie möchten wissentlich und willentlich weiter Unwahrheiten verbreiten.

Ersteres wäre nicht schön, letzteres verwerflich. Und dann müßte man Ihnen mit den Worten des 2. Gebotes sagen: "Du sollst Deinen Glauben und Dein Amt nicht mißbrauchen."

Es grüßt Sie Ihr christlicher Bruder

Mirco Beisheim

ebenfalls ev. Unternehmer



.

Montag, 27. Mai 2013

Vattenfall kümmert sich

... auch um die Details.

Bereits im April hat die TAZ über einen Plagiatsfall in den Reihen hochrangiger Vattenfall Manager berichtet. Der Artikel wirft ein Schlaglicht auf die enge Verquickung von Energiekonzernen wie Vattenfall mit öffentlichen Institutionen:

Ein Vattenfall-Manager schreibt für seinen Doktor ab. Die Promotion darf er behalten. Der Konzern sponsert die Brandenburgische Technische Universität.

Hier geht es zum Artikel. 

Montag, 6. Mai 2013

Aktion gegen Vattenfall-Sponsoring in Berlin


Aktivisten der BerlinerGruppe "Gegenstrom" haben das Kunst-Sponsoring durch Kohlekonzern Vattenfall mit einer Aktion aufs Korn genommen, über die "Der Freitag" kürzlich berichtete:
http://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/kohle-fuer-die-kunst

Montag, 22. April 2013

greenwashing Diskussion um Vattenfall Lesetage entbrannt

stop-greenwashing.org ist aus dem Grund entstanden, die Verschleierungs-Methoden des Vattenfall Konzerns in Hamburg aufzudecken. Mit Genugtuung haben wir daher wahrgenommen, daß der Begriff greenwashing in den letzten beiden Jahren in Hamburg auch durch unsere Aufklärung und Informationen bekannt wurde und die Medien (zumindest zum Teil)vermehrt  kritisch über Vattenfalls Methoden berichten.

Die Verantwortlichen bei Vattenfall Hamburg und ihre Freunde in der Hambruger SPD reagieren zunehmend nervös auf die Aufdeckung ihrer Verschleierungs-Kampagnen.

Jüngstes Beispiel sind die Vorgänge rund um die Vattenfall Lesetage. Diese sind ein Parade-Beispiel für das greenwashing von Vattenfall. An sich neutrale Kulturschaffende oder auch Veranstaltungsorte werden vom Konzern benutzt, um sich das Mäntelchen eines "Wohltäters" für Hamburg umzuhängen. Wenn aber jemand wie z.B. die Hamburger Bücherhallen das falsche Spiel durchschaut und nicht mehr mitspielen möchte, dann zeigt der Konzern schnell sein wahres Gesicht und übt Druck aus, anstatt sich selbst zu hinterfragen.

Besonders unsäglich ist in diesem Jahr das Verhalten der Vattenfall-Lesetage Kuratorin Barbara Heine und ihres Ehemannes Matthias Schumann.

Beide offenbaren in ihren Verlautbarungen ein erschreckend eindimensionales Welt- und Wertebild. Daß sie dies nun gerade als selbsternannte "Kulturschaffende" preisgeben, grenzt schon an (leider nicht lustigen) Slapstick. Mit den Verantwortlichen bei Vattenfall und dem Duo Heine/Schumann haben sich jedenfalls offensichtlich die "Richtigen" gefunden, offenbaren beide Seiten doch das gleiche Maß an Ignoranz gegenüber Andersdenkenden und auch Ignoranz gegenüber dem Hinterfragen des eigenen Tun.

Ach ja, noch ein Wort zu unserem speziellen Freund Andreas Dressel, der auch in dem Theater mitmischt. Aus persönlicher Bekanntheit wissen wir: Wenn Herr Dressel eine Einmischung bestreitet ... dann hat er so sicher hinter den Kulissen mitgemischt wie die Erde rund ist.



Mehr Infos zum Vorgehen von Heine/Schumann/Vattenfall/Dressel u.a. bei

Spiegel online
NDR Info
TAZ
....

Dazu auch eine Presse-Erklärung der HEW Lesetage.


Bezeichnend ist übrigens, daß das Hamburger Abendblatt als letzter offizieller Medienpartner anders als andere Medien nicht über die aktuellen Vorwürfe berichtet, sondern ausschließlich über den internen Streit bei "Lesen gegen Atomstrom" über das Auftrittsverbot von Corny Littmann in der Roten Flora.
Apropos, liebes Hamburger Abendblatt: Wir von stop-greenwashing warten noch auf Eure Einladung an uns, um mal über die Unabhängigkeit des Hamburger Abendblatts zu diskutieren.
Ach ja, und dann war da ja auch noch das Zutrittsverbot zur Vattenfall Medianight, über das Ihr ja auch NICHT berichtet habt.

Freitag, 19. April 2013

Billig, billiger, Dressel - SPD Fraktionschef kriecht in unterste Schublade

Schluß mit lustig:
Die SPD in Form ihres Vortänzers Dressel erdreistet sich doch wirklich, diesen Faktencheck  dieses Pamphlet als ""wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Debatte" zu begrüßen.
Damit hat sich der SPD Senat und die SPD Spitze in Hamburg endgültig als sachlicher Gegenpart in der Diskussion um die Netze diskreditiert. Billiger geht es nicht mehr - im wahrsten Sinne des Wortes. Was für eine Schmierenkomödie der SPD.
Wir sind gespannt, ob es wenigstens noch ein paar aufrechte ehrliche SPDlerInnen in der Fraktion gibt, die Dressel & Konsorten in der nächsten Zeit endlich die rote Karte zeigen.

Donnerstag, 18. April 2013

Gefälligkeitsgutachten gefällig? Klingeln Sie bitte jetzt bei PUTZ & PARTNER

Heute konnte der interessierte Hamburger BürgerIn einem Artikel des Hamburger Abendblatt entnehmen, daß sich (Zitat:)
Der Rückkauf der Stromnetze durch die öffentliche Hand, über den auch in Hamburg intensiv diskutiert wird, macht die Energieversorgung weder sicherer noch ökologischer oder effizienter. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Putz & Partner.
weiter konnte man lesen (Zitat):
[...], heißt es in der Studie, die Putz & Partner selbst finanziert hat.
Also eine neutrale Stimme, denkt sich der unbedarfte Abendblatt-LeserIn.

Aber dann offenbart ein Blick auf die Webseite von Putz & Partner, daß die Kundenliste fast nur aus Vattenfall- und E.ON-Gesellschaften besteht! 

E.ON AG
E.ON Avacon AG
E.ON Best Service GmbH
E.ON Energie AG
E.ON Energy from Waste AG
E.ON Energy Sales GmbH
E.ON Engineering GmbH
E.ON Hanse AG
E.ON IS Czech Republic s.r.o.
E.ON IS GmbH
E.ON IT GmbH
E.ON Kraftwerke GmbH
E.ON Mitte AG
E.ON Netz GmbH
E.ON Service Plus GmbH
E.ON Vertrieb Deutschland GmbH
E.ON Westfalen Weser

Vattenfall AB
Vattenfall Europe AG
Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG
Vattenfall Europe Contracting GmbH
Vattenfall Europe Distribution GmbH
Vattenfall Europe Generation AG
Vattenfall Europe Hamburg AG
Vattenfall Europe Information Services GmbH
Vattenfall Europe Netzservice GmbH
Vattenfall Europe New Energy GmbH
Vattenfall Europe Sales GmbH
Vattenfall Europe Wärme AG
Vattenfall Stromnetz Hamburg GmbH


Neutral? Ohne Auftrag? Wer will uns und die Hamburger BürgerInnen denn hier für blöd verkaufen? Erschreckend aber, daß diese Mogelpackung dem Abendblatt entgangen ist. Das ist wahrlich kein Zeichen für guten Journalismus.

Und kein gutes Zeichen für die Diskussionskultur seitens Vattenfall & SPD Senat, wenn sie ihre Lobby-Botschaften jetzt schon verschleiern ... wenn auch im typischen Vattenfall-Dilettantismus.

Auch andere blogs haben das Thema inzwischen aufgegriffen, siehe
HIER (super recherchiert mit weiteren Erkenntnissen über die putzigen Partner)
HIER
HIER





Sonntag, 14. April 2013

HEW-Lesetage statt Vattenfall-Märchen

HEW*-Lesetage gegen Vattenfall vom 15. bis 20. April 2013

  Das Programm steht  hier.

 
stop-greenwashing zitiert aus einem Rundbrief von ausgestrahlt: 
 
„Wem gehört die Stadt und wer schafft ihre Kultur? ... und wer übernimmt
ihre Energieversorgung?“

Liebe Freundinnen und Freunde,

diese Frage stellen die Organisatoren der HEW*-Lesetage. Es handelt sich
hierbei um ein atomkritisches Lesefestival, welches in der kommenden Woche
zum dritten Mal in Hamburg als Gegenaktion zu den parallel laufenden
Vattenfall-Lesetagen stattfindet.

Vattenfall poliert sein Image schick und glänzend - und das im Namen
öffentlichkeitswirksamer Kulturförderung.
(zur Info:
http://www.vattenfall.de/de/vattenfall-lesetage/vattenfall-lesetage.htm)

Kulturförderung schön und gut, aber nicht in atomverseuchten
Organisatoren-Händen.

Deswegen geht’s am 15.4. los mit den „HEW-Lesetagen“ -
dieses Jahr unter diesem neuen, sehr treffenden Namen. Stand HEW vor der
Vattenfall-“Machtübernahme“ noch für die Hamburger-Elektrizitäts-Werke,
steht es hier für Hamburger-Energie-Wechsel und für mit sauberem Strom
versorgtes unabhängiges, bereicherndes Kultur- und Literaturprogramm.

Die 3. Hamburger-Energie-Wechsel-Lesetage
http://hew-lesetage.de/
Ab dem 15. April mit mehr als 30 sehens- und hörenswerte Beiträgen (z.B.
mit Ingo Schulze, Friedrich Ani, Frank Spilker) und  Abschlussparty am
20.04. im Gängeviertel.

**Das bietet sich mehr als an: zum Hingehen, Hinhören, Gleichgesinnte
treffen und zum Verteilen von:

...dem Flyer für unsere Protest- und Kulturmeile am 21.04. in Brokdorf!
http://bit.ly/flyer-brokdorf

...unseren „Tschüss-Vattenfall!“-Aufklebern:
http://bit.ly/tschuess-vattenfall

Bestellen kannst du direkt im Shop oder unter lesetage@ausgestrahlt.de

Herzliche Grüße
Pauline Geyer
und das Team von .ausgestrahlt
 
P.S.:
Wie sich die Hamburger SPD-Kulturbehörde zu den HEW-Lesetagen verhält, könnt ihr hier nachlesen. 

SPD Senat Seite an Seite mit Vattenfall gegen den Umweltschutz

Die Folgen aus der unsäglichen Abhängigkeit, in die sich der SPD Senat in Hamburg gegenüber Vattenfall begeben hat, werden immer deutlicher.

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es Witz, daß jetzt die zuständige Hamburger Umweltbehörde Vattenfall bei einem Einspruch gegen den Gewässerschutz unterstützt. 

Wenigstens erfahren so immer mehr Menschen, wie billig der SPD Senat uns, unsere Stadt und die Umwelt an Vattenfall verramscht. 

Mittwoch, 27. März 2013

Vattenfall gegen die Demokratie

Zitat:
Vattenfall klagt wegen der endgültigen Abschaltung seiner beiden Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel vor fast genau zwei Jahren. Allerdings nicht nur mittels eines transparenten, rechtsstaatlichen Verfahrens vor deutschen Gerichten wie RWE und Eon. Sondern auch vor dem ICSID, dem International Centre for Settlement of Investment Disputes, das der Weltbank angehört.

HIER geht es zum Bericht der BZ.

Dienstag, 5. März 2013

Energienetze: Verfassungsklage der CDU nicht zulässig, Volksentscheid wird kommen!



Die CDU ist mit ihrer peinlichen Klage gegen den Volksentscheid zu den Hamburger Energienetzen gescheitert. Gut! Jetzt können wir uns in Hamburg wieder den Sachargumenten bei der Rekommunalisierung zuwenden. Trauriger Versuch der CDU, sich vor den Vattenfall-Karren zu spannen und die offensichtliche Mehrheitsmeinung der HamburgerInnen unterdrücken zu wollen. Seit mehr als 2 Jahren wird in der Stadt diskutiert, und 6 Monate vor dem Volksentscheid kommen der CDU Bedenken, ist klar. Bleibt noch die Frage zu beantworten, wer der klammen Hamburger CDU die von Experten auf über 100 Tsd. Euro geschätzte Klage finanziert hat? Fragen dazu beantwortet die CDU bisher nicht.

Hier die Pressemeldung des Bündnisses zu dem Urteil des Hamburgischen Verfassungsgerichts:
Energienetze: Verfassungsklage der CDU nicht zulässig / Volksentscheid wird kommen!
Das Hamburgische Verfassungsgericht hat heute die CDU-Verfassungsklage gegen den geplanten Volksentscheid zur Rücknahme der Energienetze in die Öffentliche Hand abgewiesen. Damit ist der Weg für den Volksentscheid am 22. September 2013 frei.

Das Verfassungsgericht kommt zu dem einstimmigen Beschluss, dass die Verfassungsklage unzulässig ist. Die CDU hatte im Dezember 2012 Verfassungsklage eingereicht, damit aber die Fristen für eine solche Überprüfung nicht eingehalten. Mit seiner Entscheidung folgt das Gericht der Auffassung der Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ, derzufolge eine Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit in der Regel vor der zweiten Stufe der Volksgesetzgebung, dem Volksbegehren, zu erfolgen hat. Das Volksbegehren hatte UNSER HAMBURG – UNSER NETZ bereits im Juni 2011 mit über 116.000 Unterschriften durchgeführt.

„Wir freuen uns über das grüne Licht für den Volksentscheid. Die Hamburger Bürgerinnen und Bürger sind nun aufgefordert, über diese zentrale Weichenstellung der Energiepolitik zu entscheiden. Kommunale Netze sind gut für die Energiewende, und die Gewinne aus dem Netzbetrieb verbleiben zudem in Hamburg“, so Manfred Braasch, Theo Christiansen und Günter Hörmann, die Vertrauenspersonen von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.

UNSER HAMBURG UNSER NETZ wurde im Verfahren vor dem Hamburgischen Verfassungsgericht durch Dr. Till Steffen von der Kanzlei elblaw Rechtsanwälte vertreten.

Dienstag, 26. Februar 2013

Rekommunalisierung: CDU Anti-Kampagne geblockt

Gestern erst haben wir über die Psycho-Spiele des SPD Senats in Hamburg berichtet, heute berichtet das Hamburger Abendblatt darüber, daß sich die unsägliche Kampagne der CDU als Rohrkrepierer erweist. Hintergrund: weil die CDU zu der sachlichen Diskussion um die Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg tatsachlich seit 2 Jahren nicht einen einzigen bemerkenswerten Beitrag beisteuern konnte (hat vielleicht auch damit zu tun, weil in der Hamburger CDU ein energiepolitischer Sachverstand schlicht nicht vorhanden ist - Gegenbeweise zu dieser These sind stop-greenwashing herzlich willkommen), hat die Hamburger CDU sich hinter ihrem populistischen Zugpferd Kläffer Scheuerl versammelt mit dem Ziel, in Hamburg die direkte Demokratie abzuwürgen. Wo kämen wir auch hin, wenn die "Volksparteien" ihren alleinigen Machtanspruch tatsächlich mit dem Volk teilen müßten? Und wo kämen wir hin, wenn richtungsweisende Entscheidungen tatsächlich von denen bestimmt würden, die sie betreffen?

Mehr dazu auch bei unseren Kollegen von umweltFairändern:
Volksentscheid Energienetze Hamburg – Gutachten zerlegt Vorwürfe der CDU

Montag, 25. Februar 2013

SPD-Psychospiele sind kein Ersatz für ordentliche Energiepolitik

Mit Psychospielen machte letzte Woche die Hamburger SPD Senatorin von sich reden.
Im Wedel-Schulauer Tageblatt fand sich ihre Aussage:
Blankau fürchtet: Ohne Gaskraftwerk drohten Hunderttausenden Hamburgern in westlichen Stadtteilen ab 2017 kalte Wohnungen.
Damit verläßt Frau Blankau in der Diskussion um das neue fossile Vattenfall-Kraftwerk endgültig die Sachebene und verläuft sich in einer populistischen Sackgasse. Sie scheint noch im technologischen Mittelalter hängen geblieben zu sein, wenn für sie einzig und allein Großkraftwerke, gebaut und betrieben von einem der vier deutschen Energie-Monopolisten als Energiequelle in Frage kommen. Die Energiewende mit dezentralen regenerativen Anlagen kommt in Frau Blankaus Gedankenwelt jedenfalls nicht vor. Genausowenig wie es ihr gelingt, den Blick über den eigenen Tellerrand zu erheben und den Blick in die Schleswig-Holsteiner Landesmetropole zu richten, wo sich eine breite Koalition aus Parteien (auch der dortigen SPD), Initiativen, Bürgern und den Stadtwerken Kiel für eine dezentrale modulare Lösung und gegen ein einzelnes Großkraftwerk entschieden hat. Ein Großkraftwerk in Wedel daher als „alternativlos“ darzustellen, muß man also schon als bewußte Volksverdummung abtun.
Und wenn diese Verdummung nicht verfangen sollte, dann wird eben eine Drohung ausgesprochen „Hunderttausenden Hamburgern drohten kalte Wohnungen“, so Blankau laut Zeitungsartikel, wenn der Volksentscheid „Unser Hamburg, unser Netz“ die Vorherrschaft von Vattenfall in Hamburg beende, welche der SPD-Senat unbedingt erhalten möchte. Der Antrieb für den SPD-Senat ist dabei alleine der Hang zur absolutistischen Macht. Bürgermeister Scholz bzw. „König Olaf“ und mit ihm seine willfährigen SPD-Senatoren sind zu sehr in ihre Macht verliebt, als das sie den Volkswillen statt der eigenen Machtpolitik akzeptieren.

Ach, Frau Blankau. Die Drohungen, daß in Hamburg, Deutschland und der Welt die Lichter ausgehen, haben wir alle schon in der Vergangenheit gehört. Und zwar von den 4 Energiemonopolisten einschließlich der SPD Freunde von Vattenfall, als es um die Abschaltung der AKWs nach Fukushia ging. Und es stellte sich als großer Bluff heraus.

Wer einmal lügt, Frau Blankau, dem glauben die Menschen nicht mehr. Die Menschen haben dazu gelernt. Sie sollten das Vertrauen, das viele Menschen in Hamburg noch in die Politik des jetzigen Senats setzen, nicht so leichtfertig und durchschaubar aufs Spiel setzen.

Es gibt auch nur noch sehr wenige Menschen, die heutzutage glauben, daß die Erde eine Scheibe sei.

Montag, 11. Februar 2013

Mehrheit der HamburgerInnen für 100% Rekommunalisierung

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Das Hamburger Abendblatt hat die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Telefonumfrage bei ca. 1000 HamburgerInnen veröffentlicht. Demnach sind 64 Prozent der Befragten für den Rückerwerb der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze zu 100 Prozent. Das "Scholz-Modell" von 25,1% Beteiligung wird damit eindeutig abgelehnt.

Einen ausführlichen Kommentar zum Ergebnis gibt es bei unseren Kollegen von umweltFAIRändern.de.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Vattenfall wird zum Affen gemacht

Normalerweise machen sich ja die Offiziellen des Konzerns selbst "zum Affen", aber dieses Mal haben ein paar mutige und selbstironische Baukletterer gezeigt, was Sache ist.

Aber lest selbst. 


Montag, 21. Januar 2013

Kohlekraftwerk Wedel abschalten!

Und zwar so schnell wie möglich. Mehr zum Hintergrund dieser Forderung am Ende dieses Artikels.

die Chronologie der letzten Woche:

Mittwoch, 16.1., gegen 11:00 Uhr fällt Block 1 aus.
Ursache ist öffentlich nicht bekannt. Es mußte eine Sofortabschaltung vorgenommen und enormer Druck in Form von Wasserdampf abgelassen werden. Das gesamte Kraftwerk war eingenebelt und es war laut Anwohnern ohrenbetäubend laut. Da die nächste Wohnsiedlung nur ca. 150 m entfernt ist, hatten einige Bewohner Panik-Anfälle.

Hier ein Artikel zu dem Vorfall.

Freitag, 18.1., fällt Block 2 aus (Rohrbruch). 

Sonntag, 20.01., gegen 10:00 Uhr wieder Ausfall von Block 1
offizieller Grund: Defekte Steuereinheit. Da war Block 2 noch nicht repariert. Also Totalausfall des gesamten Kraftwerks. Ab ca. 15:00 Uhr wurden in Teilen von HH (25.000 Haushalte) die Wohnungen kühl. Nach 5 Stunden konnte die Wärme im Netz nicht mehr gehalten werden. Gestern gegen Abend war Block 2 wieder repariert. Es dauert dann wieder ca. 5 Stunden bis die Wohnungen warm sind.

Hier ein Artikel zu dem Vorfall.

Kommentar:
Mit Sachverstand lassen sich zwei Schlüsse aus den wiederholten Störfällen des alten Kohlekraftwerks ziehen:
1. nebn dem klimapolitischen Gebot, daß alle Kohlekraftwerke weltweit so schnell wie möglich ersetzt werden sollten: das KoKW Wedel ist überaltet, und Vattenfall hat jahrelang an Investitionen gespart, daher muß es so schnell wie möglich außer Betrieb gesetzt werden

2. auch dieser Fall zeigt wieder die Anfälligkeit von zentralen Systemen! Völlig egal, ob Vattenfall mit Hamburger Steuergeldern jetzt an dem völlig ungeeigneten Standort (Wohnbebauung) ein neues fossiles Gaskraftwerk bauen möchte: eine dauerhaft sichere Versorgung gibt es nur mit dezentralen Systemen. Und kleine BHKW (auch wenn man viele braucht) lassen sich viel schneller bauen und in Betrieb nehmen als ein 1000 MW Kraftwerk, wie es Vattenfall zusammen mit der SPD/Scholz plant. Das ist Politik von vorgestern. 

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Vattenfall Hatakka beklagt zuviel EE Kapazität

Heute morgen stellt sich wieder die Frage:
Wer macht sich mehr zum Affen?
Derjenige, der Blödsinn von sich gibt, oder derjenige, der es auch noch druckt?

Ok, einigen wir uns: Handelsblatt/Reuters und Hatakka sind zusammen die Affenbande.

Hatakka, Deutschland Chef von Vattenfall, hat Reuters ein Interview gegeben und das Handelsblatt hat daraus einen selten dummen Artikel gemacht. Eigentlich ist das Interview ein Weihnachtsgeschenk für jeden halbwegs kompetenten Wirtschaftsjournalisten, denn es bietet zig Ansätze für eine kritische Betrachtung. Aber fundierter kritischer Journalismus im Handelsblatt? Fehlanzeige. Die einzige Anzeige, die es gibt, ist diese Werbeanzeige von Vattenfall in Form des Artikels.

Ok, ein paar Kostproben aus dem Interview.
(Zitat:)Im Jahr 2020 würden in Deutschland wohl Erzeugungskapazitäten in einer Größenordnung von 220.000 Megawatt stehen. „Wir haben also 2020 Kapazitäten, die zweieinhalb Mal so hoch sind wie der Verbrauch.“ Mehr als 150.000 Megawatt seien nicht notwendig. Die unnötigen Investitionen in Anlagen mit 70.000 Megawatt würden nach seiner Schätzung rund 130/140 Milliarden Euro verschlingen. „Das kann sich Deutschland nicht leisten.“
Wie dämlich ist diese Aussage? Wird doch gerade Hatakka und seine Bande an anderer Stelle nicht müde, dauernd zu wiedrholen, daß die Erzeugung aus EE volatil ist. Heißt: natürlich braucht man bei den EE eine Erzeugungskapazität, die sich nicht nach der max. möglichen Erzeugung zu einem optimalen Zeitpunkt ausrichtet (Starkwind-Sommertag um 12 Uhr mittags), sondern eine Kapazität, die auch zu suboptimalen Zeitpunkten trotzdem eine möglichst hohe Leistung an EE bereitstellt. Aber auch aus anderem Grund ist Hatakkas Aussage lächerlich: die Abschaltung von 8 AKWs ohne jede Einbuße hat gezeigt, wie überdimensioniert bisher der KW-Park in Deutschland war. Vattenfall gehörte zu den Konzernen, die dieses Thema stets unterdrückt und tot geschwiegen haben. Diese völlige Überdimensionierung wurde und wird endlich durch die Energiewende korrigiert.

(Zitat:)„Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, an der Akzeptanz zu arbeiten.“ Zugleich kritisierte der Finne, der seit rund zehn Jahren in verschiedenen Funktionen für Vattenfall tätig ist, Fehlentwicklungen. „Wir haben immer mehr Planwirtschaft und immer weniger Markt. Das beunruhigt mich, das ist nicht positiv. Die Gefahr besteht, dass dadurch die Wende zu teuer wird.“

Diese Aussage gehört zum größten Witz des Interviews. Die großen 4 Konzerne haben jahrzehntelang von der Planwirtschaft im Energiebereich hervorragend gelebt und bekämpfen auch heute noch die Marktwirtschaft, wo sie nur können. Die ersten alternativen Stromanbieter mußten sich in den Markt klagen. Und gerade Vattenfall hat sich in HH den Staat in Form des SPD Senats eingekauft, um dort seine Monopole zu sichern. Hier nachzukanten wäre die Chance für Journalismus gewesen ...
(Zitat:)Vorantreiben will der Konzern auf jeden Fall seine Schadenersatzklagen gegen den von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg. „Wir erwarten eine faire Kompensation für den Schaden, der uns durch den beschleunigten Atomausstieg entstanden ist.“

Ein ewiges Thema von Vattenfall ... dazu ist eigentlich alles schon gesagt und geschrieben. Alleine dafür, daß sich die SPD Chefs in Hamburg und Berlin trotzdem mit diesem Konzern gemein machen bzw. machen wollen, kann man den Glauben an das Gute in der Politik, namentlich der SPD, verlieren.
Und auch den Glauben an den Wirtschaftsjournalismus, wenn Blätter wie das Handelsblatt so einen Werbetext unhinterfragt abdrucken. Zeitungssterben? Ja bitte. Denn jedes in Wärme verbrannte Stück Holz bietet mehr Nutzen als die Verarbeitung zu Papier, auf dem dann unter dem Label "Journalismus" immer wieder solch ein Schmarrn verbreitet wird.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Energiekonzerne mißbrauchen Netzausbau

So deutlich hat es noch kein Nachrichten-Format auf den Punkt gebracht wie Frontal21 in der letzten Ausgabe: so wie jetzt geplant dient der (Übertragungs)Netzausbau hauptsächlich dem künftigen Stromexport von Braunkohlestrom.

Zitat aus dem Beitrag:
Doch tatsächlich stellt sich die Frage nach dem Vorrang nicht mehr, denn das geplante Netz soll groß genug für alle sein - für Windstrom aus dem Norden und für voll ausgelastete Braunkohlekraftwerke der Energiekonzerne, von RWE im Westen, und von Vattenfall im Osten.
HIER geht es zur Sendung. 

Eine solche Förderung der Braunkohleverstromung durch den Netzausbau verhindert dann sogar die Energiewende im eigentlichen Sinne.
Dies ist geradezu eine perverse Logik der Braunkohlekonzerne und deren angeschlossener Lobby, zu der leider auch die Bundesnetzagentur zählt.
Denn ist es doch gerade die Energiewende, die als Pauschalbegründung für den Netzausbau herhalten muß und mit der alle berechtigten Bedenken gegen die geplante Dimension, Trassenführung, etc. von BürgerInitiativen, Umweltverbänden etc. weggewischt werden sollen.






Montag, 17. Dezember 2012

Keine Verlängerung der Laufzeit von Kohlkraftwerken

Wie berichtet gab es am vergangenen Freitag eine Abstimmung im Bundesrat über eine mögliche Laufzeitverlängerung für Deutschlands älteste Kohlekraftwerke (indem den Betreibern ab 2019 notwendige Nachrüstungen zum Schutz der Menschen und des Klimas "erspart" werden sollten, welche diese Altanlagen für den Weiterbetrieb unwirtschaftlich machen werden)

Kurz vor der Abstimmung war dieser Vorstoß öffentlich geworden, und danach gab es hinter den Kulissen wohl noch hektische Kommunikation.

Noch ist das Protokoll der Sitzung nicht online, in der veröffentlichten Beschlußfassung zu dem entsprechenden Tagesordnungspunkt steht der umstrittene Passus aber nicht mehr drin.

Heißt: die Änderung = Ausnahme von Bestandsanlagen größer 300 MW = Verlängerung ist nicht
beschlossen worden.

Ein Sieg für die Energiewende und gegen Konzern-Lobbyismus, der die gewünschte Ausnahme der künftigen Grenzwerte für Altanlagen ins Gesetz mogeln wollte.


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Vattenfall will Geld von uns allen für eigene Reparaturkosten

Stell Dir vor, Dein PKW bleibt mit einer Panne liegen (wahlweise auch Dein Fahrrad). Und die Reparaturkosten stellst Du anschließend dem Staat in Rechnung.
Lustig, oder?
Vattenfall meint das ernst. Hier ein aktueller Beitrag des dradio über Vattenfall, den ausgesuchten Partner der Hamburger SPD für die Energiewende.

SPD Hamburg steckt tief drin in der braunen Vattenfall Soße

Erst vor ein paar Tagen schrieben wir über den Abbau von Vattenfalls Werbeausgaben. Dabei würden sich die PR-Strategen bei Vattenfall zu Weihnachten wahrscheinlich nichts sehnlicher wünschen als ein paar Milliarden mehr, um auch 2013 wieder aus allen greenwashing-Rohren zu feuern. Denn die Einschläge kommen immer näher. Erst Ende November hat das DIW eine Studie veröffentlicht, welche Vattenfalls heilige Kuh in Deutschland schlachtet: die Braunkohle.
Fazit der Studie:
Der Bau neuer Braunkohlekraftwerke lohnt sich betriebswirtschaftlich nicht und würde es erschweren, die CO2-Reduktionsziele der Bundesregierung zu erreichen. Daher gibt es in Deutschland auch keinen Bedarf, neue Braunkohletagebaue aufzuschließen, die genehmigten Abbaumengen reichen in allen Braunkohlerevieren aus, um die bestehenden Kraftwerke bis ans Ende ihrer Lebensdauer zu versorgen.

Das ist eindeutig . Entsprechend dünnheutig sind die Erwiderungen seitens Vattenfall und der Braunkohle-Lobby. Aber die größte Braunkohlelobby sitzt nicht in der Wirtschaft, sondern in der SPD. In NRW hat das jahrzehntelang Tradition. In Hamburg ist das so, seitdem mit Kohlaf Scholz ein enger Vattenfall-Buddy die SPD regiert, und die SPD und Vattenfall auch mal Personal untereinander tauschen. Also, so sieht sie in Wirklichkeit aus, die Energiewende mit der SPD Hamburg & Vattenfall: knietief in der braunen Soße.

Damit den kommenden Generationen auch in Hamburg und SH das Wasser bis zum Hals steht. 


Dienstag, 11. Dezember 2012

SPD & Grüne für Laufzeitverlängerung der KoKW ?!

update

ja, so schön kann Demokratie sein .. wenn man sich die Gesetze durch die großen Energiekonzerne schreiben läßt.

Unter dem Radar der Öffentlichkeit und damit auch der Umweltschutzinitiativen möchte mal eben am kommenden Freitag der SPD dominierte Bundesrat die Laufzeit von Deutschlands ältesten KoKW verlängern. Unter tätiger Mithilfe der Grünen Politiker in den gemeinsamen Landesregierungen?!Hoffentlich nicht.

Es geht dabei nur um 3 Worte ... mit großer Bedeutung.

Aus dem Satz über im Jahresmittel einzuhaltende Emissionsgrenzwerte, der jetzt lautet:
(1) Großfeuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von mehr als 300 MW sind so zu errichten und zu betreiben, dass kein Jahresmittelwert von Gesamtstaub einen Emissionsgrenzwert von 10 mg/m³ überschreitet.


soll der Satz werden:


Aus der Gesetzesvorlage, Seite 29:
§ 11, im Jahresmittel einzuhaltende Emissionsgrenzwerte, Absatz 1:

(1) Großfeuerungsanlagen, ausgenommen bestehende Anlagen, mit einer Feuerungswärmeleistung von mehr als 300 MW sind so
zu errichten und zu betreiben, dass kein Jahresmittelwert von Gesamtstaub einen Emissionsgrenzwert von 10 mg/m³ überschreitet.


Welche Bedeutung diese 3 Worte haben, kannst Du bei der Klima-Allianz nachlesen. 





Vattenfall kann auch CDU

...  wenn es um die "große" Politik geht.

Fotobeweis

Die Hamburger CDU revanchiert sich da doch gerne und klagt mal eben gegen die Inititiative zur Rekommunalisierung der Energienetze ...

Dazu ein Leserbrief:

Gerade die CDU, die in ihrer Amtszeit unter Beust finanziell alles verbockt hat, was sie verbocken konnte (HSH Nordbank, Elbphilharmonie, usw), macht sich jetzt sorgen um den Haushalt? Bürgerwille hat die CDU auch noch nie interessiert (siehe Krankenhaus-Privatisierung). Wenn die CDU wenigstens noch wirtschaftliche Kompetenz hätte, wüßte sie, daß jetzt ein guter Zeitpunkt ist, die Energienetze zurückzukaufen, bevor uns die Konzerne in den Jahrzehnten richtig bluten lassen werden. Aber das tollste: bei der CDU wedelt der Schwanz Scheuerl mit dem Hund Wersich. Daß Scheuerl nach dem Motto vorgeht "Du sollst keinen Volksentscheid haben neben mir" macht diese "Christliche" Partei auch nicht glaubwürdiger.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Vattenfall backt nur noch kleine Werbe-Brötchen

Das prmagazin hat recherchiert, daß Vattenfall Deutschland seinen Etat und sein Personal in der Kommunikationsabteilung erheblich zusammenkürzt.

Zitat:
Der Energiekonzern Vattenfall halbiert in Deutschland die Zahl der Vollzeitstellen. Grund dafür ist laut Konzernsprecher Stefan Müller eine Zwei-Drittel-Kürzung des Budgets seit 2010. Von den ursprünglich rund 150 Vollzeitarbeitsstellen in Deutschland sollen etwa 70 übrig bleiben. „Die Umsetzung der neuen Struktur soll zum Jahreswechsel erfolgen“, sagte Müller. 
Im Etat der Kommunikationsabteilung sind üblicherweise das Personal und Budget für Marketing, Werbung, Sponsoring, PR, etc. gebündelt.
Im Ergebnis heißt das: Vattenfall streicht seine Werbeausgaben und daher auch das Marketing-Personal massiv zusammen. Dies ist doppelt bemerkenswert, heißt es doch:
1. die VerbraucherInnen fallen nicht mehr auf Vattenfalls Werbemärchen rein, deshalb bringen große Kampagnen und Sponsoringaktivitäten für Vattenfall keine neuen und verhindern auch nicht den Wechsel von immer mehr bestehenden Kunden. 
2. gerade jetzt in den Zeiten der "Energiewende" müßte Vattenfall eigentlich seine Ausgaben in Bereich der Werbung erhöhen, um seine Kunden zu halten ... wenn Vattenfall denn Angebote hätte, welche die Kunden auch haben wollten. Aber als Produzent von Braunkohle, Steinkohle-, und Atomstrom bei nur ca. 1% regenerativer Erzeugung gibt es da nichts im Angebot, was Vattenfall offensiv bewerben könnte.

Vattenfall ist daher nur noch auf Sicherung der Pfründe aus, die der Komzern in Deutschland noch hat. Das sind u.a. die Energienetze in HH und Berlin, die aber auch massiv von großen gesellschaftlichen Bündnissen aus Bürgerinitiativen, Kirche, Umweltverbänden, usw. bedroht sind.  
Letzter (aber leider mächtiger) Strohhalm für Vattenfall ist daher die möglichst punktgenaue Beeinflussung von Medien und Politik durch PR- und Lobbyarbeit. Wie das wunderbar am Beispiel Hamburg aussieht, sieht mensch z.B. an dem Sponsoring des Presseballs, an der Einstellung eines SPD-Landesvorsitzenden, einer Hofierung des SPD-Bürgermeisters, an der Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt usw.

Wenn ihr also nicht mehr die BürgerInnen verarschen könnt, dann versucht Ihr es weiter mit der Beeinflussung der Medien und der PolitikerInnen, nicht wahr, liebe Verantwortliche bei Vattenfall? Leider gibt es eben auch noch viele unwissende und/oder willfährige Akteure bei den Medien und in der Politik, die Vattenfall beeinflussen kann.

 Konsequent heißt es daher auch am Ende der Meldung des permagazins:
"Einzig die Pressearbeit [bei Vattenfall] sei nicht vom Stellenabbau betroffen."

Ach ja: Schöne und besinnliche Weihnachtsgrüße an die "Kollegen" im Überseering. Wobei unser frommer Wunsch an Euch ist: ihr würdet in Zukunft noch häufiger kleine Brötchen backen statt kleine Kinder euer greenwashing backen zu lassen ...

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Homann erklärt uns einen Saftladen

Die ZEIT veröffentlicht einen Artikel über einen NICHT drohenden Blackout ... und gibt dann dem Chef der Deutschen Netzagentur viel Raum für seine raumgreifenden Phantasien:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/stromausfall-netzagentur

Was für ein sinnloser Artikel.

Was man wissen sollte: Die Netzagentur und namentlich ihr Chef, Herr Homann, sind ein ausgewiesener Freund der großen Stromkonzerne und großer Lösungen, Kraftwerke, Netzausbau. Also ein Freund all der Dinge, wo man Milliarden bewegen und verdienen kann. Alles, was mit kleinteiligen, autarken, dezentralen, selbstbestimmten Erzeugungsleistungen zusammenhängt, mag die Netzagentur nicht sonderlich.

Ich versuche es mal mit einem Vergleich:

Nehmen wir an, Homann verträte Apfel-Großhändler, die fleißig ihre Äpfel an die Safthersteller und Privatverbraucher liefern.

Dann würde der Text heißen:


Homann hält es daher für überflüssig, dass sich Safthersteller selbst stärker im Anbau von eigenen Apfelbäumen engagieren.

Auch die Verbraucher warnte der Chef der Netzagentur vor Autarkiebestrebungen beim Apfelanbau: "Das wäre Geldverschwendung. So ist der Apfelmarkt keinesfalls gedacht." Der Apfelbaum im Garten etwa biete keine reale, sondern nur eine rechnerische Selbständigkeit. "Der Apfel bleibt ja nicht vor Ort, sondern fällt weit vom Baum", erklärte er.

Und?
Würde die ZEIT so einen Schwachsinn verbreiten?
Nein.
Aber bei der Energiewende fragt nur selten einer der Journalisten vor dem Hinschreiben, was für ein Lobby-Gewäsch er da gerade weiterverbreitet.
Richtig ist:
immer mehr Betriebe in Deutschland versorgen sich selber, z.B. mit BHKWs, weil sie es können. Und weil sie unabhängig von den Stromkonzernen und deren Preispolitik sein wollen. Das ist keine Geldverschwendung, das nennt man Unternehmertun, Herr Homann. Gleiches gilt für die Privatverbraucher, die sich Solaranlagen aufs Dach setzen, oder Genossenschaften oder sonstige Akteure, die Teil der Energiewende sind.