Sonntag, 3. April 2011

Richtigstellung zu greenwashing Aussagen des Vattenfall Bevollmächtigten Pieter Wasmuth

Da am Wochenende die Vattenfall-Presseabteilung schläft nicht besetzt ist, springt heute stop greenwashing gerne den Kollegen zur Seite und stellt folgende Aussagen seitens Pieter Wasmuth in der April Ausgabe von SZENE HAMBURG richtig:

1. Vattenfall Europe ist NICHT das Stadtwerk Hamburgs.
Richtig ist: Vattenfall Europe inszeniert sich mit seinen greenwashing Veranstaltungen gerne als Stadtwerk. Diesen Status hat Vattenfall jedoch schon seit Jahren verloren. In keiner anderen Großstadt Deutschlands (und in keinem anderen Bundesland) sind bereits mehr Kunden zu regenerativen Anbietern gewechselt: 15,7 %. Und in dieser Zahl enthalten sind noch nicht mal all die Kunden, die Tschüss Vattenfall gesagt und zu nicht ausschließlich regenerativen Anbietern gewechselt sind! Nachzulesen u.a. im ZEIT Magazin, online hier zu finden.

2. Vattenfall trägt NICHT dazu bei, daß Hamburg eine lebenswerte Stadt bleibt.
Richtig ist: Wie gefährlich es ist, wenn sich AKWs in direkter Nähe von Millionenstädten befinden, beobachten wir aktuell in Japan. Dort sind die explodierten Reaktoren in Fukushima zwar sogar 200 KM von Tokio entfernt, und trotzdem steigt die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung von Luft und Wasser in der Mega-Metropole von Tag zu Tag. Hamburg wäre im Falles eines GAU in Krümmel und Brunsbüttel sehr viel schneller bedroht! Macht das Hamburg lebenswert, Herr Wasmuth?

Im Hamburger Stadtteil Moorburg baut Vattenfall ein Kohlekraftwerk. Benachbart zum Standort in Moorburg liegt der Stadtteil Wilhelmsburg. Der Verein „Wilhelmsburger Ärzteschaft“ warnt: Moorburg wird laut Planungen einen zusätzlichen Ausstoß von ca. 400 Tonnen Feinstaub verursachen: das sind ca 200 Gramm für jeden Bürger Hamburgs + Umland! Aber statt zwei Tafeln Schokolade wird den Hamburgern hier die gleiche Menge übelster Dreck angedreht. "Ein Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Atemwegserkrankungen wird von niemand angezweifelt", so die Ärzteschaft. Dazu kommen 8 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) jährlich zusätzlich aus dem KoKW. Zitat:
Leider sind es gerade kinderreiche Stadteile wie Wilhelmsburg, Veddel, Rothenburgsort, Billstedt, die gesundheitsschädigenden Umweltfaktoren in besonderer Weise ausgesetzt sind.
 Hier das komplette Statement der Wilhelmsburger Ärzteschaft.
 Macht das Hamburg lebenswert, Herr Wasmuth?

Pieter Wasmuth fragt sich in dem SZENE Interview weiter, was viele Autoren bewegt habe, statt wie bisher bei den Vattenfall Lesetagen dieses Jahr  bei Lesetagen selber machen zu lesen.
Er weiß die Antwort nicht (er liebt halt Understatement, der smarte Herr W.), hat aber schon die Vermutung, daß ihm die Antwort am einfachsten die Autoren selbst geben könnten.
Richtig, Herr Wasmuth. Kommen Sie doch einfach zu einer der Veranstaltungen von "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" und fragen Sie den Autor/die Autorin.

Bei der Veranstaltung würde Herr Wasmuth auch gleich lernen, daß Hamburgs Kultur gut ohne das greenwashing von Vattenfall funktioniert. Sehr gut sogar.

Donnerstag, 31. März 2011

Fukushima mahnt: Rede von Probst Jürgen F. Bollmann am 26.3.

Hier findet ihr die Rede von Jürgen F. Bollmann, Propst und ständiger bischöflicher Stellvertreter im Sprengel Hamburg und Lüneburg, die er auf  der Abschlußkundgebung der Anti-AKW Demo "Fukushima mahnt" am 26.3. in Hamburg gehalten hat.

Ich gehörte am Samstag zu denjenigen mehreren tausendTeilnehmern, die wegen der großen Teilnehmerzahl erst nach seiner Rede den Rathausmarkt in HH erreichten und habe die Rede deshalb leider nicht "live" erlebt. Als ich gestern nun das Redemanuskript erhielt, war ich beeindruckt ob der gelungenen Mischung aus Mahnung und gleichzeitig Bestimmtheit seiner Rede. Deshalb habe ich sie hier verlinkt.

Mittwoch, 30. März 2011

Gedankenspielerei

Hamburg, Stadtteil Altona, Herbst 2011
Nein, er würde sich nicht in die Rolle desjenigen drängen lassen, der ohne Rücksicht auf Bürger und Umwelt ein milliardenschweres Bauprojekt über Jahre hinweg durchzieht. Er weiß, dass es nicht sinnvoll ist, wenn Bagger und Planierraupen auf Dauer nur dank eines massiven Polizeiaufgebots arbeiten können. Deshalb beriet er sich gleich am Montagmorgen mit dem gesamten Vorstand des Staatskonzerns. Und alle waren sich einig: Es darf nicht wieder von vorne losgehen mit dem Ärger. Kurz: Vattenfall will keinen Krawall mehr.
So könnte es ausschauen, sollte Vattenfall seine Pläne zur Moorburgtrasse gegen die Vernunft und gegen die Anwohner im Herbst 2011 genauso wie im Winter 2009 durchsetzen will.

Klingt realistisch? Ja.

Jetzt und hier ist es jedoch kein schwedischer Staatskonzern, sondern ein deutscher, und es geht es in dem Text der SZ online um Stuttgart21.

Dienstag, 29. März 2011

FAZ: Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds

Heute kurz und knapp der Verweis auf eine schonungslose Aufdeckung des "Grün Sprech" der Atomlobby bei der FAZ. Hmm, wenn jetzt selbst konservative Säulen wie die FAZ und dann auch noch in Gestalt von Frank Schirrmacher den Atomlobbyisten von der Leine gehen ... hach, dann wirkt der Frühling doppelt belebend (und doch wieder eingetrübt von den Gedanken, was sich in Japan abspielt). Es ist ein Wechselbad der Gefühle: da muß erst Japan in die Atomkatastrophe fallen, damit die skrupellosen Betonköpfe hier in Deutschland in der Versenkung verschwinden. Genauso hätte es uns hier vor Ort treffen können.

Freitag, 25. März 2011

Sagt DAS Vattenfall seinen Lesetage-Besuchern?

Gestern schrieb ich noch, Vattenfall habe eine beängstigend beschränkte Phantasie. Heute muß ich mich korrigieren: Vattenfall hat eine bestürzend verquere Phantasie.

Vattenfall ist ziemlich vergräßt, weil es ein paar unbeugsame Gallier gewagt haben, eine tolle Alternative zu den Vattenfall Lesetagen aufzubauen. (siehe vorherigen Beitrag).

So läßt sich auch erklären, daß einer der zahlreichen Pressefuzzis Pressesprecher von Vattenfall in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" sagte:

Darüber hinaus verweist Kleimeier auf die Unterstützung der Autoren, "die nach wie vor gern zu den Lesetagen kommen." Auch sei, so der Vattenfall-Sprecher "das Interesse bei unseren Besuchern ungebrochen. Allein im vergangenen Jahr nahmen mehr als 12.000 Kinder und Erwachsene an den 122 Veranstaltungen teil. Diese Abstimmung mit den Füßen ist für uns Vertrauensbeweis und Ansporn zugleich."

Richtiechhhhhhhh, lieber Herr Kleimeier. Ich kann verstehen, daß Autoren, die Vattenfall sehr gut bezahlt, gerne zu Ihnen kommen (wobei, Herr Kleimeier, der ein und die andere der AutorInnen das Wort "gerne" wahrscheinlich nicht unterschreiben würde).

Aber wirklich gespannt bin ich auf Ihren Auftritt vor den 800 Kindern, die Sie für Ihre Auftaktveranstalung herankarren. Ich sehe Sie, Herr Kleimeier, vor meinem geistigen Auge, wie Sie den gespannt lauschenden Kindern erzählen: "Guckt mal, liebe Kinder, so ein Kraftwerk, was da gerade in Japan brennt und explodiert und die Luft und das Wasser verseucht ... so ein tolles Atomkraftwerk bertreiben wir auch hier vor Hamburg - und sogar 2 Stück!"

Na, dann mal los, Herr Kleimeier, mit richtigem Ansporn voraus.

Jo, Kinder aus der 2. Klasse herankarren, Autoren bestechen bezahlen und das als Abstimmung mit den Füßen bezeichnen ... mich wundert bei Ihnen und Vattenfall echt gar nichts mehr.

Kleimeier, setzen, 6!

Moorburgtrasse-stoppen: Lesetage selber machen -- Vattenfall Tschüss sagen...

Moorburgtrasse-stoppen: Lesetage selber machen -- Vattenfall Tschüss sagen...: "vom 6. bis 15. April 2011 Ja, darauf haben viele gewartet. Nun ist sie da, die Alternative zu den „Vattenfall Lesetagen'. Immer im Frühjah..."

Donnerstag, 24. März 2011

zum Fürchten: die begrenzte Vorstellungskraft von Vattenfall

Auf seiner Webseite veröffentlicht Vattenfall eine rührselige Erklärung des Deutsches Atomforum e.V. zum GAU in Fukushima.
Deutsches Atomforum e.V.:
Was sich so harmlos anhört, ist in Wahrheit eine verbrecherische verschwörerische Lobbyisten Truppe, welche die Vorstellungen von EON, EnBW, REW und Vattenfall den Politikern ins Ohr flüstert. vorschreibt. Und dadurch, daß Vattenfall diese Erklärung kommentarlos auf seiner Webseite veröffentlicht, gehe ich davon aus, daß sich Vattenfall diese Erklärung zu eigen macht.

Dort steht dann:
Die deutschen Betreiber sichern ausdrücklich zu, dass sie – wie auch in der Vergangenheit geschehen – eine qualifizierte Bewertung vornehmen werden, sobald die hierfür notwendigen gesicherten Erkenntnisse vorliegen.

Man erinnere sich an die qualifizierten Bewertungen, die Vattenfall nach den Störfällen in Brunsbüttel und Krümmel vorgenommen hat ... aber ok, da steht ja etwas von "deutschen Betreibern" im Text, wahrscheinlich nimmt sich Vattenfall also von der Pflicht einer Bewertung aus.

Aber ein paar Zeilen darunter schreibt Vattenfall das Deutsche Atomforum:

Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar. 
Es ist Donnerstag, der 24.03.2011, kurz vor halb vier Uhr nachmittags, ich sitze an meinem Schreibtisch in Hamburg. Hamburg gehört nach allgemeiner völkerrechtlicher Vorstellung zu Deutschland. Ich kann also zurecht behaupten: ich halte mich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland auf. Ich schließe die Augen, hier und jetzt. Und denke nach ... und habe die Vorstellung eines schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis. Ich öffne die Augen und weiß: Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland vorstellbar.

Mag sein, daß meine Vorstellung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis von der Berichterstattung der letzten 2 Wochen beeinflußt wurde.

Mag sein, daß Vattenfall das Deutsche Atomforum eigentlich schreiben wollte:
Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis in Deutschland ist nicht vorstellbar.
Mag also sein, daß das Deutsche Atomforum daran scheitert, seine eigenen Vorstellungen korrekt zu formulieren (wenn die daran schon scheitern, man gut, daß die keine AKWs betreiben).  

Aber das sind alles nur Vermutungen.


Fakt ist: Vattenfall lügt auf seiner Webseite ... und ich bin der lebende Beweis.

P.S.: daß Vattenfall noch nicht mal genug Phantasie aufbringt, um sich Ereignisse vorzustellen, die an einem Ort dieser Erde bereits Realität geworden sind ... zum Fürchten!

Tschüss Vattenfall: Scholz schaltet Krümmel und Brunsbüttel verbal ab

Aussagen von Politikern soll man mit Vorsicht genießen, aber diese ist mir schon einen Beitrag wert. Laut Radio Hamburg (sonst eher bekannt für Vattenfall freundliche Statements und Reportagen) hat Scholz in seiner gestrigen Regierungserklärung gefordert: "Brunsbüttel und Krümmel dürfen nie wieder ans Netz gehen."

Dann bin ich ja mal gespannt, wie Scholz seiner Forderung Nachdruck verleiht, sollte Vattenfall seiner Forderung nicht zustimmen. Oder wie er sich verhält, sollte Vattenfall dazu gar nichts sagen.

Sonntag, 20. März 2011

Kohlekraft ist kein Ersatz für Atomkraft

Die Welt schaut aktuell geschockt auf die Reaktorkatastrophe in Japan, Deutschland diskutiert den Ausstieg aus der Atomkraft. Jetzt, wo der Ausstieg in Deutschland so greifbar wie nie erscheint, gewinnt selbst für manche Atomkraftgegner die Kohlekraft wieder neuen Charme.

Ein Beispiel dafür ist die IG Metall, die zwar den Atomkraft-Ausstieg fordert, gleichzeitig aber auch den Neubau von Kohlekraftwerken. Dies verhindert jedoch den konsequenten, möglichen und nötigen Energiewandel.

Ein echter Energiewandel ist nur durch den Verzicht auf Atomkraft UND Kohlekraft möglich. 

Deshalb sitzt die BI Moorburgtrasse-stoppen auch im Orga-Team der Großdemo am 26.3. in Hamburg. Die BI spricht sich für das Abschalten und den kompletten Verzicht auf die Atomkraft aus. Jedoch werden wir von der Rednerbühne aus alle Menschen und MitstreiterInnen daran erinnern, nicht den schleichenden Tod zu vergessen. Dieser geschieht jeden Tag weltweit durch den Klimawandel, mitverursacht durch den CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke.


Infos zu der Großdemo gibt es bei Robin Wood:
http://www.robinwood.de/tag/fukushima/

Samstag, 19. März 2011

Gelbe Fässer ja, Gelbe Säcke nein

Wenn Vattenfall (zusammen mit RWE, EnBW und EON) eine unbekannte Anzahl an Gelben Fässern in der Asse versenkt, dann ist das ok (bzw. wird auf Kosten der Allgemeinheit geregelt).

Wenn AKW-Gegner symbolisch Gelbe Säcke vor der Vattenfall-Kundenzentrale in der HH Innenstadt abladen, dann wird das mit Schlagstockeinsatz verhindert.

So geschehen am heutigen frühen Abend. Ich war persönlich vor Ort und muß leider nach längerer Zeit mal wieder feststellen, daß zumindest am heutigen abend manche der beteiligten Polizisten völlig überfordert waren. Wohlgemerkt ging es um mit Altpapier gefüllte Gelbe Säcke, die vor der Tür der Geldsäcke Vattenfall abgeladen werden sollten. Die Aktion war kreativ, doch hatte die Polizei wohl im Vorfeld Wind von der Sache erhalten und das Kundenzentrum mit Gattern abgesperrt. Anstatt es nun bei dem so gesicherten Raum zu belassen, wurden die Demonstranten dann jedoch agressiv empfangen. Eine der aktuellen Diskussion gegenüber angemessene Reaktion sieht anders aus.

Einen ausführlichen Bericht gibt es bei indymedia.

Freitag, 18. März 2011

offener Brief an Harald Martenstein

Oben genannter Herr ist einer der bekannteren Kolumnisten in Deutschland. Verdient hat er sich das mit einer oft durchaus ansprechenden Schreibe. Gerne benutzt M. auch seine Kolumnen in Zeit(ungen) und im Web zum literarischen Befreiungsschlag aus den moralischen Zwängen unserer Tage.

So geschehen auch im ZEIT Magazin 6/2011, nachzulesen hier.

Mir ist alles egal! Esst Eier! Seid korrupt!


Nun müßt Ihr wissen, daß Herrn Martenstein alles so egal ist, daß er dieses Jahr bei den Vattenfall Lesetagen mitwirkt - natürlich nicht freiwillig, sondern gezwungen vom Honorar, das dieser DrecksKonzern ihm bezahlt.

Dazu mein Kommentar, lieber Herr M. :


Sie können beruhigt sein: kein rational denkender Mensch erwartet und verlangt von Ihnen, daß Sie die Verantwortung für alles schlechte und böse in der Welt übernehmen. Wirklich nicht.
Aber durchaus tragen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Tun. Denn das können Sie beeinflussen. Wie ich höre, werden Sie dieses Jahr auf den "Vattenfall Lesetagen" in Hamburg auftreten ... nun ja, ist das Ihr ureigener Zynismus? Oder die konsequente Fortführung Ihrer Handlungsweise "morgens brat ich mir ein Ei, abends lese ich dann bei einer Veranstaltungsreihe des offiziell dreckigsten (im wahrsten Sinne des Wortes) Konzern Deutschlands, und wenn nach mir die Sintflut kommt, ist mir das auch egal?"
Dann Chapeau: konsequent gehandelt.
Wenn Sie aber nicht wußten, wem Sie da Ihre Stimme leihen werden, dann ist noch Zeit für eine Handlungsalternative. Das ist ja die Krux unseres Lebens ... man kann sich nicht zurückziehen und sagen: "aber es gab doch keine Alternative". Die gibt es nämlich: "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen". Schauen Sie mal im Web nach der Veranstaltung, und nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Und ich verspreche Ihnen: wenn Sie das machen, rocke ich gerne mit Ihnen auf der Reeperbahn statt daß Sie von der Klimakatastrophe gerockt werden ... die Verantwortung für diese sollten Sie nämlich tatsächlich anderen überlassen.
Herzlichst
M.B.

Montag, 14. März 2011

Gruß aus einer anderen Zeit

Wie wenig sich der Lauf der Welt an die Regiebücher der Kernkraftwerksbetreiber hält, wird uns in diesen Tagen erneut vor Augen geführt.


In den Regiebüchern der japanischen AKW-Betreibern stand jedenfalls nicht von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und auch nichts von einer durch diese Stärke ausgelösten Flutwelle.

Leider haben sie aber vegessen, daß Drehbuch an unseren Planeten weiterzugeben. Und weil das so ist, kommt nun zusätzlich zum Entsetzen über den tausendfachen Tod und die Zerstörung in Japan die Sorge über die Entwicklung in den AKWs, hauptsächlich in dem Reaktor Fukushima I und III.

In Deutschland tritt das Unglück und die Ungewißheit keine Schlammlawine, sondern eine Greenwash-Lawine los. Man kann quasi sehen, wie sich die verantwortlichen Politiker bei der Antwort auf die Frage winden, was denn nun die aktuelle Situation in Japan für Deutschland bedeute.

Leugnen, daß es nicht beherrschbare Probleme gibt?
Schwer möglich angesichts der Bilder und Nachrichten aus Japan.

Zugeben, daß es nicht beherrschbare Probleme gibt?
Schwer möglich angesichts des Konflikts, den "unsere" Regierung mit der Laufzeitverlängerung geschaffen hat und den Argumenten, die man dafür aus der Mottenkiste geholt hatte: Brückentechnologie, sicher, CO2-freie Energiegewinnung, usw.

Gerne wird von "aufgeklärten" AKW-Befürwortern dann der ex-Greenpeacer Patrick Moore zitiert,
der später mit Greenpeace gebrochen hat (bzw. Greenpeace mit ihm) und der zu einem glühenden strahlenden Verfechter der Atomenergie wurde. Nachzulesen ist das z.B. in einem Artikel aus der Welt vom 01.08.2008, der auch online zu lesen ist: 

Die Atomenergie ist sicher


Tja, genauso, wie die Artikelüberschrift mal wieder von der Realität widerlegt wird, widerlegt die Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien die Aussage Moores "Deutschland kann nicht gleichzeitig Atomkraftwerke abschaffen und CO2-Ziele einhalten - Damit ruiniert sich eine große Industrienation". Genauso wie diese beiden Aussagen ist der ganze Kommentar eines: gefährlicher Quatsch! Das war er auch schon 2008. Aber heute mutet der ganze Kommentar wie ein Griff in Mottenkiste an. Daß er das ist, kann man auf diesem blog unter Energiepolitik nachlesen. Ich spare mir hier daher die Aufzählung der ganzen Falschaussagen und - annahmen von Moore.

Bleibt nur noch, auf Moores Frage zu antworten:
Wird es nicht Zeit, dass die Umweltbewegung einsieht, dass die Atomenergie keine Bedrohung ist, sondern das Zukunftsversprechen einer sicheren, sauberen Energie und die machtvollste Technologie, über die wir verfügen, um fossile Brennstoffe zu ersetzen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren?
Nein, Herr Moore, die Umweltbewegung wird angesichts von explodierenden Atomkraftwerken nicht einsehen, daß die Atomenergie keine Bedrohung für das Leben auf unserem Planeten ist! Wir glauben an das, was wir sehen, und nicht an das greenwashing und brainwashing von Energie-Lobbyisten.

Samstag, 19. Februar 2011

PR-Offensive wohl doch nicht von Vattenfall initiiert

Bild-Zeitung
Endlich: Ganz kurz vor der Wahl lüftet die Bild-Zeitung das Geheimnis um die Banderolenaktionen an den Wahlkampfplakaten: Es war nicht Vattenfall, die sich mit einer neuen PR-Offensive bei "ihren" Politikern bedankten, sondern laut Bild nur ganz gewöhnliche Plakatschmierer. Durch diesen Artikel in der Bild weiß jetzt allerdings die ganze Stadt, um was es bei diesem Wahlkampf (auch) geht.

Hintergrund zu diesem Artikel:
Wir berichteten am Samstag, den 5.Februar 2011:
Vattenfall: Danke für Moorburg!

Freitag, 11. Februar 2011

offener Brief an Herrn Farid Müller

In Hamburg ist Wahlkampf, was auch dem geneigten Leser von stop-greenwashing.org nicht verborgen geblieben sein dürfte. Auch ich habe daher von den Möglichkeiten von www.abgeordneten-watch.de Gebrauch gemacht. 

Ich schrieb vier Anfragen: an Herrn Scholz (SPD Spitzenkandidat), an Frau Hajduk (GAL Spitzenkandidatin), Linda Heitmann (GAL-Kandidatin Altona) und Herrn Farid Müller (GAL-HH Mitte). Bei Frau Hajduk und Herrn Scholz scheinen die Büro-Praktikanten derart überlastet mit dem Plakatieren neuer Plakate in Zusammenhang mit der Vattenfall-Transparenz Kampagne beschäftigt zu sein (wir berichteten), daß bisher nur Herr Müller Zeit für eine Antwort fand. 

Hier an dieser Stelle möchte ich zuerst Herrn Müller für die durchaus schnelle und ausführliche Darstellung danken. Leider ist das für mich persönlich jedoch der einzig positive Aspekt seiner Ausführungen. Der Inhalt stimmt mich sehr traurig. Warum das so ist, habe ich in diesem offenen Brief zusammengefaßt:

Offener Brief an Farid Müller


Sehr geehrter Herr Müller,

wir kennen uns (leider) noch nicht persönlich. Daher bitte ich Sie auch gleich als erstes, meine Antwort auf Ihre Antwort keinesfalls (zu) persönlich zu nehmen.

Auch wenn wir wahrscheinlich keine Kumpels werden, sollte es doch nochmal zum gemeinsamen Bier reichen.

Und nein, ich bin nicht DER Ansprechpartner für die BI Moorburgtrasse-stoppen. Ich bin dort aktiv und vertrete unsere Meinung auch bisweilen stellvertretend in der Öffentlichkeit, aber das machen andere von uns auch.

Schön, daß Sie so ausführlich auf meine Frage geantwortet haben.

Schade, daß Ihre Ausführungen mich so traurig stimmen.

Sie schreiben von einem „ruhigen Gewissen“, daß Sie hätten, wenn Sie nicht die Senatsverantwortung mit übernommen hätten … und ich unterstelle Ihnen, daß Sie genau dieses „ruhige Gewissen“ haben, weil Sie Senatsverantwortung übernommen haben.

Sie messen grüne Politik an dem, was (möglicherweise) noch schlimmer wäre, würde in Hamburg SPD & CDU regieren. Ich messe grüne Politik an dem, was gut für die Umwelt und die Menschen ist.

Sie schreiben von Genehmigungen und Dingen, die Sie (die Politik/er/Innen) nicht verhindern dürfen. Interessant … vorher schreiben Sie, daß es Mehrheiten bedarf, etwas politisch zu gestalten. Das heißt für mich um Umkehrschluß: auch wenn es eine Mehrheit für oder gegen etwas in der Politik gibt, heißt das noch lange nicht, das der Primat der Politik gilt. Aber wessen Primat gilt denn dann? Wenn man sich die Entwicklung in Deutschland und in Hamburg ansieht, bekommt man eine Ahnung, wessen Primat gilt … und diese Ahnung ist düster.


Es gibt die Aussage: alles hat seinen Preis in unserem Leben. Wie hoch ist Ihr Preis? Er kann nicht hoch sein, denn Sie geben eine politische Bankrotterklärung ab. Sie schreiben, die Elbvertiefung kommt sowieso, weil SPD & CDU diese wollen … und weil das so ist, ist das für Sie die Rechtfertigung, das Thema abzuhaken. Nein, Sie haken es nicht ab, Sie machen mit! Und in diesem Mitmachen sehen Sie gleichzeitig den Ansatzpunkt, einen Wandel in der Politik, in der Bevölkerung, in der Gesellschaft hinsichtlich der Abwägung aus Ökonomie und Ökologie herbeizuführen. Ich gucke, gucke, gucke … aber tut mir leid, ich kann das nicht so sehen wie Sie. Irgendwo muß ich meine rosarote Brille verloren haben, seitdem sehe ich gezwungenermaßen die Realität wie sie ist. So sehe ich, wie die GAL eine Politik mitträgt, legitimiert, die eigentlichen ursprünglichen „grünen“ Interessen gegenübersteht.

Aber die GAL löst das für sich auf … ok, Elbvertiefung machen wir mit … aber nur, wenn es dafür dann in Zukunft doppelt so viele Stadträder in HH gibt! Wow … ich an Stelle der CDU hätte in die Öffentlichkeit gebracht, wie die GAL die CDU hier (lassen Sie uns offen sein) erpreßt hat.

Ja, Politik ist ein mühsames Geschäft … aber wissen Sie, ich war dabei vor 2000 Jahren im Oktober 2010, als Frau Hajduk und Herr Wasmuth Seite an Seite standen, als das Masterplan Gutachten Klimaschutz vorgestellt wurde. Und ich habe genau hingehört, was dazu gesagt wurde. Aber ich kann mich nicht an die Aussage von Frau Hajduk erinnern, daß sich die Stadt Hamburg in Form der BSU aufgrund dieses Gutachtens jetzt dem Wohle Hamburgs verpflichtet fühlt und alles in ihrer Macht stehende tut, um die Moorburgtrasse zu verhindern. Ich weiß nicht, wie sich Frau Hajduk sonst gegenüber Vattenfall-Vertretern bei Gesprächen in den Hinterzimmern der Macht verhält, aber an dem Abend hatte sie Beißhemmungen. Und die hatte sie auch in der Vergangenheit.

Denn Sie und ich wissen, daß Frau Hajduk und die BSU genau das nicht getan hat, was ihr Job gewesen wäre: die Bürgerinitiative hat Vattenfall per Gericht in Sachen Moorburgtrasse gestoppt, weil die BSU eine ungenügende Genehmigung erteilt hat.

Wissen Sie, Herr Müller, Politik muß gar nicht immer so mühsam sein. Eine große Last wäre schon von Ihnen und Ihrer Partei genommen, wenn Sie denn tatsächlich in der Öffentlichkeit zu den Vertretern von Vattenfall das sagen würden, was Sie hier schreiben: wir reden mit euch, weil wir müssen, und nur aus diesem einen Grund. Und wir wollen, daß ihr verschwindet. Hamburg braucht euch nicht, Hamburg will euch nicht. 
Aber immer häufig anders reden als tatsächlich zu handeln, das strengt an, das verstehe ich.

Mühsam ist es, Herr Müller, wenn man selbst neben Beruf und Privatleben immer wieder versucht, Fehlentwicklungen zu verhindern. Anstatt das dies die "Volksvertreter" tun, die dafür gewählt sind. Wäre die Trasse vor 1 Jahr nicht verhindert worden, hätten wir jetzt in Hamburg eine riesige Baustelle für eine Wärmeversorgung, die keiner braucht (steht übrigens in dem Gutachten).

Lassen Sie mich zum Schluß einen Ausflug in das Reich der Phantasie machen. Kennen Sie das phantastische Werk „Herr der Ringe“?
Falls nicht … schauen Sie es sich an. Ich leihe Ihnen die Filme auch gerne.

In dem Werk kommt auch ein Zauberer vor … nein, nicht der berühmte gute Gandalf, sondern Saruman der Weise … so weise, daß er Angesichts der unglaublichen Überlegenheit des Bösen sich diesem anschließt … denn Widerstand von außen erscheint ihm zwecklos … aber dann kommt es, wie es kommen muß … im Laufe der Geschichte wird er entzaubert und wird zu nichts mehr als einem kleinen Abbild seines neuen Herrn … und am Ende braucht ihn keiner mehr, weder das Böse noch die Guten …

… und wie es sich für gute Fantasy gehört, endet das Werk mit dem Sieg der Guten, die ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen haben. Es sind die „kleinen“ Hobbits Leute, nicht die „Mächtigen“ Politiker, die das Schicksal entscheiden.


Ich hoffe aber, Ihnen deutlich gemacht zu haben, warum dagegen von Seiten des Senats so wenig zu machen ist.“

Ja, Sie haben mir deutlich gemacht, wie machtlos Sie sind … warum es dann aber Sinn haben soll, die GAL zu wählen, wenn ich ein gutes Schicksal für Mittelerde Hamburg erreichen möchte, das haben Sie nicht erklärt.

Aber nach Ihren eigenen Worten ist das mit der GAL in Senatsverantwortung ja auch nicht möglich.

Schade. Denn dereinst hatte ich tatsächlich mal Hoffnungen in Ihre Partei gesetzt.

Herzlich grüßt Sie

Gimli Mirco Beisheim


Nachtrag: kurz nach Schreiben dieses Beitrags antwortete mir auch Frau Heitmann auf www.abgeordneten-watch.de

Dienstag, 8. Februar 2011

Richter macht Mut: "Man weiß ja nie, was aus so einer Demo wird"

Heute mal nichts über konträre Fangruppen in Hamburg, absaufende Endlager oder komplizierte Energiepolitik. Heute schlagen wir stattdessen den großen Bogen von Tunesien über Ägypten bis nach Datteln. 

Datteln liegt in NRW und dürfte dem geneigten LeserIN wegen des "Gerangels" um das dort im Bau befindliche KoKW ein Begriff sein. 

Am 17.03.2010 begab es sich nun, daß sich 3 Personen vor der Dattelner Stadthalle mit einem Transparent einfanden. Welche Rolle dieses Transparent, der Ort, die Zeit, das Wetter und vor allem Hauskatze "Cora" in diesem pre-revolutionären Mehr-Akter spielten, könnt ihr hier detailliert und unterhaltsam nachlesen: 

ACHTUNG: es folgt ein Spoiler! (wer nicht weiß, was das ist: ich verrate das Ende des Stücks).

Ich möchte an dieser Stelle diesem Richter ausdrücklich danken. Er macht mir Mut. Ja, wirklich! Stellt Euch doch mal vor: wenn selbst diese unrechtsprechende Person in einer Spontandemo von 3 (in Worten: drei) Menschen die potentielle Keimquelle einer alles darniederreißenden Revolution sieht - ja, sollen wir denn dann selber weniger Glauben an die Macht unserer Aktionen haben?

Na also. Glaube versetzt Berge und 3 Menschen machen Revolution - so einfach ist das!

Montag, 7. Februar 2011

Danke für Moorburg: Jetzt reden die Klima-Aktivisten!

Neben dem heißen Derby zwischen HSV und FC. St Pauli bahnt sich in Hamburg der nächste Konflikt zweier gegensätzlicher Fangruppen an: Vattenfall-Freunde gegen Klima-Aktivisten.

Natürlich konnten diese die unerwartete Transparenz-Offensive von Vattenfall (stop-greenwashing berichtete hier:
 Danke für die HEW, Danke für Moorburg, Wählt unsre Jungs


Und so kam die Antwort schnell & eindeutig (so stellt es sich jedenfalls für uns dar). Seht selbst:Tschüss Vattenfall Antwort auf DANKE für Moorburg!

Wir bleiben gespannt, wie sich das Derby entwickelt, rufen aber alle Beteiligten (insbesondere auch Polizei & Parteien) an dieser Stelle zu Mäßigung auf.


Dieses Video haben wir bei 
greencapitalhh on youtube
gefunden. wer sind die?


Umweltrat: Umstellung auf regenerative Energie bis 2050 möglich

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) gehört zu den ersten Institutionen wissenschaftlicher Politikberatung für die deutsche Umweltpolitik. Er wurde im Jahr 1971 von der Bundesregierung eingerichtet.

Der SRU hat ein Sondergutachten "Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung" erstellt.

Die Kernaussage: 
Deutschland kann sich bis Mitte des Jahrhunderts zuverlässig und bezahlbar vollkommen mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen. 

Ok, das ist für interessierte Geister nicht etwas völlig neues ... aber wenn das jetzt schon der SRU in einem Gutachten feststellt, ist es an der Zeit, die Korken knallen zu lassen und die Handschuhe für das Schottern können in den Keller wandern. Halt! Da schreibt der SRU noch von einer klitzekleinen Voraussetzung: 

Die Politik müsse einem schlüssigen Energiekonzept folgen.

Da laut Eigenaussage der SRU (ebenso wie der Verfasser dieser Zeilen) dieses schlüssige Konzept unserer Regierung nirgendwo entdecken kann, bleibt also der Sekt im Kühlschrank und die Handschuhe griffbereit.

Samstag, 5. Februar 2011

Vattenfall: Danke für Moorburg!

Da müssen wir doch glatt Vattenfall für eine Transparenz-Offensive im HH Wahlkampf gratulieren! 
Auf immer mehr Plakaten entdecken HamburgerInnen die folgenden Hinweise: "Danke für die HEW" (bevorzugt auf SPD-Plakaten), "Danke für Moorburg" (GAL), "Wählt unsre Jungs" (CDU)

Diese Offenheit, mit der sich Vattenfall bei SPD, CDU und GAL (wie uns berichtet wurde) bedankt, verdient Respekt. Viel zu selten (bzw. nie) hört man ja ein öffentliches "DANKE" , wenn ein Konzern mit Hilfe der Beeinflussung einer oder mehrerer (Volks)Parteien seine Interessen gegen die Mehrheit des Volkes durchgesetzt hat.

Diese Transparenz und Dankbarkeit verdient größere Beachtung und vor allem auch Nachahmer! Also erzählt es gerne weiter. Und schickt uns Fotos, wenn ihr weitere Beweise seht. Denn diese vorbildliche Aktion seitens Vattenfall darf nicht vergessen werden!

Ein bißchen tadeln müssen wir Vattenfall aber auch leider bei dieser Aktion: es ist nicht ganz korrekt, einfach die mühsam aufgestellten und liebevoll gestalteten Wahlkampfplakate zu benutzen. Tststststst ...

Ah, wie uns gerade ebenfalls berichtet wird, soll Vattenfall das mit großzügigen Spenden an die Parteien ausgleichen wollen. Dann ist das natürlich etwas ganz anderes: Wenn dafür bezahlt wird ...

"Danke für die HEW"




















Jetzt immer häufiger im Strassenbild von Hamburg zu entdecken: Öffentliche Dankbarkeit seitens Vattenfall im Zusammenhang mit der Bürgerschaftswahl am 20. Februar 2011.

"Wählt unsere Jungs"
Danke für Moorburg
























Ergänzung: Wir haben nun auch den Beweis, daß Vattenfall tatsächlich so fair ist, sich endlich auch öffentlich für die tatkräftige Unterstützug der GAL bei der Genehmigung von Moorburg zu bedanken! Daß das mit einer Danksagung im kleinen intimen Kreis bereits lange geschehen ist, davon gehen wir selbstverständlich aus.

Danke von uns an dieser Stelle an den suttnerblog für die Bild-Unterstützung!

9.02.11:
Es erreichen uns immer mehr Fotos, die die Zurückeroberung der Plakatflächen in Bürgerhand dokumentieren
(Danke an Pressefuzzi)

Dienstag, 1. Februar 2011

Vattenfall greenwashing erst in Berlin, jetzt auch in HH

Greenpeace schreibt in seinem blog, daß Vattenfall seine Greenwashing-Kampagne zum Thema Elekromobilität jetzt auch in HH gestartet hat:
http://www.greenpeace.de/themen/energie/nachrichten/artikel/vattenfall_will_sich_gruen_waschen/

Ich hatte bereits hier über Thema geschrieben.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Mittwoch, 19. Januar 2011

Umwelthauptstadt - die Wahrheit ist nicht eingeladen

So sieht die Umwelthauptstadt Hamburg mit seinem Rathaus in den Augen von Kindern aus.
Foto: Reto Klar, Quelle Hamburger Abendblat, t 
Umwelthauptstadt oder Green Capital was ist das? (Hamburger Abendblatt-Artikel)

Am 14.1. wurden auf dem Rathausmarkt die ganzjährigen Veranstaltungen zum Titel Hamburgs als europäische Umwelthauptstadt offiziell eröffnet. Davon abgesehen, daß es gute Gründe gibt, diesen Titel als ungerechtferigte Auszeichnung zu sehen, siehe Stellungnahmen dazu von:


sah man es seitens des von der Stadt engagierten Veranstalters gar nicht gerne, als etliche Hamburger echten Umwelt- und Klimaschutz betreiben und mit einem Pappmodell des KoKW Moorburg auf den klimapolitischen Irrsinn dieses Kraftwerks aufmerksam machen wollten.

Das Pappmodell wurde unter massiven Polizeischutz gestellt. Seht selbst:



Man könnte lachen, wenn es nicht erschreckend wäre, daß die Polizei bereits dazu übergeht, friedlichen, kreativen Protest wie das Hochhalten von Schildern unter Androhung von Anzeigen verhindert! Dokumentiert wird dies von greencapital.tv.

Verhindern konnten unsere Pappmodell-Beschützer jedoch nicht, daß anschließend die feierliche Eröffnungsrede unseres Übergangsbürgermeisters ... irgendwie schwer zu verstehen war:

Eröffnungsrede Umwelthauptstadt Hamburg

Das war dann auch der Hamburger Morgenpost einen launischen Artikel wert:

Peinlicher Fehlstart

Tja, damit muß man rechnen, wenn man "Aktivisten im besten Alter" so brüsk von der Party auslädt, die man selber mit seinem Steuergeld bezahlt!
Spiegel Online berichtet über "Aktivisten im besten Alter"

Der Artikel endet mit:
Die PR-Agenturen im Dienste des Hamburger Senats haben alle Hände voll zu tun. Böse Zungen behaupten, die schwarzgrüne Stadtregierung hätte sich 2009 um den Titel der Umwelthauptstadt nur beworben, um mal zu sehen, wo man im Ranking so steht. Und dann war man plötzlich Preisträger. Shit happens.
Umwelthauptstadt 2011 - wir sehen uns!

Montag, 10. Januar 2011

Vattenfall & Elektro-Mobilität: Ein Fall von Greenwashing

Am 6.1. erschien in der "Linkszeitung" ein Artikel über die Hintergründe einer Werbeanzeige von Vattenfall in der "ZEIT":

In der Neujahrsausgabe der Wochenzeitung 'Die Zeit' erschien eine ganzseitige Werbung, die den Anschein erweckt, bei Vattenfall handele es sich um einen Ökostrom-Anbieter. Doch der "grüne Lack" ist so dünn, daß er geradezu dazu reizt, hinter die Fassade zu blicken.


Der Artikel bietet einen schönen Über- und Einblick, wie Vattenfall aktuell versucht, seine Stromerzeugung grün zu färben.

Zitat aus dem Artikel:
Der Anteil von Wasserkraft in der deutschen Stromerzeugungs-Statistik von Vattenfall beträgt unterm Strich null, der von Windenergie 0,1 Prozent. 91,8 Prozent der hierzulande von Vattenfall erzeugten Elektrizität stammt aus Kohlekraftwerken, zu einem erheblichen Teil aus besonders klimafeindlichen Braunkohle-Kraftwerken. Kein anderer Energieversorger stößt pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) so viel Kohlendioxid aus wie Vattenfall: 1.020 Gramm CO2 pro kWh. Also alles andere als "grüner" Strom.


Mehr unter http://linkszeitung.de/enerer110106liz.html


Zum gleichen Thema erschien auch ein Artikel im Blog "klima-luegendetektor"
http://www.klima-luegendetektor.de/2011/01/05/vattenfall-gruen-nur-in-der-werbung/
Der Artikel geht besonders auf den "Energiemix" von Vattenfall ein und welche kreativen Bemühungen Vattenfall unternimmt, um die Herkunft seines Stroms zu verschleiern.
Sehr lesenswert!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

TAZ schreibt: Hamburger Lesetage ohne Vattenfall

Hamburger Lesetage ohne Vattenfall
Umweltaktivisten und Pädagogen rufen zu Alternativ-Veranstaltungen auf, um den AKW-Betreiber als Sponsor zu vertreiben.
Hier ist der Artikel der TAZ zu finden:
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ha&dig=2010%2F12%2F21%2Fa0186&cHash=b4b0a025bf

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Teure Energie - Versorger zocken ab

Der Präsident der Bundesnetzangentur weist daraufhin, daß die zum Jahreswechsel angekündigten Preiserhöhungen einer Vielzahl von Energieversorgern in Deutschland "nicht sachlich gerechtfertigt" seien. Zweifel bestehen auch an der Begründung der Stromkonzerne an: dem steigenden Anteil an Ökostrom. Der Umstand, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Energien erzeugt werde, wirke laut Bundesnetzagentur im Gegenteil dämpfend auf die Großhandelspreise, "da sie sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängen". Mit staatlichen Eingriffen seien die Erhöhungen nicht zu rechtfertigen. Es gebe sogar einen Spielraum für Preissenkungen.

Mehr zum Thema schreibt u.a. die SZ online:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/teure-energie-bundesnetzagentur-attackiert-stromkonzerne-1.1030420

Info:
Die Bundesnetzagentur hat die Aufgabe, durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Elektrizitäts-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und seit dem 1. Januar 2006 auch auf dem Eisenbahninfrastrukturmarkt zu sorgen. Zur Durchsetzung der Regulierungsziele ist sie mit wirksamen Verfahren und Instrumenten ausgestattet worden, die auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten einschließen. Siehe http://www.bundesnetzagentur.de

Donnerstag, 9. Dezember 2010

WORST EU LOBBYISTS 2010 gewählt – RWE, Goldman Sachs und ISDA

WORST EU LOBBYISTS 2010 gewählt – und "natürlich" ist mit RWE einer der 4 großen deutschen Energieversorger wieder ganz vorne mit dabei ...

In der Begründung heißt es:

In der Kategorie Klima [3] gewann Deutschlands Energiegigant RWE Tochtergesellschaft npower mit 58% der Gesamtstimmen, nominiert weil der Energieriese sich ein umweltfreundliches Image verpasst und zugleich Lobbyarbeit betreibt, um seine schmutzigen Kohle- und Ölkraftwerke weiter zu führen. BusinessEurope, nominiert für aggressive Lobbyarbeit, um effiziente Klimaschutzmaßnahmen der EU zu verhindern – während er vorgibt, den Klimaschutz zu unterstützen, belegte den zweiten Platz mit 24% der Gesamtstimmen. Und schlussendlich ArcelorMittal als Drittplazierter mit 18%, war nominiert für seine „Panikmache“ bezüglich effektiveren CO2-Beschränkungen durch den Europäischen Emissionsrechtehandel (ETS), an dem er zugleich durch die bisher kostenlosen Zertifikate Milliarden verdient.


Alle Infos zu der Wahl inkl. Film und Fotos findet Ihr unter
http://www.worstlobby.eu/de/2010/worst-eu-lobbyists-2010-gew%C3%A4hlt

Vattenfall kann es nicht: designierte Krümmel-Chefin wegen Inkompetenz abgelehnt!

Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre:
Die Atomaufsichtsbehörde hat die von Vattenfall vorgeschlagene neue Betriebsleiterin des AKW Krümmel wegen Inkompetenz abgelehnt!

Laut einem Bericht der SHZ heißt es:
Die von der Atomaufsicht nicht akzeptierte Bewerberin soll bei einer praktischen Abschlussprüfung durchgefallen sein. Die 56-Jährige habe bei einer Simulation den Reaktor in 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand bringen sollen, dies aber angeblich in zwei Stunden nicht geschafft.

Für die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" erklärte deren Sprecher Jochen Stay: "Vattenfall bleibt sich in Sachen Krümmel treu: Sie können es einfach nicht".


Der gesamte Artikel findet sich unter
http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//atomaufsicht-lehnt-vorgesehene-kruemmel-chefin-ab-1.html

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Vortrag: Kolumbiens schmutzige Kohle im Hamburger Kraftwerk?

Am 01.12.2010 um 19.00 Uhr im Rudolf-Steiner Haus (Mittelweg 11-12, 20148
Hamburg)
Kolumbien ist mittlerweile der zweitgrößte Steinkohlelieferant für
Deutschlands Kraftwerke. Hauptabnehmer ist E.ON, aber auch Vattenfall
wird wahrscheinlich Kohle für das Kraftwerk in Hamburg-Moorburg von dort
beziehen.
Die Schattenseiten dieser Entwicklung bleiben den deutschen Stromkunden
bislang weitgehend verborgen. Für die riesigen Steinkohletagebaue werden
Menschen vertrieben, die Umwelt zerstört, die Rechte indigener
Gemeinschaften ignoriert, gewerkschaftliche Organisation der
ArbeiterInnen be- oder gar verhindert. Während internationale Konzerne
Milliardengewinne erwirtschaften, müssen die Menschen in der Region
hilflos mit ansehen, wie immer größere Flächen fruchtbaren Landes dem
Bergbau zum Opfer fallen. Dazu kommen die Folgen des Klimawandels, die
weltweit Menschenleben kosten und Leiden verursachen.
Über die Situation in Cerrejon, Kolumbien, berichten Jairo Fuentes
Epiayu, Gemeindeführer der vom Tagebau eingeschlossenen Gemeinde
Tamaquitos und Alfredo Tovar, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft
Sintramienergetica und Arbeiter bei Glencore.
Durch den Neubau zahlreicher Kraftwerke - wie hier in Hamburg - und dem
Auslaufen der deutschen Steinkohlesubventionen 2018 wird sich die
Situation weiter zuspitzen. Neue Kohlekraftwerke hebeln zudem den
Klimaschutz aus und blockieren die Energiewende. Mit einer Laufzeit von
bis zu 60 Jahren zementieren sie über Jahrzehnte hohe CO2-Emissionen.
Kolumbien ist ein strategisch wichtiger Partner für die deutsche
Energiewirtschaft, die weiter auf schmutzige Kohle statt auf Erneuerbare
Energien setzt.
Spanisch mit deutscher Übersetzung.
Veranstalter: Zukunftsrat Hamburg, die Klima-Allianz, FIAN
Deutschland
Weitere Informationen unter: http://www.kohle-protest.de/kolumbien/

Ein Artikel zu diesem Thema erschien auch in der TAZ:
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/blutige-kohle-aus-kolumbien/

Freitag, 19. November 2010

GEW Hamburg entzieht Vattenfall Unterstützung

Die Landesvertreterversammlung (LVV) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat auf ihrer Sitzung Mitte November beschlossen, Vattenfall die Unterstützung zu entziehen. Die Landesvertreterversammlung (LVV) der GEW Hamburg ist das höchste Gremium und Beschlussorgan des Landesverbands Hamburg der GEW.


Wörtlich heißt es im Beschluß der LVV:
Die GEW-Hamburg empfiehlt ihren Mitgliedern in allen Bildungseinrichtungen der Stadt, insbesondere in Schulen, Kitas und Stadtteilzentren, in Zukunft vom Energiekonzern Vattenfall organisierte und gesponserte Veranstaltungen bzw. entsprechende Projekte nicht mehr zu unterstützen. Dies gilt u.a. für die alljährlich im April stattfindenden Vattenfall- Lesetage sowie den Vattenfall Schulcup, ein Radsportwettbewerb an Hamburger Schulen.
Darüber hinaus empfiehlt die LVV der GEW ihren Mitgliedern, sich an den Vorbereitungen für Alternativ-Veranstaltungen zu den Vattenfall Lesetagen 2011 zu beteiligen. Der bisherige Arbeitstitel dafür lautet ´Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüs sagen´.

Wir sagen: BRAVO!

Ein mutiger, aber konsequenter und richtiger Schritt! Konzerne wie Vattenfall, welche die Zukunftsaussichten dieses Planeten in Frage stellen, haben nichts in Kitas und Schulen zu suchen.

Über die GEW:
Die GEW ist die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), dessen Gründungsmitglied sie ist. Bundesweit gehören ihr ca. 270.000 Mitglieder an.

Die GEW - das sind in Hamburg rund 10.000 Kolleginnen und Kollegen, die in pädagogischen und wissenschaftlichen Berufen in Schulen, Kindergärten und Jugendheimen, in Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, in der Bildungsverwaltung und der Erwachsenenbildung arbeiten. Auch wenn Lehrerinnen und Lehrer die größte Berufsgruppe stellen, ist die GEW längst nicht mehr nur eine Lehrergewerkschaft. Lehrergewerkschaft sowieso nicht: Rund 70 % der GEW-Mitglieder sind Frauen. (Quelle: http://www.gew-hamburg.de)

Mittwoch, 17. November 2010

Großer Tag für die Kohle-Lobby?

Im Streit um die Verlängerung der Steinkohlesubventionen erhält Bundeskanzlerin Angela Merkel Rückenwind: Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments will den deutschen Kohle-Kompromiss beibehalten. Die Grünen kritisieren eine mögliche Verlängerung als "Verschwendung von Steuermilliarden".

Die Grünen im EU-Parlament kritisierten das Abstimmungsergebnis und sprachen von einem "großen Tag für die Kohlelobby". Der EU-Abgeordnete Yannick Jadot (Grüne/ EFA), sagte, die Entscheidung des Wirtschaftsausschusses stehe "im Gegensatz zu den europäischen Klima- und Energiezielen".


Quelle und gesamter Artikel: http://www.euractiv.de/energie-klima-und-umwelt/artikel/groer-tag-fr-die-kohle-lobby-003916


Tja, was Lobbyismus in Reinform mal wieder so schafft ....

Mitmachen: Worst EU Lobbying Awards

http://www.worstlobby.eu/de

Tausende von Unternehmenslobbyistinnen und –lobbyisten bevölkern die Brüsseler Flure der Macht. Sie arbeiten meist hinter den Kulissen und scheuen sich auch nicht, zu unlauteren Methoden zu greifen: Sie geben vor, besorgte Umweltschützer zu sein, halten die EU durch bedrohliche Szenarien von Maßnahmen ab oder sichern sich privilegierten Zugang zu EU-Entscheidern und -Entscheiderinnen.

Diese verstohlenen Taktiken, kombiniert mit der Macht von Großunternehmen, haben es Lobbyisten ermöglicht, ihre Lobbyarbeit im Namen des Profits zu Lasten von klima- und verbraucherfreundlichen Regelungen für die Allgemeinheit zu betreiben. Sie stellen ihre Profite über die Bedürfnisse von Mensch und Planet.

Wenn diese schmutzigen wie demokratieschädlichen Lobbytaktiken Sie beunruhigen, dann fürchten Sie sich nicht: Hilfe ist unterwegs und Sie können Ihren Teil dazu beitragen! Hier kommen die diesjährigen Worst EU Lobbying Awards – mit einem zweifachen Fokus: Klima und Finanzen. Mit Hilfe Ihrer Stimme und unserer „Lobby-Putze“ können wir die Lobbyszene in Brüssel säubern und Abschreckung für kontroverse Lobbypraktiken schaffen, indem wir die skrupellosesten Akteure ins Rampenlicht stellen und die Lobby von Großkonzernen innerhalb der EU-Entscheidungsgremien diskreditieren.

Lobby-Cleaner, die Anti-Heldin der Worst EU Lobbying Awards, streift auch durch die Korridore der Macht in Brüssel, hat aber ein anderes Ziel: Eine saubere Lobby und ein sauberes Lobbying. Sie ist gekommen, um die von Lobbyisten in Brüssel angerichtete Sauerei zu beseitigen. Dafür hat sie die dreistesten Lobbyisten in den Kategorien Finanzen und Klima zusammengetragen. Nämlich jene, die am rücksichtslosesten und mit den problematischsten Methoden versucht haben, ambitionierte und effektive Klima- und Finanzregulierungen der EU in der letzten Zeit zu blockieren.

Allerdings kann die „Lobby-Putze“ nicht allein entscheiden, wer den Award am meisten verdient. Deshalb ruft die Dame Sie um Hilfe, um je einen Gewinner in den Kategorien Finanzen und Klima zu küren. Informieren Sie sich hier über die Finalisten und stimmen Sie jetzt ab!


Quelle & mitmachen: http://www.worstlobby.eu/de

Dienstag, 16. November 2010

Hamburg-: European Green Capital 2011

Hamburg ist 2011 die europäische Hauptstadt des Umweltschutzes ... oder so ähnlich. Der Förderkreis »Rettet die Elbe« eV ist da jedenfalls ganz anderer Meinung.
Ein klassischer Fall von greenwashing also?

die Argumente von "Rettet die Elbe" findet Ihr hier:
http://www.rettet-die-elbe.de/

im PDF-Download "Hamburg lügt sich grün"

Wir sagen: bitte beim Lesen nicht schwarz ärgern über die schwarz-grüne Umwelthauptstadt ... ;-)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Strom-Oligopol scheffelt Geld

Ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau:

Milliardenprofit durch Marktmacht

Strom-Oligopol scheffelt Geld

Der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt funktioniert nicht - zu viel Macht liegt in wenigen Händen. Die Verbraucher bezahlen deswegen die Milliardengewinne der Energieriesen.

hier geht es zum Artikel: Frankfurter Rundschau

Sonntag, 10. Oktober 2010

Programmhinweis: Film "Lacoma und der Konzern"

...Wie Vattenfall die Lausitz zerschreddert ist zu 
sehen in dem Film "Lacoma und der Konzern".
Er wird gezeigt am Dienstag, 
dem 12.10.2010 ;18 Uhr, in der Werkstatt 3,in Altona, 
im Nernstsweg 32.
Ab 20.30 Uhr Infos und Diskussion mit Daniel Häfner aus Cottbus."
Veranstaltende sind attac Hamburg, Moorburgtrasse stoppen und Robin Wood.



Freitag, 24. September 2010

Fernwärmetrasse wird nur im Konsens mit den Anwohnern gebaut

Diese Aussage machte Herr Pieter Wasmuth, der designierte Generalbevollmächtigte der Vattenfall Europe AG in Deutschland, am Donnerstag abend auf einer Diskussionsveranstaltung „Klimaschutz in Hamburg“ im Rahmen der Hamburger Klimawoche. Wörtlich sagte er: "„Ob sie nun so gebaut wird oder anders oder gar nicht, das wird sich zeigen. In jedem Falle lege ich wert darauf, daß sie nur dann gebaut wird, wenn es irgendeine Form des Konsens darüber gibt. Sie wird (…) gegen den Willen der Stadt, gegen den Willen der Politik oder auch gegen der Willen der Bürger nicht zu bauen sein.“
Die Anwesenden, darunter auch Mitglieder der BI Moorburgtrasse-Stoppen, nahmen es erstaunt zur Kenntnis. „Wir werden Herrn Wasmuth an seinen Worten messen“, so Mirco Beisheim, Mitglied der BI, der Herrn Wasmuth auf den umstrittenen Bau der Fernwärmetrasse angesprochen hatte. „Herrn Wasmuth dürfte bekannt sein, daß sich ein beträchtlicher Teil der Altonaer gegen die Trasse ausspricht“, so Beisheim weiter. „Im Umkehrschluß würde das bedeuten, daß sich Vattenfall gedanklich von dem Projekt Fernwärmetrasse verabschiedet – eine Entwicklung und Aussage, die wir begrüßen, die wir aber sehr genau auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen werden.“

Diese Aussage von Wasmuth blieb die einzige Überraschung im Streitgespräch mit Herrn Mojib Latif vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften unter Leitung von Abendblatt-Redakteurin Frau Angelika Hillmer. Ein ums andere Mal von Herrn Latif und Frau Hillmer auf die Verantwortung von Vattenfall für die Erreichung der Klimaziele für Hamburg (Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 Prozent) angesprochen, zog Wasmuth die Karte, daß es ja nicht Vattenfall gewesen sei, der das KKW Moorburg der Hamburger Politik aufgedrängt habe. Sondern es sei die Politik gewesen, die das KKW Moorburg haben wollte. Dies lies Latif, seinerzeit im Hamburger Klimarat beratend tätig, so nicht gelten. Er erinnere sich an massive Beeinflussung der Politik durch den Konzern bei der Entscheidungsfindung. Ein Procedere, so Latif, das man aktuell bei dem Thema Laufzeitverlängerung der AKW wieder beobachten könne. Darauf erwiderte Wasmuth, jeder Mensch in Deutschland sei frei, den Stromanbieter seiner Wahl zu nutzen. Es gäbe über 180 Anbieter in Deutschland, insofern könne auch von einem „Anbieter-Monopol“ keine Rede sein.
Als Fazit des Abends bleibt festzustellen, daß sich Wasmuth als ehemaliges Mitglied im Vorstand eines Windkraftanlagen-Herstellers schnell in die Rolle im Vorstand eines Ernergieversorgers gefunden hat, der überwiegend auf Kohle- und Atomkraftwerke setzt. Herr Latif dagegen war bemüht, in verständlichen Worten mit den Erkenntnissen der Klimaforschung direkt auf die Menschen einzuwirken und eine Veränderung im Handeln von Unternehmen und Personen zu erreichen. Für eine angenehme und konstruktive Gesprächsatmosphäre sorgte Frau Hillmer, die gut informiert die beiden Kontrahenten immer wieder zum Thema des Abends hinführte.

Weitere Informationen im Videobeitrag unter diesem Post. Dort findet sich auch die Aussage von Herrn Wasmuth zum Bau der Fernwärmetrasse.

Diskussion und Aktion auf der Hamburger Klimawoche 2010



HAMBURG, 22.09.2010: Im Abendblatt-Forum diskutierten Klimaforscher Mojib Latif und der designierte Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth über die Klimaziele der Hansestadt.

HAMBURG. Wie ist es im Jahr 2050 um den Klimaschutz in Hamburg bestellt, was kann schon jetzt getan werden, damit die Hansestadt den Titel "Umwelthauptstadt" nicht nur im Jahr 2011, sondern auch in Zukunft tragen wird? Der renommierte Klimaforscher Mojib Latif, 56, lieferte sich auf dem Abendblatt-Forum ein Wortgefecht mit dem designierten Chef des Energiekonzerns Vattenfall Hamburg, Pieter Wasmuth. Gemeinsam diskutierten sie im Rahmen der Hamburger Klimawoche am Donnerstagabend im Bechstein-Saal der Europa-Passage, moderiert wurde die Veranstaltung von Abendblatt-Redakteurin Angelika Hillmer.


Interessant die Statements von Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth: "die klare Aussage ist, daß es keine weiteren Investments in...fossile Kraftwerke, also Kohlekraftwerke geben wird...wichtig ist: zukünftige Investitionen für Erzeugungskapazitäten gehen entweder in erneuerbare Energien oder in Gas- oder Biomasse..."

Donnerstag, 23. September 2010

Klimawoche in HH – BI macht auf dreckige Energie von Vattenfall aufmerksam

Pressemitteilung der BI Moorburgtrasse-stoppen:

Gerade 1 Monat ist es her, da verkündete der schwedische Vattenfall Mutterkonzern, daß man sich eine neue Strategie verpaßt habe. Demnach solle das Stromgeschäft unter anderem so ausgerichtet werden, dass Vattenfall zu einem der führenden Unternehmen in der Entwicklung einer umweltverträglichen und nachhaltigen Energie-Produktion wird. In den Medien wurde daraus abgeleitet, daß Vattenfall versucht, sich von seinem Image als Atom- und Kohlestromlieferant zu lösen. Jetzt hat sich herausgestellt: Statt ökologischer Wende konzentriert Vattenfall seine dreckige Energiepolitik auf Deutschland.
Der geplante Neubau des Hamburger Kraftwerkes Moorburg soll wie geplant durchgeführt werden, wie Konzernchef Løseth diese Woche erklärte. Einen Rückzug aus dem umstrittenen ostdeutschen Braunkohleabbau in der Lausitz hatte Vattenfall bereits vorher ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund ist es eine Farce, wenn der designierte Vattenfall Generalbevollmächtigte Wasmuth auf der 2. Klimawoche in der Hamburger Europapassage an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Klimaschutz in Hamburg“ teilnimmt. Zur Erinnerung: Braun- und Steinkohlekraftwerke sind die dreckigste Methode der Stromerzeugung, da mehr als die Hälfte der Energie als ungenutzte Wärme verloren geht. Das geplante KKW Moorburg ist eines der größten seiner Art und damit extrem klimaschädlich: es wird jährlich etwa 8,5 Millionen Tonnen CO2 freisetzen – doppelt so viel wie der gesamte Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr in Hamburg zusammen.

Die BI Moorburgtrasse-stoppen wird deshalb diese Veranstaltung erneut zum Anlaß nehmen, vor Ort Vattenfalls Greenwashing Aktionen heute und in Zukunft aufzudecken und durch Aktionen den grünen Schleier vor Vattenfalls dreckigem Geschäft wegziehen. Unser Ziel ist nicht nur der Stopp der Trasse, sondern des Kohlekraftwerks in Moorburg.

Klimaschutz in Hamburg heißt: KKW Moorburg stoppen

Mit freundlichen Grüßen


Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Dienstag, 21. September 2010

Trotz neuer Strategie - Vattenfall behält seine dreckigen Kraftwerke in Deutschland

Hach ja ... wie Theorie und Praxis doch auseinanderklaffen können.

Lyrisch liest sich Vattenfalls neue Firmenphilosophie ja recht nett. Dort heißt es, daß das Stromgeschäft unter anderem so ausgerichtet werden solle, dass "Vattenfall zu einem der führenden Unternehmen in der Entwicklung einer umweltverträglichen und nachhaltigen Energie-Produktion wird".

Praktisch hat die Konzernspitze heute entschieden:
„Wir werden unsere Positionen in Deutschland halten, weil es zu unseren Kernmärkten gehört.“ An den Atomreaktoren Krümmel und Brunsbüttel will Vattenfall festhalten. Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf seien falsch, betonte Løseth. „Wir wollen, dass sie möglichst schnell wieder ans Netz gehen.", so Konzernchef Øystein Løseth.

Auch der geplante Neubau des Hamburger Kraftwerkes Moorburg soll wie geplant durchgeführt werden, wie Løseth erklärte. Einen Rückzug aus dem umstrittenen ostdeutschen Braunkohleabbau in der Lausitz hatte Vattenfall schon in der vergangenen Woche ausgeschlossen.

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/energie-vattenfall-haelt-an-kohle-und-atomkraft-fest_aid_554044.html

Also alles beim Alten ... und genauso schlimm wie bisher.

Schade für Deutschland, schade für Schweden, schade für das Klima.




P.S.:
Wir bleiben auch ... und werden mehr!

Aufruf: global action day 2010

*Für ein ganz anderes Klima! CCS und Emissionshandel stoppen!*

Das internationale Bündnis Climate Justice Action solidarisiert sich mit indigenen Netzwerken aus dem globalen Süden und ruft in der Woche um den 12. Oktober zu Aktionen gegen den klimapolitischen Alltagswahnsinn auf.

Der Kern der internationalen Klimapolitik basiert auf rein wirtschaftlichen Überlegungen. Die im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen „flexiblen Mechanismen“ (Emissionshandel, Joint Implementation JI, Clean Development Mechanism CDM) sind ein komplexes System mit einem einzigen offiziell erklärten Ziel: Die Erfüllung der im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen Emissions-Reduktionsziele für die Industrieländer kostengünstig zu gestalten. Durch zahlreiche Umsetzungsfehler und nicht zu schließende Lücken führen diese Mechanismen insgesamt nicht zu weniger, sondern zu mehr Emissionen.

Gleichzeitig zementieren sie den Status quo unserer fossilen Energie-Infrastruktur und bieten somit auch langfristig keine angemessene Antwort auf den Klimawandel, sondern forcieren ihn im Gegenteil. Die „Flexibilität“ dieser Mechanismen liegt in erster Linie darin begründet, dass sie nur den Emissionsausstoß, aber nicht die Art der Energieerzeugung regelt. Außerdem wird den Industrieländern die Erfüllung ihrer Reduktionsverpflichtungen durch Investitionen in Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern ermöglicht. So können die Industrieländer ihre minimalen Reduktionsverpflichtungen durch den Handel mit Emissionsberechtigungen und den Zertifikaten aus den CDM-Projekten einhalten ohne die Energieerzeugung konsequent von fossilen Großkraftwerken auf dezentrale erneuerbare Energien umzustellen. Die flexiblen Mechanismen sind kein erster Schritt in Richtung einer klimaverträglichen Lebensweise, sondern verbauen den Weg dorthin.

*Eine klimaverträgliche Lebensweise ist nur zu erreichen, wenn die fossilen Brennstoffe im Boden bleiben.*

Neben den flexiblen Mechanismen des Kyoto Protokolls werden Geoengineering-Projekte verfolgt, die ebenfalls keine Lösung, sondern Teil des Problems sind. Eines dieser Projekte ist Carbon Capture and Storage (CCS). Anstatt die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen, soll bis zu 70% des bei ihrer Verbrennung in Großkraftwerken entstehenden CO2 abgeschieden und unterirdisch gelagert werden. Dabei wird ein nicht unerheblicher Wirkungsgradverlust und ein damit einhergehender steigender Bedarf an Rohstoffen in Kauf genommen. Wie schon bei den Unfällen während der versuchten Endlagerung von Atommüll sind auch hier Komplikationen vorprogrammiert. Darüber hinaus wird CCS frühestens in 10-20 Jahren einsatzfähig sein und kann damit keinen Beitrag zum effektiven Klimaschutz leisten. Die Weichen für die Verhinderung der sich selbst verstärkenden Rückkopplungsmechanismen der Klimaerwärmung müssen in den nächsten zehn Jahren gestellt werden. Dennoch will die Bundesregierung dieses Jahr ein äußerst problematisches Gesetz verabschieden, das die Entwicklung und Anwendung dieser teuren und risikoreichen Technologie in Pilotprojekten vorantreibt. Dieses Gesetz muss gestoppt werden! Die Förderung von CCS gibt prinzipiell das falsche Signal. Bereits heute wird der Bau neuer Kohlekraftwerke damit legitimiert, dass sie „CCS-ready“ seien.

*CCS verhindert die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen und zementiert somit wie die flexiblen Mechanismen unsere überholte Energie-Infrastruktur.*


*Wir fordern die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen, eine dezentrale Energieversorgung durch erneuerbare Energien sowie die prinzipielle Infragestellung unserer Produktions- und Konsummuster. Effektiver Klimaschutz hat nichts mit der Schaffung neuer Märkte zu tun. Die Fokussierung auf Wirtschaftswachstum ist keine Lösung, sondern Teil des Problems. Anstatt die Zerstörung unseres Klimas zu einem Finanzmarktprodukt zu machen, mit dem durch Handel und Spekulation auch noch Geld verdient wird, sollte an der Ursache des Klimawandels, am Verbrauch der fossilen Brennstoffen, angesetzt werden.*

*Für ein ganz anderes Klima!*

Sonntag, 19. September 2010

Vattenfall erwägt Verkauf des Kohlekraftwerks Moorburg


Konzern will sich von umweltschädlicher Energieerzeugung trennen - Auch Teilveräußerung eines Kraftwerkblocks ist im Gespräch
Von Martin Kopp, DIE WELT: 18.09.10
Einst wollte Vattenfall mit dem Kohlekraftwerk in Moorburg seine Vormachtstellung als Energieversorger in der Metropolregion Hamburg in Beton gießen. Doch der Bau ist noch gar nicht fertig, da will sich der Konzern schon wieder von dem 2,6 Milliarden Euro teuren Projekt trennen, zumindest nach den Meldungen schwedischer Medien. Die Zeitung "Dagens Nyheter" behauptet, dass der neue Konzernchef Øystein Løseth dem staatlichen Eigner am Montag konkrete Pläne zur Veräußerung von Kohlekraftwerken im Ausland vorlegen will. Laut der Nachrichtenagentur TT will der Aufsichtsrat einen entsprechenden Punkt auf der Tagesordnung der nächsten Aufsichtsratssitzung behandeln. Konzernsprecher Ivo Banek sagte auf Anfrage der WELT: "Die gesamte strategische Ausrichtung ist derzeit in der Diskussion. Da es aber keine Entscheidung gibt, äußern wir uns nicht weiter."
Klar ist aber, dass sich Vattenfall insgesamt nachhaltiger aufstellen will. Erst kürzlich hatte der schwedische Staat dem Konzern eine neue Direktive verpasst, die der Umweltverträglichkeit eine größere Bedeutung beimisst. Demnach soll sich der Konzern vor allem bei seinen Auslandsbeteiligungen stärker für den Ausbau erneuerbarer Energien engagieren. Schon da stellte sich die Frage, was aus den Kohlekraftwerken wird. Außer den 15 Anlagen in Deutschland betreibt Vattenfall solche Kraftwerke auch in Polen, Holland und Dänemark. Von diesen könnte sich Løseth trennen, um den Energiemix seiner Firma grüner anzustreichen.
Sollte ein Komplettverkauf nicht gelingen, gibt es nach Informationen der WELT in Schweden Überlegungen, Kraftwerksbeteiligungen zu verkaufen,etwa indem Produktionsanteile an andere Unternehmen vergeben werden. Beispiel hierfür ist Moorburg.
So hat Vattenfall mit Aurubis einen Vertrag, mit dem der Kupferhersteller eine virtuelle Scheibe an dem Kohlekraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1648 Megawatt erworben hat. Zudem wird offenbar in Stockholm erwogen, einen der beiden Kraftwerksblöcke die derzeit südlich der Elbe entstehen, zu veräußern. Banek sagte dazu lediglich, bei der Neuausrichtung der Vattenfall-Strategie beziehe man "ganz natürlich" auch Überlegungen zu Moorburg mit ein. Ein Verkauf der beiden seit Längerem mit Stillständen kämpfenden norddeutschen Vattenfall-Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel wird aber derzeit nicht ins Auge gefasst.
Zugleich gaben Vattenfall und die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bekannt, den Streit über die wasserrechtliche Genehmigung für Moorburg endgültig beigelegt zu haben. Unternehmen und Behörde schlossen vor dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht einen Vergleich. Demnach akzeptiert Vattenfall strengere Sauerstoffgrenzwerte bei der Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe. Dafür darf außerhalb der sauerstoffarmen Zeit mehr Kühlwasser entnommen werden. Vattenfall baut zudem einen Hybrid-Kühlturm, um die Elbe weiter zu entlasten.
Der Präses der Handelskammer, Frank Horch, feierte die Einigung als "Sieg der Vernunft für die Energieversorgung im Norden". Dies sei das "erfreuliche Ende eines unerfreulich langen Streits".

Freitag, 17. September 2010

Rückzug aus Deutschland?

von Hannes Gamillscheg, 17.09.10, 22:28h, aktualisiert 17.09.10, 23:34h

Medienberichten zufolge plant der Energieriese einen weitgehenden Ausstieg aus dem Deutschland-Geschäft. Hintergrund ist eine neue Konzernpolitik, das Auslandsgeschäft einzuschränken und vor allem auf Öko-Energien zu setzen.

Klimagipfel
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Windkraft gegen Braunkohle: Blick auf das Vattenfall-Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde, das als eine der größten deutschen Dreckschleudern gilt.
STOCKHOLM - Für Deutschlands Energiesektor werden die Karten neu gemischt: Nach Medienberichten plant der schwedische Energieriese Vattenfall den weitgehenden oder sogar vollständigen Ausstieg aus Deutschland.Vattenfall Europe ist Deutschlands drittgrößter Energiekonzern. Er versorgt Millionen Hamburger und Berliner mit Strom. Vor allem aber kontrolliert das Unternehmen weitgehend den ostdeutschen Kraftwerkspark und die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Vattenfall, so berichtet die schwedische Zeitung Dagens Nyheter, will seine Kohlekraftwerke verkaufen und seine Geschäftsaktivitäten auf den ausländischen Märkten reduzieren.
   Als Hintergrund gilt eine "Eignerdirektive" von Schwedens Regierung, wonach Vattenfall sich vor allem bei seinen Auslandsbeteiligungen stärker für den Ausbau erneuerbarer Energien engagieren soll. In Deutschland ist das Unternehmen seit mehreren Jahren wegen seiner Baupläne für das neue Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg sowie den Abbau von Braunkohle in Ostdeutschland in den Schlagzeilen. (gam, mit dpa)

Vattenfall baut um

Vattenfall betreibt fünf Braunkohlekraftwerke in Deutschland

Die deutschen Kohlekraftwerke sollen verkauft und die Konzernstruktur umgebaut werden. Die Region Berlin wäre stark betroffen.
Berlin - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall, mit seiner Tochter Vattenfall Europe einer der größten Steuerzahler Berlins, steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ zufolge will Konzernchef Øystein Løseth das Geschäft auf wenige Länder reduzieren und seine Kohlekraftwerke in Deutschland und bei anderen Auslandstöchtern verkaufen. Außerdem sollen regionale Organisationen abgeschafft und die einzelnen Geschäftsbereiche zentralisiert werden. Das hätte dramatische Folgen für Berlin und Brandenburg.

Artikel weiterlesen:

Freitag, 3. September 2010

Gekauftes Gutachten von EnBW, EON, RWE, Vattenfall?

Spiegel Online berichtet über das EWI Institut:


Das Institut ist eines der drei Institute, die gemeinsam das Gutachten erstellt haben, auf dessen Grundlage die Regierung ihr Programm zur Energiepolitik ausrichten möchte.

Nun weist der Spiegel nach, daß das EWI in erheblichem Umfang finanzielle Mittel seitens der 4 großen Atom-Energieerzeuger (EnBW, EON, RWE, Vattenfall) erhalten hat und erhält. Außerdem stehen sich diese Atom-Unternehmen und das Institut so nahe, daß Vertreter der Energieerzeuger Festreden zur Einweihung der neuen Räumlichkeiten des Instituts hielten. Und der Chef des EWI erhält in Form seiner Stiftungsprofessur direkte Zuwendungen dieser 4 (und noch weiterer) Energieerzeuger.

Ein Schelm, der hier von Abhängigkeit oder gegenseitigem Wohlwollen sprechen wollte …

Es sei die Frage erlaubt:
Wäre die Erstellung des Gutachtens gleichzusetzen mit einem Gerichtsverfahren, die beteiligten Institute gleichzusetzen mit dem Richter und die Energieerzeuger gleichzusetzen mit Angeklagten: Würde man bei einem Richter, dessen Haus die Angeklagten finanziert haben, bei dessen Hauseinweihung die Angeklagten eine Festrede halten und die den Richter während des Gerichtsverfahrens weiterhin Geld zukommen lassen, von Befangenheit sprechen?

Ja?

Naja, nicht so wichtig ... hier geht es ja nur um ein „neutrales“ Gutachten, das mitbestimmend ist für die künftige Energieversorgung dieses Landes.

link zum Artikel bei Spiegel Online:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/Regierungsgutachter steht Stromkonzernen nahe